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Hamilton-Rückstand wächst

Wolff und Rosberg reden Hamilton stark

Rosberg & Hamilton - GP Japan 2016 Foto: Wilhelm 24 Bilder

Lewis Hamilton entgleitet der WM-Titel 2016. Zuerst lief es nicht in Singapur. Dann kam der Motorschaden in Sepang, auf den der Schneckenstart von Japan folgte. Dagegen macht Nico Rosberg praktisch keine Fehler. Toto Wolff sieht Hamilton trotzdem weiter im WM-Rennen und macht seinem Piloten Mut.

11.10.2016 Andreas Haupt 4 Kommentare

Toto Wolff machte es seinem Starpiloten in der Medienrunde nach dem GP Japan gleich. „Noch lacht ihr. Aber in einer Minute wird euch das Lachen vergehen.“ Es war eine leichte Abwandlung der Sätze, die Lewis Hamilton geäußert hatte, bevor er am Samstagabend nach dem Qualifying die Medien rügte (-> Story). Wolff hatte die Lacher auf seiner Seite. Und er nahm gekonnt etwas Druck aus der Debatte rund um den Weltmeister und die Presse.

Hamilton entgleitet der Titel

Der Wiener will mit Hamilton unter der Woche über die Vorfälle von Suzuka sprechen. Im Flieger von Niki Lauda, der Teamchef und Fahrer mit zurück nach Europa nahm, wollte Wolff seinen Piloten für sich lassen. „Nach so einem Wochenende müssen wir ihn erst einmal in Ruhe lassen. Es bringt nichts, den Finger in die Wunde zu legen. In 24 Stunden sieht die Sache wieder anders aus. Und wir haben 10 Tage Zeit, bis es nach Austin geht.“

Die Situation ist für Hamilton prekär. Dem dreimaligen Weltmeister flutscht nach der Sommerpause der WM-Pokal nach und nach aus den Händen. In Belgien war Hamilton chancenlos. Weil Mercedes sein Motorenkontingent aufstockte, musste er von hinten starten. Rosberg gewann, Hamilton wurde noch Dritter. In Italien verspielte der Brite den Sieg schon am Start. Wieder siegte Rosberg, Hamilton wurde Zweiter.

In Singapur dominierte Rosberg seinen Teamkollege und knöpfte ihm weitere 10 Punkte ab. In Sepang verriss es Hamilton den Motor. „In Malaysia war Lewis in Höchstform. Er hat dominiert und hätte locker gewonnen“, bedauerte Wolff den Nuller seines Fahrers. Beim GP Japan setzte Hamilton in den Trainings keinen Stich. Er lag im Schnitt aller 81 Trainingsrunden 0,15 Sekunden hinter Rosberg. Eine Setupänderung brachte ihn im Qualifying bis auf 13 Tausendstel heran.

„Lewis ist ein Kämpfer“

Doch der zweite Schneckenstart nach der Sommerpause vernichtete alle Hoffnungen auf den siebten Saisonsieg. Stattdessen feierte der härteste Rivale seinen neunten. Aus 19 Punkten Vorsprung ist binnen 5 Rennen ein Rückstand von 33 Punkten geworden. Rosberg hat einen Lauf, er macht praktisch keine Fehler. Trotz seines Punktepolsters redet der WM-Führende seinen Teamkollegen aber stark. „Lewis wird weiter beißen. Er ist ein Kämpfer.“

Einen abgelenkten Hamilton hat Rosberg in Suzuka nicht gesehen. „Mir begegnete er komplett fokussiert und konzentriert.“ Wolff will noch nichts von einer Vorentscheidung in der WM wissen. „Die Formel 1 ist ein technischer Sport. Wir haben in Malaysia gesehen, wie schnell es sich drehen kann. Ein Nuller für Nico und 25 Punkte für Lewis und schon ist er wieder dran“, sagt der Mercedes-Motorsportchef. „Ich denke, es wird bis zum Schluss spannend bleiben.“

Hamilton muss an 2007 denken

Wolff führt einen einfachen Grund für seine Annahme an. „Lewis funktioniert unter Druck am besten. Wenn er ein Ziel vor Augen hat, läuft er zur Höchstform auf.“ Schon einmal in dieser Saison machte Hamilton einen großen Rückstand wett. Nach dem GP Russland lag er mit 43 Punkten im Hintertreffen. Sieben Rennen später war er nach dem GP Ungarn WM-Spitzenreiter. Das große Problem jetzt aber ist, dass dem Titelverteidiger die Rennen ausgehen. Es sind nur noch 100 Zähler zu vergeben.

Nicht nur vom eigenen Teamchef wird Hamilton noch Mut gemacht. Sondern auch von Christian Horner. Der Red Bull-Teamchef erinnert: „Lewis muss nur an 2007 zurück denken. Damals hat Kimi ihm und Fernando den WM-Titel unter der Nase weggeschnappt.“

Damals hatte Räikkönen zwei Rennen vor Schluss 17 Punkte Rückstand auf Hamilton und fünf auf Alonso. Für einen Sieg gab es nur zehn statt wie heute 25 Punkte. Es folgte der berühmte Hamilton-Ausrutscher ins Kiesbett der Boxeneinfahrt von Shanghai. Und ein verrückter GP Brasilien, bei dem sich Räikkönen mit einem Sieg zum Champion krönte.

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einmal so ein Quatsch reicht wohl nicht

kdammenh 11. Oktober 2016, 17:24 Uhr
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