Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: Rubens Barrichello zum neuen Reglement

"Wir brauchen kein Warmup"

Rubens Barrichello Foto: xpb 15 Bilder

Der großen Unterschied bei der Spritmenge vom Qualifying zum Rennen bereitet manchem Piloten Sorge. Lewis Hamilton forderte gar die Wiedereinführung des Warmups. Ausgerechnet Oldie Rubens Barrichello lehnt das ab.

12.03.2010 Michael Schmidt

Kein Fahrer im Feld hat mehr Erfahrung als Rubens Barrichello. Und trotzdem fischt auch der 285-fache GP-Teilnehmer im Trüben, wenn er eine Saisonprognose abgeben soll. "Ich habe mich in meiner langen Karriere noch nie so unsicher gefühlt, etwas vorherzusagen", bedauert Barrichello zu Beginn seiner 18. Formel 1-Saison. "Gefühlsmäßig würde ich sagen: Red Bull ist auf eine Runde am schnellsten, Ferrari auf eine Renndistanz."

Knapp 57.000 Testkilometer seit dem 1. Februar haben die Erkenntnis darüber, wer schnell oder langsam ist, nicht wesentlich erhellt. Was hauptsächlich daran liegt, dass die Parameter zur Standortbestimmung so weit auseinander liegen. "Letztes Jahr sind die Autos beim Testen mit 20 oder 80 Kilogramm Sprit rumgefahren. Dieses Jahr lag das Spektrum zwischen 10 und 160 Kilogramm."

Neue F1-Autos halten einfach

Obwohl Barrichello Rennen ohne Tankstopps noch aus seinem Premierenjahr 1993 kennt, will er keine Vergleiche ziehen. Die Formel 1 vor 17 Jahren war eine andere Welt. "Damals hielten sie mir während des Rennens Tafeln raus wie: Pass auf den Motor auf, die Reifen oder die Bremsen. Heute muss ich auf gar nichts mehr aufpassen. Die Autos halten einfach. Ich fahre immer am Limit, einfach so schnell, wie es die Bedingungen erlauben."

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die langweilige Rennen befürchten, hofft der WM-Dritte des Vorjahres auf das Gegenteil: "Die Autos werden in unterschiedlichen Phasen des Rennens unterschiedlich stark sein. Die einen gehen mit viel Sprit an Bord gut, die anderen mit wenig. Das schafft Unterschiede. Und diese Unterschiede sollten das Überholen erleichtern."

Reifen sorgen für Verwirrung

Erfahrung ist bei wechselnden Bedingungen kein Nachteil. Ein sauberer Fahrstil sicher auch nicht. Dennoch ist Barrichello skeptisch, ob diese beiden Qualitäten ihm weiterhelfen werden. "Ehrlich gesagt, bin ich verwirrt. Es gab Testtage, da habe ich nach zehn Runden die Reifen ruiniert. Es wäre auch nicht anders gewesen, wenn ich vorsichtiger gefahren wäre. Die Reifen haben unter den gegebenen Bedingungen einfach nicht gehalten. Zwei Tage später bin ich mit den gleichen Reifen locker 30 Runden lang gefahren, nur weil mehr Gummi auf der Fahrbahn lag. Es wird wohl von der Situation abhängen, wie die Reifen sich über eine längere Distanz verhalten." Das ist tröstlich. Nichts schadet dem Sport mehr als Berechenbarkeit. Je größer die Fragezeichen, umso spannender die Rennen.

Nur mit einem will sich der 37-jährige Brasilianer nicht anfreunden. Mit 160 Kilogramm Sprit im Tank seine Runden zu drehen, ist aus Rennfahrersicht langweilig. "Es macht keinen Spaß mit Autos herumzufahren, die so träge sind." Immerhin kann er das ultimative Fahrgefühl jetzt wieder uneingeschränkt in der Qualifikation genießen. Alle 24 Teilnehmer qualifizieren sich mit einer minimalen Spritmenge im Tank.

Wiedereinführung des Warmups am Sonntag?

Umso größer wird der Schock in den ersten Runden am Sonntag, wenn das Auto um sechs Sekunden pro Runde langsamer ist. Lewis Hamilton hat zur besseren Anpassung an das höhere Fahrzeuggewicht bereits wieder das Comeback eines Warmups am Sonntagmorgen gefordert. Barrichello lehnt das ab, obwohl er im Gegensatz zu Hamilton diese Praxis bestens kennt. Bis 2002 war das Warmup als Teil der Rennvorbereitung noch Teil des Wochenendprogramms.
 
"Wir gelten als die besten Fahrer der Welt. Also sollten wir auch in der Lage sein, den Schalter umzulegen, wenn wir an einem Tag ein Auto fahren, das wenig Benzin an Bord hat und am anderen eines mit vollem Tank." Für Barrichello ist das Teil der neuen Herausforderung. Und auf die freut er sich wie ein GP-Neuling. Barrichello muss über seine Begeisterungsfähigkeit nach 285 Grand Prix selbst ein bisschen lachen. "Meine Frau hat schon gesagt: Du siehst jünger aus denn je."

Umfrage
Wird sich Williams in dieser Saison wieder zu der Spitze zählen können?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden