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Kubica & Räikkönen

Rückkehr der alten Schlachtrösser

Kimi Räikkönen Robert Kubica Formel 1 2009 Foto: xpb 33 Bilder

Trotz des dreitägigen Nachwuchstests in Abu Dhabi bietet die Formel 1 den jungen Fahrer kaum eine Chance. Nur Romain Grosjean, Charles Pic und Jean-Eric Vergne könnten 2012 den Absprung in ein Formel 1-Cockpit schaffen. Gleichzeitig werden die Comebacks der alten Schlachtrösser Kimi Räikkönen und Robert Kubica heiß diskutiert.

17.11.2011 Michael Schmidt

Die Nachwuchspiloten, die diese Woche in Abu Dhabi den Formel 1-Teams ihre Fahrkünste präsentieren, könnten ein ganzes Feld besetzen. Tatsächlich werden wir aber nur drei der Kandidaten nächstes Jahr auf einem Stammplatz in der Formel 1 sehen. Romain Grosjean soll neben Vitaly Petrov bei Renault fahren. Charles Pic hat neben Timo Glock bei Virgin unterschrieben. Red Bull wird Jean-Eric Vergne möglicherweise bei Hispania üben lassen, so wie man es in diesem Jahr mit Daniel Ricciardo praktiziert hat.

Die anderen Nachwuchspiloten schauen in die Röhre. Oder müssen sich auf später vertrösten. Fahrer wie Jules Bianchi, Valtteri Bottas, Robert Wickens, Esteban Gutierrez, Fabio Leimer oder Sam Bird. In Abu Dhabi ist aber auch viel Fallobst dabei. Piloten, die von der großen Brieftasche des Vaters oder eines Sponsors leben.

In den Tagen, in denen der Nachwuchs auf dem Yas Marina Circuit seine Talentprobe abgibt, wird auffallend oft über zwei alte Fahrer diskutiert, die in die Formel 1 zurückkommen wollen. Der eine ist Kimi Räikkönen. Er galt bei Williams als gesetzt, was aber wieder in Zweifel gestellt wurde, als durchsickerte, dass er sich zwischen den Grand Prix von Indien und Abu Dhabi bei Renault meldete. Macht einer so etwas, der mit Williams handelseinig ist, fragte das Fahrerlager.

Räikkönen will Williams-Anteile kaufen

Der Fall Räikkönen ist kompliziert. Da geht es nicht einfach darum, dass der Weltmeister von 2007 als Fahrer zurückkommt. Hinter Räikkönen stehen reiche Geschäftsleute, offenbar aus dem Mittleren Osten. Die wollen sich zusammen mit dem großen Schweiger aus Espoo in einen Formel 1-Rennstall als Teilhaber einkaufen. Von bis zu 20 Prozent ist die Rede. Für Räikkönen nichts Neues. Er besaß von 2004 bis 2010 zusammen mit seinen Managern David und Steve Robertson ein eigenes Formel 3-Team.

Warum also nicht zwei Stufen höher? Bei zwei Formel 1-Teams soll Räikkönen abgeblitzt sein. Williams wäre für den 18-fachen GP-Sieger mit Kaufambitionen ein idealer Landeplatz. Der Rennstall ist seit März eine Aktiengesellschaft. Die Frage ist nur: Will Williams Anteile verkaufen und kommt Räikkönen auch, wenn er nur als Fahrer angestellt wird? Der Anruf bei Renault könnte darauf hindeuten, dass Williams von einem Aktienverkauf nicht übermäßig begeistert ist. Andererseits brachte Mitbesitzer Toto Wolff Räikkönen kürzlich mit einer "strategischen Partnerschaft" in Verbindung. Das ließe auf einen derartigen Deal schließen.

Kubica-Comeback 2012 unrealistisch

Auch Robert Kubicas Name fiel in Abu Dhabi wieder öfter. Renault-Teamchef Eric Boullier beklagte sich, dass er von dem Pole trotz Anfrage fast zwei Wochen lang nichts gehört habe. Dazu gab es Gerüchte, Kubica müsste noch einmal am Handgelenk operiert werden. Die Informationen über den Rekonvaleszenten im Fahrerlager sind sehr dünn. "Er hat die meisten Kontakte abgebrochen, sogar die zu seinen polnischen Hofjournalisten", heißt es.

Weil Renault mit Petrov und Grosjean andere Pläne hat, kursieren plötzlich Gerüchte, der Montreal-Sieger von 2008 könne 2013 bei Ferrari auftauchen. Es wäre Kubica zu wünschen, doch all diese Denkmodelle sind im Augenblick hoch spekulativ. Kein Mensch kann heute sagen, ob Kubica je wieder auf seinem alten Leistungsstand Autorennen fahren kann. Vermutlich nicht mal er selbst. Deshalb ist es völlig egal, ob er mit Renault, Ferrari oder sonst irgendeinem Team in Kontakt steht. Die Aktie Kubica wird erst dann wieder Fahrt aufnehmen, wenn er in einem Formel 1-Auto wettbewerbsfähige Rundenzeiten dreht.

Kubica muss zeigen, dass er noch schnell ist

Dass Renault jetzt offenbar das Interesse an seinem Ex-Fahrer verloren hat, muss gar nichts heißen. Das Vertragsverhältnis läuft Ende des Jahres aus. Der Rennstall aus Enstone hat keine juristische Verpflichtung, Kubica ein Auto anzubieten. Höchstens eine moralische. Selbst wenn der Mann aus Krakau im Februar seine ersten Formel 1-Runden dreht, wird es mit der Zeit für einen Wiedereinstieg in der kommenden Saison knapp. Der realistische Zeitpunkt für ein Comeback ist sowieso 2013. Und wenn Kubica bis dahin zeigt, dass er wieder der Alte sein kann, stehen ihm viele Türen offen. Nicht nur bei Ferrari.

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