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Safety-Car-Streit: Neue Regeln ab Silverstone

Kleine Änderung statt Revolution

Mercedes SLS - F1 Safety-Car 2010 Foto: xpb 31 Bilder

Am Mittwoch (7.7.) trafen sich in Silverstone Vertreter der zwölf Formel 1-Rennställe mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Es ging um das Safety-Car-Chaos in Valencia. Die Expertengruppe beschloss kleine Änderungen aber keine Revolution, um Ungerechtigkeiten auszuschließen.

08.07.2010 Michael Schmidt

Formel 1-Fans müssen die Safety-Car-Regel nicht neu lernen. Grundsätzlich bleibt alles beim Alten. Wenn sich das Safety-Car in Marsch setzt, darf an die Boxen gefahren werden. Fährt das Feld an den Boxen vorbei, wird die Ampel an der Boxenausfahrt auf Rot geschaltet. Wer aber wie Ferrari in Valencia das Pech hat, dass einem das Safety-Car und das Medical-Car direkt vor die Nase fahren, während der Rest des Feldes sein Tempo weitgehend selbst bestimmen kann, dem wird geholfen.

Countdownzeit wird auf Safety-Car-Niveau verlangsamt

Ab sofort wird die sogenannte Countdownzeit für alle Fahrzeuge auf der Strecke der Geschwindigkeit des Safety-Cars angepasst. Bislang lag sie für jene Fahrer, die nicht direkt hinter dem Safety-Car lagen bei 120 Prozent des Renntempos, also deutlich schneller als das der Mercedes SLS mit Bernd Mayländer am Steuer schaffen könnte.

Die Countdownzeit ist jene Zeitspanne, die ein Fahrer ab dem Beginn der Safety-Car-Phase bis zur nächsten Passage der Boxeneinfahrt einzuhalten hat. Sie berechnet sich aus seiner Position auf der Strecke und dem Weg bis zur Boxeneinfahrt. Diese Zeit wird jedem Fahrer sofort individuell auf dem Display am Lenkrad eingespielt. Er kann so ganz einfach ablesen, ob er zu schnell oder zu langsam ist.

Strafen sollen schneller ausgesprochen werden

Bislang entsprach die Countdownzeit 120 Prozent des Renntempos. Das wird jetzt exakt dem Tempo angepasst, das vom Safety-Car angeschlagen wird. Somit hat keiner einen Vor- oder Nachteil, egal ob er direkt hinter dem Safety-Car liegt oder freie Fahrt hat. Eine kleine Ausnahme gibt es. Die Regel gilt nicht für Fahrer, die sich in einem Bereich von 200 Metern vor der Boxeneinfahrt befinden. Für sie wäre es praktisch unmöglich auf dem kurzen Weg ihre Geschwindigkeit dem des Safety-Cars anzupassen. In Valencia hätte das für Robert Kubica und Jenson Button gegolten.

Außerdem versprach Charlie Whiting den Teammanagern, dass Strafen in Zukunft schneller ausgesprochen werden. Countdown-Sünder werden demnach noch während des Rennens bestraft. Die moderne Technik lässt es zu, die Geschwindigkeitsüberschreitung sofort abzulesen. Die Sportkommissare sind angewiesen, sofort zu handeln.

Keine Mehrheit für Schließung der Boxengasse

Auch ein Lewis Hamilton kommt nicht mehr wie in Valencia mit einem blauen Auge davon. Bislang lag bei einem schweren Unfall als Auslöser einer Neutralisation das Problem darin, dass die Rennleitung zuerst mit der Absicherung des Unfallorts beschäftigt ist und sich um die Beweissicherung bei strittigen Fällen nicht kümmern kann. So geht zu viel Zeit verloren. In Valencia waren das fast zehn Minuten. "Jetzt geben wir die Untersuchung des Falls sofort an die Sportkommissare weiter, die mit der Unfallabsicherung nichts zu tun haben", sagt Charlie Whiting. "Das spart Zeit."

Diskutiert wurde auch, bei einem Safety-Car-Einsatz die Boxengasse komplett zu sperren oder in dieser Zeit Reifenwechsel zu verbieten. Es fand sich aber keine Mehrheit. Vom Tisch ist das Thema aber nicht. Es kommt für 2011 noch einmal auf die Agenda. Auch der Vorschlag der FIA die Ampel am Boxenausgang generell auf Grün zu schalten.

Streitfälle darüber, wer sich dann wo einfädelt, soll es schon ab dem GP England nicht mehr geben. Die Safety-Car-Linien 1 und 2 werden ab sofort mit Kameras überwacht. Die Fahrer auf der Strecke können anhand von Schildern am Streckenrand erkennen, wo sich die Linie befindet. Somit gibt es keine Ausreden mehr.

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