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Rückschläge für Red Bull-Pläne

Keine maßgeschneiderten Motoren

Renault V6-Turbomotor, Formel 1, 06/2013 Foto: Renault 28 Bilder

Am Freitag (28.Juni) tagt der FIA-Weltrat. Eine der Entscheidungen betrifft die neuen Motoren für 2014. Sie werden als ganze Antriebseinheit homologiert. Den Herstellern ist es untersagt, unterschiedliche Spezifikationen anzubieten. Red Bull wollte mit Infiniti und Renault Eigenentwicklung betreiben. Das geht jetzt nicht mehr.

27.06.2013 Michael Schmidt

Renault und Red Bull haben bis zum letzten Augenblick darum gekämpft. Man wollte bei der Motorenentwicklung eigene Ideen mit einbringen. Infiniti sollte Knowhow bei den Batterien und der Steuerungselektronik besteuern. Red Bull hatte außerdem zusammen mit Renault eigene Ideen für die Architektur der neuen Antriebseinheit. Beim Weltmeister-Team geht die Angst um, die Konkurrenz könnte ein besseres Konzept entwickelt haben. Da wollte man die Dinge lieber auch ein bisschen selbst in die Hand nehmen.

Renault für, Mercedes gegen  maßgeschneiderte Motoren

Deshalb kämpfte Renault bis zuletzt darum, seinen Kunden unterschiedliche Spezifikationen anzubieten. Ursprünglich hatte die FIA nichts dagegen. Diese Meinung hat sie geändert. Auslöser war der Wunsch von Williams, seine eigene Hybridtechnologie mit dem Motor zu verheiraten. Da dachte der Rennstall aus Grove noch, man würde mit Renault weitermachen. Seit Williams zu Mercedes übergelaufen ist, können sie ihre Eigenentwicklung vergessen.

Mercedes positionierte sich strikt gegen Spezialmotoren. Maßgeschneiderte Triebwerke für die Kunden hätten nicht nur die Kosten nach oben getrieben. Es hätte auch einen Unterschied zwischen Arm und Reich schaffen können. Jetzt wird nicht mehr nur der Motor selbst homologiert, sondern die gesamte Antriebseinheit.

Red Bull und Lotus müssen Eigeninitiative abblasen

Das bedeutet in der Praxis, dass alle Pakete eines Herstellers gleich sein müssen. Nur beim Auspuff und dem Intercooler sind individuelle Entwicklungen erlaubt. Red Bull kann sich seine technische Zusammenarbeit mit Infiniti abschminken. Ein Kritiker meint: "Infiniti kann ja einen eigenen Motor bauen, wenn sie das wollen." Auch für Lotus ist das ein Rückschlag. Das Team entwickelt jetzt bereits die Batterien in Eigenregie. Damit ist in Zukunft Schluss.

Unterschiede wird man deshalb hauptsächlich beim Auspuff sehen. Man hört, dass Red Bull aus aerodynamischen Gründen einen deutlich enger anliegenden Auspuff wünscht, als ihn Renault kürzlich bei der Präsentation des neuen V6-Turbo in Paris gezeigt hat. Da wucherten die Auspuffkrümmer dramatisch in die Breite. Motorenchef Rob White bedauert: "Viel Spielraum haben wir nicht. Die Auspuffrohre brauchen eine bestimmte Länge, und wir müssen sie unter einer Abdeckung verpacken, um die gestaute Hitze für die Rekuperation der Wärmeenergie aufzufangen."
 

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