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Sauber-Ärger am Nürburgring

Hülkenberg vom Safety-Car betrogen

Nico Hülkenberg - GP Deutschland 2013 Foto: Sauber 32 Bilder

Sauber hat wieder einen Punkt geholt. Zum zweiten Mal in Folge wurde Nico Hülkenberg Zehnter. Alle im Team hatten nach dem starken Training das Gefühl, dass es diesmal mehr Punkte hätten sein müssen. Doch für beide Sauber-Piloten kam das Safety-Car zur falschen Zeit.

08.07.2013 Michael Schmidt

Bei Sauber geht es aufwärts. Endlich. Noch nicht in großen Schritten, aber doch so, dass man aus eigener Kraft in die Top Ten der Qualifikation und im Rennen in die Punkteränge fahren kann. Nico Hülkenberg wurde zum zweiten Mal in Folge Zehnter.

Während die Sauber-Truppe in Silverstone noch froh über den letzten WM-Punkt war, hatten am Nürburgring alle das Gefühl, dass diesmal mehr möglich gewesen wäre. Immerhin lag Hülkenberg in der 16. Runde bereits auf Platz vier, hatte den vor ihm fahrenden Jenson Button im Visier und den hinter ihm drängelnden Nico Rosberg im Griff.

Die Strategie, mit harten Reifen ins Rennen zu starten und dafür zwei Startplätze herzuschenken, schien aufzugehen. Während Fernando Alonso mit einer ähnlichen Taktik bereits in Runde 12 seine Medium-Reifen tauschte, hielt Hülkenberg mit respektablen Rundenzeiten bis zur 17. Runde durch.

Safety-Car kam zum dümmsten Zeitpunkt

Der erste Reifenwechsel warf den Rheinländer auf Rang 12 zurück. Innerhalb von vier Runden tauchte der Sauber wieder in den Punkterängen auf. Als in der 24. Runde das Safety-Car wegen des irrlaufenden Marussias ausrückte, half das all jenen Fahrern, die früh ihren ersten Boxenstopp abgespult und zu diesem Zeitpunkt ihren zweiten Stopp geplant hatten.

Für Nico Hülkenberg und Esteban Gutierrez nützte ein Stopp in der Safety-Car-Phase dagegen nichts, weil ihre letzten Reifenwechsel zu knapp zurücklagen. Bei Hülkenberg sieben, bei Gutierrez zwei Runden. "Bei Nico fiel das Safety-Car genau in die Mitte seines Stints. Hätten wir ihn reingeholt, hätte er danach trotzdem noch zwei Mal stoppen müssen, weil wir ja noch unseren weichen Reifen bringen mussten", ärgerte sich Teammanager Beat Zehnder.

Zwei Runden vor Schluss an di Resta vorbei

Die Boxenstopps während der Neutralisation brachten Hülkenberg zwar kurzfristig auf Platz 6, hatten aber den Nachteil, dass er bei seinem zweiten Stopp in der 37. Runde weit ins Feld zurückfiel. Wegen der unterschiedlichen Strategien hatte er seine direkten Gegner Nico Rosberg, Paul di Resta und Pastor Maldonado nicht immer im Blickfeld.

Der Kampf gegen Rosberg ging verloren, weil der Mercedes-Pilot nach seinem dritten Stopp eine extrem schnelle Runde drehte. Maldonado fiel nach einem total verpatzten Reifenwechsel aus der Gruppe raus. Und di Restas Rechnung, ab der Safety-Car-Phase mit einem Reifensatz durchzufahren, ging nicht auf. Zwei Runden vor Schluss verlor der Schotte den zehnten Platz an Hülkenberg.

Der lange Blonde blickte mit gemischten Gefühlen auf das Rennen zurück. "Ich hatte gehofft mit den McLaren mithalten zu können, aber die waren ein Tick zu schnell für mich. Im Rennen hat das Auto nicht ganz so gut gelegen als ich es mir ausgerechnet hatte." Zehnder ergänzte: "Nico steckte meistens im Verkehr. Maldonado hat ihn lange aufgehalten. Deshalb haben die Reifen stark nachgelassen."

Sauber findet Trick mit der Abstimmung

Trotzdem lief der Sauber besser als bei den letzten Rennen. Zum einen halfen die hohen Temperaturen, zum anderen ein Abstimmungstrick. Gutierrez hatte ihn am Freitag ausprobiert und war begeistert. Hülkenberg übernahm das Setup und fand ebenfalls lobende Worte. "Das Heck liegt viel stabiler."

Chefingenieur Tom McCullough verriet, dass man mit der Abstimmung extreme Wege eingeschlagen hatte und dabei fündig wurde. Die Aerodynamik-Balance wurde mehr Richtung Heck verlagert, dafür vorne der mechanische Grip erhöht.

Beim GP Ungarn soll es noch besser werden. Die Rückkehr zu den 2012er Reifenkonstruktionen erlaubt es, an der Vorderachse tiefer zu fahren. "Das hilft uns mehr als anderen", hofft Hülkenberg. Dazu kommt das letzte Upgrade, von dem sich die Sauber-Ingenieure einen weiteren Ruck nach vorne versprechen. Jetzt müssten nur noch die Finanzprobleme gelöst werden. Das aber ist der schwierigere Teil der Aufgabe.

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