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Sainz kritisiert Stallregie

"Ich weiß jetzt, wie Max tickt"

Carlos Sainz - Toro Rosso - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 24. September 2015 Foto: xpb 85 Bilder

Die Stallregie von Toro Rosso in Singapur wirkte bis Japan nach. Während Max Verstappen seine Befehlsverweigerung relativierte, geht Carlos Sainz in die Offensive. Er hat in zwei Fällen den Teamplayer gespielt und hätte das gleiche von seinem Teamkollegen erwartet.

24.09.2015 Michael Schmidt

Max Verstappen war der große Gewinner in Singapur. Zuerst weigert sich der 17-jährige Holländer der Stallregie seines Teams Folge zu leisten, dann bekommt er auch noch Lob von seinem Teamchef und räumt dabei noch 4 Punkte für den achten Platz ab. Teamkollege Carlos Sainz landete einen Rang hinter ihm.

Die Verweigerung der Ansage brachte Verstappen im Zirkus viel Respekt ein. Tenor: "Ganz schön cool, der Bursche." Im Rückblick relativierte das Wunderkind seine Entscheidung: "Wenn man mich am Funk besser informiert hätte, wäre es vielleicht eine andere Geschichte gewesen."

Der Vorfall hat das Betriebsklima nicht belastet. "Zwischen Carlos und mir ist alles wie immer", wiegelte Verstappen ab. Sainz hat den Vorfall auch zu den Akten gelegt. "Es ist alles besprochen." Mit dem Team. Verstappen und Sainz haben sich allerdings noch nicht über die Singapur-Affäre unterhalten.

Sainz ist zuerst Teamplayer

Sainz fühlt sich von der missglückten Stallregie ein bisschen hintergangen. "Mein Reifen waren 4 Runden frischer als die von Max. 17 Runden vor Schluss hat mein Renningenieur gesagt, dass ich jetzt 10 Runden lang die Reifen schonen soll. Es würde sich zum Schluss auszahlen. Dann bekam ich den Befehl aufzuschließen, und eigentlich habe ich erwartet, dass ich meine Chance bekommen sollte, Perez anzugreifen. Es ist aber nichts passiert, und wir alle wissen warum."

Der 21-jährige Spanier hat eine grundsätzlich andere Einstellung zum Thema Stallregie als sein Stallrivale. "Du musst bis zu einem gewissen Grad an dich denken. Aber langfristig ist es besser, dass du auf dein Team hörst. Ich bin zuerst Teamplayer, denn die haben mich dorthin gebracht, wo ich heute bin. Wenn ich meinem Team den Rücken zudrehe, bekomme ich irgendwann ein Problem. Bis jetzt ist der Moment noch nicht gekommen, an dem ich nur auf mich geschaut habe."

Sainz lässt Verstappen zwei Mal vorbei

Die Lehre daraus: "Ich weiß jetzt, wie Max tickt. Und ehrlich gesagt: Ich habe es auch so erwartet." So unterschiedlich wie die Reaktion der Toro Rosso-Junioren auf der Rennstrecke, ist auch der Einfluss der Väter. "Mein Dad hätte mir in die Eier getreten, wenn ich nachgegeben hätte", meinte Verstappen. Sainz lächelt milde: "Mein Vater würde mir nirgendwo hintreten. Er lässt mich ohne Druck reifer werden." Der frühere Rallye-Weltmeister Sainz senior ist ein Gentleman.

Der Sohn offenbar auch. Sainz verrät, dass er in dieser Saison bereits zwei Mal im Dienste des Teams gehandelt hat. "Im letzten Stint in Malaysia habe ich Max vorbeigelassen. Die Welt hat sein tolles Überholmanöver gefeiert. In Monte Carlo das gleiche. Er war auf den weichen Reifen unterwegs, und ich habe Platz gemacht. Ich habe mich an meinen Teil der Abmachungen gehalten."

Der letztjährige Meister der Renault-Weltserie hast deshalb auch wenig Verständnis für Verstappens Entschuldigung, ihm wäre der Plan von Singapur am Funk nicht erklärt worden. "Wenn er sich nicht sicher war, was passieren soll, würde ich es verstehen. Aber wir hatten im Vorfeld oft Diskussionen über diese Konstellation. Er hätte es wissen sollen."

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