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Sauber C34 für 2015 im F1-Technik-Check

Neuer Look und neue Technik

Sauber C32 - Technik-Check - Formel 1 - 2015 Foto: xpb 25 Bilder

Sauber hat 2014 eine Null-Punkte-Saison hinter sich. Mit dem C34 soll endlich die Wende gelingen. Das Auto geht nicht nur optisch stark verändert an den Start. Auch unter der Haube hat sich viel getan, wie unser detaillierter Technik-Check zeigt.

18.02.2015 Michael Schmidt

Sauber steckt die Saison 2014 noch in den Knochen. Null Punkte, das gab es in 22 Jahren Formel 1 noch nie. In diesem Jahr sind WM-Punkte Pflicht. Da im Cockpit weder ein Alonso noch ein Vettel sitzt, muss es das Auto richten.

Oberstes Gebot: Die Technik muss standfest sein und den Fahrern Vertrauen geben. 2014 legte Sauber mit 9.056 Kilometern die geringste Distanz der noch verbleibenden Formel 1-Teams zurück. Sieben Defekte und neun Unfälle trübten die Bilanz. Viele der Ausrutscher wurden dadurch provoziert, dass das Vorjahresauto schwer zu fahren war.

Die wichtigsten Vorgaben wurden offensichtlich erfüllt. Marcus Ericsson und Felipe Nasr legten in der ersten Testwoche von Jerez zusammen 1.691 Kilometer zurück. Nur Mercedes schaffte mehr. Ericsson verzeichnete zwei kleine Abflüge. Aber am Auto blieb alles heil.

Beide Fahrer berichteten, dass ihr Auto gut reagiert. Die Maßnahmen in Bezug auf die Reduzierung des Gewichts, die Verbesserung der Bremsstabilität und dem Speed in langsamen Kurven zeigte Wirkung. Dabei hilft auch ein deutlich verbesserter Ferrari-Motor. Er ist fahrbarer und stärker als das Vorjahresmodell.

Das fiel uns auf

Der Sauber C34 liegt vom Radstand her zwischen den Extremen, also dem Mercedes und dem Lotus. Trotzdem sind die Seitenkästen erstaunlich kurz. Das schafft Platz zu den Vorderrädern. Unter dem vorderen Bereich des Chassis ist relativ viel Luft zur Straße. Mehr jedenfalls als bei Williams, Toro Rosso oder McLaren.

Trotzdem wirkt der Sauber in der Seitenansicht wuchtig. Das liegt vor allem an den Seitenkästen, die sich erst spät absenken, und dann auch nicht auf das Niveau eines McLaren oder Toro Rosso. Der Bauch, den die Seitenteile im Bereich der Motorabdeckung auf der Oberseite bilden, lässt das Auto hinten breit erscheinen. Da kann ein Williams, der die Seitenteile einfach schräg abfallen lässt, zumindest optisch mehr punkten.

Die Frontpartie - lange Nase bleibt

Die Nase ist so lang wie bei Ferrari und McLaren, hat aber eine Tropfenform, die an den Schnabel eines exotischen Vogels aus Afrika erinnert. Dort, wo die Stelzen für den Frontflügel ansetzen, wird die Nase abrupt breiter. So will man noch möglichst viel Luft unter der Nase durchschleusen. Im Gegensatz zu Ferrari, Red Bull oder Toro Rosso versucht Sauber nicht seine Nase zu verkürzen. Mit beschränkten Mitteln muss man sich auf andere Projekte konzentrieren.

Die Vorderradaufhängung blieb im Wesentlichen gleich wie 2014. Dafür wurde die Lenkung dahingehend modifiziert, dass sie den Fahrern mehr Feedback vermittelt. Neue Felgen sorgen für eine bessere Umströmung der Vorderräder. Der Frontflügel, die drei Schaufeln unter dem Chassis und die vorderen Bremsbelüftungen mit der horizontalen Finne oben und der vertikalen unten, sind vom Prinzip her noch auf dem Stand der Vorsaison. Da wird bis Melbourne nachgerüstet.

Zwischen den Achsen - Kühler liegend statt stehend

Von vorne sieht man schön, wie sich die Seitenkästen über den dreieckigen Kühleinlässen außen leicht nach oben wölben. Ferrari hatte das schon vor 3 Jahren ähnlich gemacht. Die Seitenteile sind schmaler als im letzten Jahr. Dafür wuchsen sie in der Höhe.

Irgendwo müssen die Kühler untergebracht werden. Der stärkere Ferrari-Motor und seine Elektromaschinen verlangen nach mehr Luft. In den Seitenkästen liegen die Kühler jetzt. Vorher waren sie aufrecht installiert. Die Seitenkästen sind im Heck nur auf der Unterseite stark eingezogen. Oben läuft die Verkleidung breit aus.

Sauber-Technikchef Eric Gandelin spricht von einem "variablen Kühlkonzept". Mit wenigen Handgriffen kann die Kühlung der Strecke und den Außentemperaturen angepasst werden. Eine ganze Batterie von Kiemen neben dem Cockpit ist Teil der "flexiblen Kühlung".

Die vertikalen Leitbleche am Kühleinlass stehen noch alleine da. Außen von einem Mini-Leitblech unterstützt. Gut möglich, dass in der Sektion noch ein Bügelflügel wie im Vorjahr folgt. Die von vier Stelzen unterstützte Airbox hat drei Lufteinlässe. Die beiden Ohren neben der Hauptöffnung erinnern an die Mercedes-Lösung aus dem Vorjahr. Weiter hinten neben der Airbox-Finne sind zwei weitere kleine Öffnungen zu erkennen, über die Luft für Kühler abgezweigt wird.

Das Heck - neuer Diffusor

Das Heck ist nach Angaben von Gandelin deutlich weniger voluminös, was der aerodynamischen Effizienz zugutekommt. Der Heckflügel steht ähnlich wie bei Mercedes auf zwei Stelzen, die das Auspuff-Endrohr einrahmen. Sie sind nicht mehr an der Crash-Struktur, sondern am Getriebegehäuse montiert. Das stammt wie gehabt von Ferrari.

Den Monkey Seat vermissen wir noch. Der Auspuff bläst auf die eigens dafür gestaltete hintere Crash-Struktur. Dafür ist der Diffusor modifiziert. Eckiger als vorher, mit einer Abrisskante über die gesamte Breite. Jeweils fünf Flügel verzieren den hinteren Rand der Bremsbelüftungen.

Die Hinterachse wurde völlig neu konzipiert. Gleich geblieben ist nur das Zugstreben-Prinzip. Die Geometrie wurde zur Verbesserung der Traktion ausgelegt. Die oberen Dreieckslenker setzen hoch an, die unteren tief, relativ knapp über dem Diffusordach. Damit unterscheidet man sich von denen, die versuchen beide Ebenen aus dem Luftstrom oberhalb des Bodens zu bringen. Der Luftauslass rechts und links vom Auspuff baut eher hoch und schmal als flach und breit.

Technik-Fazit zum Sauber C34

Sauber muss wieder Boden unter die Füße bekommen. Das geht nur mit einem besseren Ferrari-Motor und einem Auto, das Punkte abstauben kann, wenn andere ausfallen oder Fehler machen. Dazu braucht man ein kugelsicheres und verlässliches Paket. Das ist mit dem C34 gelungen.

In unserer Bildergalerie vergleichen wir den neuen Sauber C34 mit seinem Vorgänger sowie den neuen Modellend der Konkurrenz. Außerdem zeigen wir die interessantesten Technik-Details.

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