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Rückkehr zu alter Stärke

Ferrari über den Berg

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - Samstag- 23. Mai 2015 Foto: Wilhelm 21 Bilder

Ferrari hat den großen Rückstand von Barcelona zum einmaligen Ausrutscher erklärt. Monte Carlo hat gezeigt, dass der alte Abstand zu Mercedes wiederhergestellt ist. Es bleibt die Erkenntnis: Die 2015er Reifen und das Wetter bevorzugen Mercedes.

03.06.2015 Michael Schmidt

Aufatmen bei Ferrari. Der GP Monaco war die Rückkehr zur Normalität. Ferrari ist wieder dort, wo man vor dem GP Spanien war. Auf Schlagdistanz zu Mercedes. In Barcelona hatten sich Zweifel eingeschlichen, weil die roten Autos trotz eines neuen Aerodynamik-Pakets um acht Zehntel pro Runde hinter die Mercedes gefallen waren. Ferrari schaffte es dort nicht, die optimale Abstimmung für seinen umgebauten SF15-T zu finden.

Die Qualifikation zum GP Monaco schien das Bild aus Spanien zu bestätigen. Sebastian Vettel fehlten 0,751 Sekunden auf Lewis Hamilton. Rückblickend waren die kühlen Temperaturen an dem Klassenunterschied schuld. Der Asphalt kam nur auf 29 Grad. Am Morgen hatte Vettel bei 37 Grad Streckentemperatur noch mit zwei Zehnteln Vorsprung die Bestzeit erzielt. "Das ist etwas, das wir verstehen und lernen müssen. Es dauert bei uns zu lange, bis die Reifen arbeiten", resümierte Vettel in Monte Carlo.

Ferrari steigert sich am wenigsten

Welchen Einfluss die Temperaturen auf Ferraris Rundenzeiten haben, zeigt ein Vergleich zwischen dem dritten Training und der Qualifikation. Ferrari gewann nur 0,294 Sekunden. Mercedes dagegen 1,263 Sekunden. Aber auch alle anderen Teams konnten sich im Abschlusstraining mehr steigern als Ferrari, zum Teil ziemlich deutlich. Wie folgende Tabelle zeigt:

  • Red Bull um 1,079 Sekunden
  • Force India um 1,024 Sekunden
  • Williams um 0,934 Sekunden
  • Lotus um 0,713 Sekunden
  • McLaren um 0,674 Sekunden
  • Sauber um 0,666 Sekunden
  • Toro Rosso um 0,325 Sekunden

Da die Strecke durch Gummiabrieb zum Abschlusstraining hin generell um 0,45 Sekunden schneller wurde, hat sich Ferrari im entscheidenden Augenblick ganz offensichtlich unter Wert präsentiert. Was das Rennen dann auch bestätigte. Mit Ausnahme der letzten fünf Runden konnte Vettel sich das gesamte Rennen auf Sichtweite von Rosberg halten.

Beim Re-Start zeigte sich dann wieder die Stärke von Mercedes und die Schwäche von Ferrari. Rosbergs abgefahrene Soft-Reifen kamen viel schneller auf Temperatur als die von Vettel. Und genau das ist auch das Problem in der Qualifikation. Wenn Ferrari dem mit einer aggressiveren Fahrwerksabstimmung nachhelfen will wie in Bahrain, bezahlt man im Rennen dafür. Beim Nacht-Grand Prix in der Wüste hatte Ferrari das Problem, das normalerweise Mercedes umtreibt: Die Hinterreifen wurden zu heiß.

Mercedes profitiert von härteren Pirelli-Reifen

Ferrari ist zu abhängig von den Umständen. Die Roten brauchen einen rauen Streckenbelag, nicht zu kühle Temperaturen, Reifenmischungen am Limit und den perfekten Kurven-Mix. Schnelle, um genug Energie in die Reifen zu bringen, so dass er sich von innen heraus erwärmt, und langsame Ecken, die beim Beschleunigen die strapazierten Hinterreifen killen. Dann kehrt sich der Abtriebsvorteil des Mercedes in einen Nachteil um. So wie in Malaysia.

Mercedes profitiert davon, dass Pirelli in diesem Jahr härtere Mischungen an den Start bringt als im letzten Jahr. Dabei sind die Gummimixturen an sich identisch mit denen von 2014. Sie sind wegen der neuen Reifenkonstruktion nur widerstandsfähiger. So fühlt sich der Supersoft-Reifen von heute wie die Soft-Mischung von gestern an. Viele Fahrer beschwerten sich in Monte Carlo: "Der Supersoft ist ja gar kein Supersoft mehr." Ferrari hätte vermutlich lieber die Reifen aus dem letzten Jahr.

Das Problem könnte Ferrari auch in Montreal einholen, obwohl dort mit den beiden weichen Mischungen gefahren wird. Es gibt aber nur eine schnelle Kurve auf dem Kurs auf der Ile de Notre-Dame. Auch da ist das Reifenaufwärmen ein Geduldsspiel. Immerhin leiden die Hinterreifen. Sechs Mal wird aus 100 km/h beschleunigt. Das Wetter spielt auch nicht mit. Die einzige echte Hitzeschlacht gab es bis jetzt in Malaysia. Auf lange Sicht wird Ferrari gegen Mercedes nur dann etwas ausrichten können, wenn das Auto schneller wird. Dazu müssen die Ingenieure mehr Abtrieb und Power finden.

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