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Sainz von Bremsdefekt gestoppt

"Eines Tages kriege ich, was ich verdiene"

Carlos Sainz - GP Russland 2015 Foto: Red Bull 23 Bilder

Carlos Sainz war einer der Helden des GP Russland. Einen Tag nach seinem schweren Trainingsunfall fuhr der 21-jährige Spanier auf Punktekurs. Ein Defekt an den Bremsen brachte den Toro Rosso-Pilot um eine echte Sternstunde.

15.10.2015 Michael Schmidt

Am Samstagmittag lag Carlos Sainz im Krankenhaus. Kurz zuvor war er am Ende der Gegengeraden mit 150 km/h in die Absperrungen gekracht. Abends um acht Uhr wurde der Unfallpilot aus dem Krankenhaus entlassen. Am nächsten Morgen stand er im Fahrerlager, passierte in Rekordzeit den Medizincheck und ging vom letzten Platz aus mit repariertem Unfallauto und neuem Motor in das Rennen.

Schon die Tatsache, dass der Toro Rosso-Pilot überhaupt an diesem Grand Prix teilnahm war ein kleines Wunder. Aber es kam noch besser. Ab der 35. Runde tauchte er an siebter Stelle auf. Sainz zählte zu den vier Fahrern, die in der 12. Runde ihren Boxenstopp absolviert hatten. Er lag knapp zehn Sekunden vor Daniil Kvyat, der später auf Platz 5 landete.

"Und meine Reifen waren noch so gut, dass ich immer schneller wurde", erzählte er nach dem Rennen. Tatsächlich war die vorletzte Runde vor seinem Ausfall seine schnellste. Teamberater Helmut Marko lächelte: "Und Pirelli hat uns vor dem Rennen noch gesagt, dass es unmöglich ist, mit einem Reifensatz so lang zu fahren."

Sainz-Bremsen im Windschatten überhitzt

Sainz war auf gutem Weg sich unsterblich zu machen, als in der 45. Runde links vorne die Bremse schlappmachte. Der Spanier drehte sich zwei Mal, zuletzt exakt in der Kurve, in der er 24 Stunden zuvor seinen schweren Unfall hatte.

Das Bremsproblem deutete sich schon früher an. "Sie haben im Windschatten von Ricciardo überhitzt und kamen nie mehr richtig zurück. Ich musste in den beiden harten Bremszonen immer früh vom Gas und vorsichtig auf die Bremse. Dabei wäre mir fast der linke Fuß eingeschlafen." Möglicherweise haben Gummischnipsel die Bremsbelüftungsschächte verstopft.

Acht Runden vor Schluss war endgültig Schluss. Sainz lobte das Team: "Die Jungs haben einen tollen Job gemacht, mein Unfallauto wieder aufzubauen. Es war in einem perfekten Zustand." Dann meinte er zu Marko noch: "Eines Tages kriege ich die Punkte, die ich verdiene." Für den 21-Jährigen aus Madrid war es bereits der sechste technisch bedingte Ausfall in dieser Saison. Und meistens lag er in aussichtsreicher Position.

Verstappen fuhr mit beschädigtem Auto

Auch Teamkollege Max Verstappen hatte Pech. Der Holländer fing sich einen Streifschuss ein, als sich Nico Hülkenberg in der zweiten Kurve durch Feld drehte. Der Reifenschaden zwang ihn zu einem frühen Boxenstopp und einer Zweistopp-Strategie. Außerdem wurden bei der Kollision mit dem Force India der Unterboden und die Hinterradaufhängung beschädigt.

Verstappen kämpfte wegen des Abtriebsverlustes im Heck mit hohem Reifenverschleiß. "Das Auto hat sich nicht so benommen wie es sollte, aber wir wollten die Hoffnung auf Punkte nicht wegschmeißen." Es lohnte sich. Verstappen kam zwar als Elfter ins Ziel, bekam dann aber doch einen Punkt geschenkt, weil Fernando Alonso fünf Sekunden zu seiner Rennzeit addiert bekam.

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