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Rundendiät im Training

Zuschauer sehen leere Strecke

Felipe Massa GP Belgien 2012 Foto: xpb 84 Bilder

Das war kein Dienst am Zuschauer. Insgesamt wurden am Nachmittag kümmerliche 47 Runden gedreht. Die Fahrer geben den Reifen die Schuld. Pirelli gibt den schwarzen Peter zurück: "Wir können Reifen für alle Bedingungen bauen."

31.08.2012 Michael Schmidt

Normalerweise spulen die Fahrer an einem Freitag zwischen 1.000 und 1.200 Runden ab. Doch wenn der Himmel die Schleusen über Spa öffnet, dann müssen sich die durchweichten Zuschauer mit weniger zufrieden geben. Insgesamt kamen die 24 Fahrer in 180 Minuten Training auf 328 Runden. 281 am Vormittag und 47 am Nachmittag. Die Fans konnten einem leidtun. Die Action spielte sich am ersten Trainingstag zum GP Belgien mehr in den Garagen als auf der Strecke ab.

Unfallgefahr wegen Aquaplaning zu groß

Da stellte sich die Frage, warum an Tagen wie diesen kaum gefahren wird. Reifen sparen macht keinen Sinn. Die echten Regenreifen halten ewig. Selbst wenn jeder Fahrer am Freitag 60 Runden zurückgelegt hätte, wären am Sonntag bei einem Regenrennen noch genügend Reifen übrig gewesen.

Es ist die Angst vor Unfällen, die die Teams dazu veranlasst, ihre Fahrer in den Boxen zu halten. Nico Hülkenberg wagte sich am Nachmittag fünf Runden in die Fluten. Ein Rekord. Der Force India-Pilot erklärte die Rundendiät mit dem hohen Unfallrisiko: "Du hast laufend Aquaplaning. Wenn du einen dieser Bäche triffst, steht das Auto sofort quer. Ich wäre ein paar Mal fast abgeflogen."

Glock: "Früher war es einfacher"

Die Fahrer geben den Reifen die Schuld. Pirellis Regenreifen verdrängen zu wenig Wasser. Das war bei den Monsunreifen von Bridgestone anders. "Auch mit den Bridgestones wäre es unter solchen Bedingungen grenzwertig", schränkt Timo Glock ein. "Aber in meinen Augen war es früher etwas einfacher."

Pirelli-Reifenchef Paul Hembery kontert die Kritik: "Wie oft wurden diese Monsunreifen benutzt? Praktisch nie. Das rechtfertigt die hohen Herstellungskosten nicht." Viele dieser Monsunreifen würden unbenutzt in der Mülltonne landen, wenn ihre Zeit abgelaufen ist.

Nur FIA kann Teams zum Fahren bringen

"Wenn ein Reifen für extremen Regen gewünscht wird, dann bauen wir ihn", erklärte Hembery. "Dann brauchen wir aber drei verschiedene Typen Regenreifen. Einen Intermediate, einen für normalen Regen, einen für schweren Regen. Das Problem ist, dass ein Reifen, der für schweren Regen geeignet ist, sofort leidet, wenn der Regen nachlässt. Er fängt dann wegen der weicheren Gummimischungen schneller an zu überhitzen."

Gibt es Abhilfe für Tage wie diese? Oder stehen die Fans auch in Zukunft im Regen, wenn es regnet und sehen nur eine leere Rennstrecke vor sich. Die einzige Chance, dass sich etwas ändert, wäre eine Vorschrift der FIA, dass in jedem Training eine bestimmte Anzahl von Runden oder Kilometern zurückgelegt werden muss. In diesem Fall wäre Pirelli gezwungen, zwei Sorten Regenreifen zu bauen.

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