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Rubens Barrichello

Die Runde meines Lebens

Formula 1 Grand Prix, Malaysia, Saturday Practice Foto: xpb 49 Bilder

Rubens Barrichello fuhr sich für Startplatz 15 die Seele aus dem Leib. Der bei Testfahrten noch hochgelobte Williams scheint erneut eine Wundertüte zu sein. In Melbourne noch flott unterwegs, in Sepang im Nirgendwo. Das Team aus Grove geht auf Spurensuche.

10.04.2011 Michael Schmidt

Rubens Barrichello sprach von der Runde seines Lebens. Wenn einer mit 305 Grand Prix auf dem Buckel so etwas sagt, dann muss diese Runde schon außergewöhnlich gewesen sein. Im entscheidenden Versuch der zweiten K.O.-Runde verbesserte sich der Brasilianer um sieben Zehntel. Zuvor hätte er fast die Q1-Hürde nicht geschafft. Vom Sitzenbleiben trennten ihn nur 0,113 Sekunden.
 

Barrichello ist enttäuscht

Williams lahmte in Malaysia, und keiner wusste warum. Der neue FW33 hatte bei Testfahrten gute Ansätze gezeigt. Melbourne schien die Erwartungen zu bestätigen. Hätte Barrichello nicht zwei Mal Bekanntschaft mit dem Kiesbett gemacht, und hätte er sich im Kampf mit Nico Rosberg nicht verschätzt, wäre seine Fahrt in Australien mindestens mit einem siebten Platz belohnt worden. In Sepang stehen die Williams-Piloten nirgendwo. Pastor Maldonado schaffte nicht einmal den Sprung in die zweite Runde.

Barrichello rätselte: "Wir sind extrem enttäuscht, weil wir nicht verstehen, warum wir so langsam sind. Der Topspeed ist schwach, das Auto ist unruhig auf der Bremse, es fehlt an Traktion. Vielleicht kam das in Melbourne nicht so zum Tragen, weil dort die Geraden weniger lang sind." Einziger Hoffnungsschimmer sind die schnellen Kurven. GPS-Messungen ergaben, dass die Williams da bei der Musik sind. "Das haben wir schon beim Testen in Barcelona gesehen."

Mangelnder Topspeed

Im Team gibt es viele Erklärungsversuche, warum soviel Zeit verloren ging. Der schwache Topspeed kann zwei Ursachen haben. Dem Cosworth V8 fehlt es an Leistung, und bei Flachstellung des Heckflügels gewinnt der FW33 weniger Geschwindigkeit als andere Autos. "Ich konnte Massa auf der Geraden nicht folgen", berichtete Barrichello seinen Ingenieuren. "Entweder hat der Ferrari mehr Power, oder seine Aerodynamik ist effizienter." Den Hinweis, dass die Red Bull in der Topspeed-Tabelle auch im Mittelfeld herumkrebsen, beantwortet Barrichello mit einem Säufzer: "Ich wollte, ich hätte deren Probleme. Die sind auf eine Runde leider 2,6 Sekunden schneller als wir."

Die Fahrbarkeit des Cosworth-Motors ist eine Dauerbaustelle. Barrichello mahnte den Motorenlieferanten schon im Vorjahr an, dass es äußerst schwierig sei, das Gas zu dosieren. Den Preis dafür bezahle man bei der Traktion. Cosworth versucht zu reagieren, doch im Vergleich zu Ferrari, Mercedes und Renault sind die Mittel begrenzt. Das mangelhafte Ansprechverhalten des Motors könnte auch ein Grund dafür sein, warum der Williams immer noch zuviel Hinterreifen frisst. "Wir haben uns da durch mehr Abtrieb im Heck verbessert, sind aber beim Verschleiß der Hinterreifen noch weit hinter den Sauber."

WM-Punkte möglich

Trotz der Trainingspleite hält Barrichello WM-Punkte in Malaysia für möglich. "Das Auto ist im Renntrim generell besser als auf eine Runde." Und Williams hat in der Not sein Auto mehr Richtung Rennen abgestimmt. Ansonsten beten Barrichello und Maldonado, dass der für Shanghai angekündigte neue Unterboden samt Auspuff den großen Sprung bringt, den der Windkanal verspricht. Der Auspuff wird dann wie beim Red Bull auf geradem Weg in die Spalte zwischen Unterboden und Hinterreifen blasen. Das soll nicht nur die Strömung in den beiden äußeren Diffusorkanälen beschleunigen. Die Auspuffgase dienen auch als Abdichtung gegen seitliche Einströmung. Da Williams mit seinem stark angewinkelten Auto ein ähnliches Konzept verfolgt wie der Red Bull, der Diffusor deshalb weiter vom Boden entfernt ist, ist diese Abdichtung lebenswichtig.

Sie wollen während des Rennens am Sonntag nichts verpassen? Dann verfolgen Sie unseren Live-Ticker mit Formel 1-Experte Michael Schmidt. Mit den letzten Informationen aus der Startaufstellung meldet sich Schmidt am Sonntag, 10. April ab 9:45 Uhr live von der Rennstrecke aus Sepang. Reinklicken lohnt sich!

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