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BMW Sauber-Bewerbung

BMW Sauber bewirbt sich um den 13. F1-Platz

Peter Sauber Foto: dpa 104 Bilder

Gibt es doch noch Hoffnung für Hinwil? Das BMW-Sauber F1-Team hat sich auf die Bewerberliste für den 13. Platz in der Formel 1-WM 2010 gesetzt und damit die letztmögliche Gelegenheit wahrgenommen, zumindest formal noch in der Formel 1 zu bleiben.

18.08.2009 Michael Schmidt

Es war ein Akt in letzter Minute. Am Montag (17.8.) war in Paris Anmeldeschluss für die Interessenten für den letzten Platz in der Teilnehmerliste der Formel 1-WM 2010. Seit dem Rückzug von BMW ist dieser Platz vakant. Der Weltverband hatte daraufhin die offene Stelle neu ausgeschrieben, um denen eine zweite Chance zu geben, die bei der ersten Bewerbung abgeblitzt waren. Natürlich konnte sich auch ein potenzieller Nachfolger für das BMW-Sauber Team einschreiben. Jetzt liegt der Ball bei der FIA. Sie muss sich für einen Kandidaten entscheiden.

Man munkelt, dass auch Prodrive, das spanische Epsilon Euskadi-Team und Brabham eine zweite Chance gesucht haben. Selbst wenn die FIA der Bewerbung von Sauber eine Chance gibt, muss noch eine weitere Hürde übersprungen werden. Das Team wäre auch mit einer Zusage der FIA noch nicht automatisch Mitglied im Concorde Abkommen. Das aber ist eine zwingend notwendige Voraussetzung, um einen Käufer zu finden. Denn nur wer Mitglied im Club ist, partizipiert an Bernie Ecclestones Ausschüttungen.

Letzte Möglichkeit für das BMW-Sauber F1 Team

Das BMW-Sauber F1-Team nimmt mit seiner Bewerbung formal die letzte Chance wahr, an der nächstjährigen Weltmeisterschaft teilzunehmen. Bei einem Besitzerwechsel müsste der Rennstall natürlich einen neuen Namen bekommen. Hätten Peter Sauber und BMW den Termin verstreichen lassen, wäre das der Sargnagel für den Rennstall aus Hinwil gewesen. Die Bewerbung um den 13. Platz ist aber noch nicht der Beweis dafür, dass das Team bereits verkauft worden ist. Es ist aber immerhin ein Indiz dafür, dass ein ernsthaftes Übernahmemodell zusammengeschnürt wurde.

Um wen es sich bei den Interessenten an dem deutsch-schweizer Unternehmen handelt, darüber kann nur spekuliert werden. Peter Sauber hatte für seinen ersten Kaufversuch eine Reihe Schweizer Investoren für seinen Rettungsplan gewinnen können. Doch die Summe reichte nicht aus. Ein möglicher Übernahmekandidat wäre Hauptsponsor Petronas. Der malayische Ölkonzern sitzt bei Sauber seit 1995 im Boot, also zu einer Zeit, als es bei BMW noch keinerlei Formel 1-Ambitionen gab. Die Ehe mit dem Sauber-Team besteht erst seit 2006. Petronas war Sauber gegenüber immer loyal. Und es gab mehr als einen Abwerbeversuch von seiten der Konkurrenz.

BMW in der Kritik

BMW war wegen seiner Blockadepolitik gegenüber einem Verkauf des Teams in die Kritik geraten. Die Schweizer Medien feuerten schwere Breitseiten gegen den Münchener Konzern ab. Nicht wegen des erklärten Rücktritts, sehr wohl jedoch, weil man ein Angebot von Ex-Besitzer Peter Sauber abgelehnt hatte. Die Konzernleitung forderte einen höheren Preis. Angeblich wollte BMW zuletzt noch 100 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 65 Millionen Euro, für den Rennstall. In wirtschaftlich klammen Zeiten ist das eine utopische Summe. Man konnte sich ausrechnen, dass der Nachlass in Hinwil unter diesen Bedingungen unverkäuflich ist.

BMW würde das Stilllegen seiner Schweizer Filiale kaum etwas kosten. Das Schweizer Arbeitsrecht sieht Abfindungen nicht vor. Die 420 Mitarbeiter in Hinwil stünden bei einer Kündigungsfrist von drei Monaten ohne Perspektive auf der Straße. Bei Honda lag der Fall im Winter noch anders. Wer in England eine Firma von heute auf morgen zusperrt, muss viel Geld in die Auflösung der Arbeitsverträge in die Hand nehmen. Im Fall von Honda wäre das eine dreistellige Millionensumme geworden. Da war es am Ende billiger, Ross Brawn den Rennstall für ein symbolisches Pfund zu schenken.

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