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Sao Paulo

Kein Tag für Hasardeure

Foto: Ferrari 53 Bilder

Beim letzten Grand Prix des Jahres in Sao Paulo haben einige Fahrer hoch gepokert. Doch für die wenigsten Hasardeure lohnte sich das Risiko und der Einsatz.

07.11.2008 Michael Schmidt

Der Regenschauer vor dem Start machte jede vor dem Rennen geplante Strategie zur Makulatur. Da die Strecke schnell abtrocknete war klar, dass jeder umdisponieren musste. Bis Runde 11 hatte jeder Pilot seinen ersten Boxenstopp hinter sich - um Trockenreifen abzuholen.

Sebastian Vettel wurde mit einer Dreistoppstrategie immerhin Vierter. Toro Rosso hatte sich dazu kurzfristig entschieden, um Vettel vor Fernando Alonso zu halten. Nach dem Rennen meinte Teamchef Franz Tost. "Hätten wir den zweiten Turn auf normale Länge ausgelegt, wären wir vielleicht Dritter geworden."

Timo Glock blieb trotz der drohenden Regenwolken zum Schluss mit Trockenreifen auf der Bahn. Hier lohnte sich das Risiko. Der Toyota-Pilot sprang von Platz sieben auf sechs. "Hätten wir das gleiche gemacht wie alle anderen, wäre Timo Siebter geblieben", antwortete Teammanager Richard Cregan auf Kritiker, die Glock vorwarfen, er hätte mit seinem Poker das WM-Duell zugunsten von Hamilton entschieden.

Regenreifen-Poker geht nicht auf

Honda versuchte mit der extremsten Taktik zum Saisonende noch zu Punkten zu kommen. Jenson Button wurde auf drei Stopps gesetzt, Rubens Barrichello auf zwei. Beide machten Plätze gut, blieben aber im Mittelabschnitt im Verkehr hängen. Als am Ende Regen drohte, pokerte Teamchef Ross Brawn erneut. Er schickte beide Fahrer mit echten Regenreifen auf die Bahn, in der Hoffnung, dass es zu einem Wolkenbruch kommt, bei dem die Intermediates überfordert sein würden. Es kam nicht dazu. Erst nach dem Rennen öffnete sich der Himmel so, wie es Honda erhofft hatte. Button wechselte zurück auf Intermediates, Barrichello fügte sich in sein Schicksal, blieb mit den völlig ungeeigneten Regenpneus draußen und sackte auf Platz 15 ab.

Auch Sebastien Bourdais, Giancarlo Fisichella und Adrian Sutil hatten umsonst auf die Extremwetterreifen gesetzt. Der abschließende Regenschauer war zu schwach, um aus der riskanten Reifenwahl Kapital zu schlagen. Force India war auch im Mittelabschnitt einen alternativen Weg gegangen. Man rüstete beide Fahrer mit Trockenreifen der Marke "soft" aus.

Regen rettet Renault

Alle andere ließen nach den Erfahrungen des Trainings die Finger davon. "Die weiche Mischung war für uns völlig unbrauchbar, weil sie so stark gekörnt hat. Wir waren froh, dass der Regen am Anfang die Reifenregel aufgehoben hat, wonach man jede Mischung mindestens einmal fahren muss", erzählte Renault-Ingenieur Pat Symonds.

Für Force India zahlte sich die Taktik zeitweise aus. Fisichellas Auto wurde bereits in der Safety-Car-Phase in der zweiten Runde auf die weichen Trockenreifen umgerüstet. Auf der teilweise noch feuchten Piste bauten sie mehr Haftung auf als der härtere Reifentyp. Fisichella fuhr bis zur 36. Runde in den Punkterängen. "Wir durften das halbe Rennen von unseren ersten Saisonpunkten träumen. Leider hat uns ein technisches Problem aus den Träumen gerissen", bedauerte Teambesitzer Vijay Mallya. Fisichella verlor beim Reifenwechsel viel Zeit wegen einer defekten Kupplung.

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