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Rubens Barrichello

Die ewige Nummer zwei

GP Spanien 2009 Qualifying Foto: dpa 14 Bilder

Jenson Button hat vier Siege, sein Teamkollege Rubens Barrichello noch keinen. Dabei hatte es der Brasilianer in der Hand, in Spanien zu gewinnen. Ein schlechter dritter Reifensatz besiegelte seine Niederlage.

13.05.2009 Michael Schmidt

Rubens Barrichello kann in diesem Jahr nicht gewinnen. In Melbourne legte der Bordcomputer beim Start den Leerlauf ein, weil Barrichello die Motordrehzahl zu weit absinken ließ. Barrichello wurde am Ende noch Zweiter. In Sepang bettelte der Brasilianer bei einsetzendem Regen um Intermediates. Sein Team gab ihm Extremwetterreifen. "Ein Fehler von uns", gab Teamchef Ross Brawn später zu. Barrichello fuhr mit zwei WM-Punkten nach Hause.

In Shanghai war der dienstälteste GP-Pilot spritbereinigt der schnellste Mann im Feld. "Ein Trockenrennen hätte Rubens gewonnen", ist Brawn überzeugt. "Barrichellos Pech: Es regnete, und er fiel im ersten Turn mit verglasten Hinterradbremsen weit zurück. Beim vierten Rennen in Bahrain stellte er wegen Ärger mit den Bremsen auf eine Dreistopp-Strategie um und war chancenlos. Aus Sicherheitsgründen wurden die hinteren Radabdeckungen demontiert. "Das hat mich ein paar Punkte Abtrieb gekostet." Barrichello fuhr meistens im Verkehr. Da der Mercedes-Motor zu überhitzen drohte, musste er Drehzahl zurücknehmen.

Barrichello wird Pech nicht los

In Barcelona sah der 36-jährige Oldie aus Sao Paulo endlich wie ein Sieger aus. Bis zum Ende des zweiten Turns führte Rubens komfortabel. Brawn: "Er lag voll im Plan. Die Dreistoppstrategie war auf dem Papier schneller, aber nur solange, wie der Fahrer ohne Probleme die dazu nötigen Rundenzeiten fahren konnte." Doch Barrichello wird sein Pech nicht los. Mit dem dritten Reifensatz stimmte etwas nicht. "Viel weniger Grip", jammerte der Fahrer. "Eine Spur zuwenig Luftdruck", vermuten die Ingenieure.

Barrichello verlor in den entscheidenden 19 Runden rund acht Sekunden auf Teamkollege Jenson Button, den das Team auf eine Zweistoppstrategie umgepolt hatte. Das sorgte nach dem Rennen für Konfusion. Barrichello wollte vom Team wissen, warum man beim Teamkollegen die Taktik geändert hatte, bei ihm aber nicht. Brasilianische Journalisten hatten ihn durch kritische Fragen zweifeln lassen, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Ross Brawn beruhigte seinen aufgebrachten Piloten. "Buttons Zweistopprennen war in der Theorie langsamer. Wir mussten bei ihm auf zwei Stopps umdisponieren, weil er sonst nach dem ersten Tankstopp in den Verkehr gefallen wäre."

Barrichello die "ewige Nummer zwei"?

Der zweite Platz des Rekordteilnehmers festigte sein Image der ewigen Nummer zwei. Keiner brauchte so lange wie er, um seinen ersten Grand Prix zu gewinnen. Den ersten seiner insgesamt neun Siege feierte Barrichello erst im 124. Anlauf. Der 273-fache GP-Teilnehmer hat unter dem Image bereits bei Ferrari gelitten. Dort wurden alle Anstrengungen auf Michael Schumacher konzentriert. Barrichello will seine Situation bei Brawn GP aber nicht mit Ferrari vergleichen. "Wir haben bei Brawn GP eine viel bessere Stimmung als es bei Ferrari der Fall war."

Barrichello gibt zwar zu, dass nach dem 0:4 gegen Stallrivale Button der Druck immer stärker auf seinen Schultern lastet, doch er will sich noch lange nicht mit der Rolle der Nummer zwei hinter dem Engländer zufrieden geben. "Ich fahre seit drei Jahren mit Jenson im Team. Unser Duell war immer ausgeglichen. Warum sollte es jetzt anders sein?"

Button profitiert von Barrichello
 
Es sind die Kleinigkeiten, die Siegertypen von ewigen Verlierern unterscheiden. Auch das Trainingsduell in Barcelona hatte Barrichello in letzter Sekunde verloren, obwohl er in allen Trainingssitzungen der dominierende Mann im Team war. "Ich bin zu früh auf die Strecke. Und mein Auto war 3,5 Kilogramm schwerer als das von Jenson. Das machte den Unterschied", analysierte Barrichello.
 
Button hatte sich schon gefragt: "Wo macht Rubens seine Zeit auf mich gut?" Dann begann er die Daten des Teamkollegen zu studieren, stellte seinen Fahrstil um und ließ den Frontflügel einen Tick flacher stellen, damit der Heckflügel etwas besser angeströmt wird. Button traf damit genau ins Schwarze. "Jensons Runde war phänomenal", staunte Brawn. "Aber er hat uns in dieser Saison schon ein paar Mal überrascht." Der Teamchef versuchte aber auch seiner Nummer zwei Mut zu machen. "Ohne Rubens wären wir an diesem Wochenende nicht so schnell gewesen. Er hat uns mit dem Setup des Autos auf die richtige Spur gebracht." Ein schwacher Trost für einen, dem das Pech an den Füßen klebt.

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