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Saubers 21. Formel 1-Saison

Beginn einer neuen Ära

Hülkenberg Kaltenborn Gutierrez Sauber C32 Präsentation 2013 Foto: dpa 46 Bilder

Sauber geht 2013 in seine 21. Formel 1-Saison. Zum ersten Mal stand bei der Präsentation Monisha Kaltenborn als Teamchef Rede und Antwort. Peter Sauber saß bei der Enthüllung des C32 nur im Publikum. Fahrerisch liegt die ganze Last aud Nico Hülkenberg.

02.02.2013 Michael Schmidt

Sauber ist nach Ferrari, McLaren und Williams das viertälteste Team der Formel 1. Der Startschuss fiel 1993 mit dem GP Südafrika. Einige werden jetzt einwerfen, dass es Lotus doch schon viel länger gibt, aber sind wir mal ehrlich: Das mit Lotus ist ein Etikettenschwindel. Der heutige Rennstall hat mit dem alten Team von Colin Chapman nichts zu tun.

Sauber dagegen hat seine Identität behalten, auch wenn der Teamchef jetzt nicht mehr Peter Sauber sondern Monisha Kaltenborn heißt. "Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass mir Peter über die Schulter schaut", sagte Saubers First Lady mit einem Lächeln. "Der Druck auf meinen Schultern ist dieses Jahr sicher ein bisschen größer als auf denen von Peter." Der Gründer des Rennstalls zählte noch nicht einmal zu den Rednern. "Ich bin hier nur Gast", wehrte Peter Sauber ab.

Sauber zeigt Mut zum Risiko

Sauber hat sich mit einem mutigen Auto weit aus dem Fenster gelehnt. Es ist eine Flucht nach vorne, denn nur gute Resultate sichern dem Schweizer Rennstall die Existenz. Man hat keinen Milliardär im Hintergrund, nur Sponsorgeld aus Mexiko. So ist auch die Verpflichtung von Esteban Gutierrez zu verstehen. Als Dank für eine Partnerschaft, die nun schon in ihr drittes Jahr geht. "Sponsoren zu haben ist keine Selbstverständlichkeit", bekräftigt Kaltenborn. Im letzten Jahr konnte Sauber das Vertrauen der Partner durch den sechsten Platz in der Konstrukteurs-WM und vier Podiumsplatzierungen zurückzahlen.

Damit das dieses Jahr fortgesetzt wird, haben die Ingenieure ihr Heil im Mut zum Risiko gesucht. Chefdesigner Matt Morris macht eine Ansage: "Wenn die Regeln stabil bleiben, kannst du entweder auf Bewährtem aufbauen oder dort forschen, wo andere vielleicht nicht nach Verbesserungen suchen. Wir glauben, dass wir im Bereich der Seitenkästen einen entscheidenden Fortschritt gemacht haben. Nur durch Innovation kannst du aus stabilen Regeln ausbrechen."

Neue Pirelli-Reifen ein Geschenk für Sauber

Die Reifenentwicklung von Pirelli könnte Sauber helfen. Das Auto war schon im letzten Jahr ein Reifenflüsterer. Diese Qualität wird noch wichtiger bei Reifen, die noch schneller abbauen sollen. "Es sieht so aus, dass uns Pirellis aggressive Politik entgegenkommt", hofft Morris.

Monisha Kaltenborn will noch keine Aussage darüber treffen, ob Sauber in diesem Jahr wieder mit den alten Bekannten um Platz sechs kämpft oder sogar die Top-Teams ärgern kann. "Wir wissen bis jetzt nur, wie gut unser eigenes Auto ist. Der Logik nach müssten die Autos enger zusammenrücken, weil das Reglement über den Winter stabil geblieben ist. Das könnte eine Chance sein, aber jede weitere Prognose wäre reine Spekulation."

Nico Hülkenberg sieht keinen Grund, warum man in der Tabelle nicht höher klettern sollte. "Ich hoffe, dass wir das eine oder andere Top-Team ärgern können. Podiumsplätze, vielleicht sogar ein Sieg, das wäre ein Traum. Ich will aber nicht zu viel versprechen. Erst einmal müssen wir in diese Saison hineinkommen."

Kaltenborn kämpft für den Sparkurs

Sauber ist solide finanziert aber trotzdem nicht auf Rosen gebettet. Deshalb will Monisha Kaltenborn auch weiter für die Einhaltung des Sparkurses kämpfen. "Es ist egal, ob die Teams die Ressourcenbeschränkung kontrollieren oder die FIA. Wichtig ist, dass sie funktionieren und auch respektiert werden. Die Leute müssen verstehen lernen, dass wir nicht mehr so tun können, als gäbe es keine Wirtschaftskrise."

Sollte das Feld tatsächlich enger zusammenrücken, dann werden die Fahrer den entscheidenden Unterschied ausmachen. Sauber hat sich mit Nico Hülkenberg eine Konstante gesichert. Dafür ist Neuling Esteban Gutierrez das große Fragezeichen. Auch Matt Morris hebt auf die Bedeutung des Fahrers ab. "Mit Nico haben wir eine feste Größe. Er setzt das um, was ihm das Auto erlaubt. Da wurden wir im letzten Jahr von unseren Fahrern ein paar Mal im Stich gelassen." Kaltenborn charakterisiert Hülkenberg so: "Er ist ein effizienter Fahrer. Nico nutzt seine Chance, und er bringt das Auto auch heim."

Sauber C32 als Kampfansage an die Konkurrenz

Noch ist der Anblick des langen Blonden in seinem grauweißen Overall etwas ungewohnt. Nach zwei Jahren Force India hatte man sich an ein bunteres Outfit gewohnt. Hülkenberg fühlt sich in der neuen Umgebung schon wohl, auch wenn er einschränkt. "Die Stresssituatuionen an der Rennstrecke kommen noch. Da müssen das Team und ich noch Erfahrungen in der Zusammenarbeit sammeln."

Das erste Gefühl jedenfalls ist gut. "Sauber ist mit dem Auto einen aggressiven Weg gegangen. Das ist eine Ansage, und das gefällt mir." Die Umgebung ist jetzt eine neue. Vom britisch-unterkühlten Williams-Team über die indisch angehauchte Lockerheit bei Force India zu einem Schweizer Rennstall, der 21 Jahre durch Bodenständigkeit gepunktet hat. Hülkenberg fasst seine neue Heimat mit drei Worten zusammen: "Konzentriert, präzise, zielstrebig."

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