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Formel 1: Sauber-Piloten: "Regelmäßig WM-Punkte sind Pflicht"

Sauber C29 2010

Die neuen Sauber-Piloten nehmen den Mund ganz schön voll. Beide wollen regelmäßig WM-Punkte sammeln. Pedro de la Rosa sagte bei der Präsentation des neuen C29 sogar: "Ich wäre enttäuscht, wenn ich nicht regelmäßig in die Punkte fahren kann."

Pedro de la Rosa steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Der langjährige McLaren-Testpilot ist auch kein Mann großer Sprüche. Und trotzdem lehnte sich der 38-jährige Spanier bei der Sauber-Präsentation weit aus dem Fenster: "Ich wäre enttäuscht, wenn ich nicht regelmäßig in die Punkte fahren kann."

Das saß. Natürlich könne er seinen Optimismus noch nicht an Rundenzeiten festmachen, aber was er in der letzten Woche bei seinem neuen Team gesehen habe, das hat ihn überzeugt: "Als ich die Sauber-Fabrik zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich: Das ist ein ernsthaftes Team."

Für Pedro de la Rosa gab es in diesem Jahr nur Alles oder Nichts. Er wollte kein weiteres Jahr als Testpilot bei McLaren dranhängen, "denn zum Schluss war ich ein Testfahrer ohne Testfahrten. Das wollte ich nicht mehr. Mit den aktuellen Testrestriktionen ist diese Rolle uninteressant geworden." Deshalb setzte sich der Mann, der in 72 Rennen 29 WM-Punkte gesammelt hat, ein Ultimatum: "Ich wusste, dass es für mich kein Zurück in ein Renncockpit mehr geben würde, wenn ich es diesmal nicht schaffen würde."

Erfahrung als Entwickler

Dann macht er Werbung für sich selbst: "Die Jahre als McLaren-Testfahrer haben aus mir einen kompletteren Rennfahrer gemacht. Ich glaube, dass ich Sauber helfen kann. Als Testfahrer bei McLaren habe ich gelernt, die Probleme eines Rennautos aufzudecken. Ich kann sie nicht lösen, aber ich kann den Ingenieuren sagen, wo die Probleme sind."

Trotz seiner Erfahrung glaubt de la Rosa nicht an den Vorteil des Alters, wenn es darum geht, ein Auto ohne Tankstopp über die Distanz zu bringen: "Die Erfahrung wird kein entscheidender Faktor sein, sich auf das neue Rennformat ohne Tankstopps einzustellen. Alles hängt davon ab, wie gut du dich an neue Situationen anpassen kannst. Egal ob du jung oder alt, erfahren oder nicht erfahren bist"

Kobayashi kein typischer Japaner

Sein neuer Teamkollege ist 23 Jahre jung. Das erste Aufeinandertreffen fand beim GP Japan letzten Jahres statt, natürlich nichts ahnend, was die beiden einmal zusammenführen würde. "Ich habe mit Kamui zu Abend gegessen. Damals hätte ich nie gedacht, dass er mal mein Teamkollege werden könnten. Aber so spielt das Leben. Ich glaube, wir sind eine gute Mischung: Zwei Generationen, zwei Kulturen."

Kobayashi ist nicht der typische Japaner. Er lebt in Paris, hasst Sushi, zog gerne durch Discos und redet wie ein Buch. Irgendwie erinnert er mit seinem Humor an den früheren Formel 1-Piloten Ukyo Katayama. Als Kobayashi gefragt wurde, ob er auch andere Angebote hatte, grinst er: "Ich hatte sie, aber darf ich die Namen nennen?" Sein Manager winkte besorgt ab. Darauf Kamui: "Ich wäre ja gerne offen zu Euch, aber wir ihr seht, habe ich Redeverbot."

Vorbereitung auf Sauber-Debüt

Auch Kobayashi redet von WM-Punkten. Dass er einmal der erste Japaner mit einem GP-Sieg sein könnte, daran will er nicht denken: "Das ist noch viel zu weit weg." Die anstehenden Testfahrten sind fast schon Luxus für ihn: "Als ich für die letzten zwei Rennen 2009 bei Toyota eingesprungen bin, habe ich das ohne einen Testkilometer getan. Jetzt kann ich mich mit ausgiebigen Testfahrten auf mein Debüt bei Sauber vorbereiten." Und noch etwas hat der Japaner vor. "Ich will in die Schweiz in die Nähe der Fabrik ziehen." Sein Teamkollege hat es schon vorgemacht. Pedro de la Rosa lebt seit Jahren in Zürich.

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Michael Schmidt

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