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Sauber-Deal mit Russland

Sirotkin-Einsatz mit Risiken

Monisha Kaltenborn Sauber 2013 Foto: Sauber 32 Bilder

Das Sauber-Team hat in Ungarn erstmals ausführlich Stellung zum neuen Deal mit den russischen Partnern genommen. Viel Neues konnte Teamchefin Monisha Kaltenborn aber nicht verkünden. Zweifel an der Seriosität der neuen Partner gibt es nicht.

27.07.2013 Tobias Grüner

12 Tage nach der Pressemitteilung zur neuen Kooperation mit russischen Investoren hat sich Sauber erstmals der Presse gestellt. Im Motorhome des Schweizer Teams versuchte Teamchefin Monisha Kaltenborn die vielen ungeklärten Fragen zu dem ungewöhnlichen Deal zu beantworten. Doch viel schlauer waren die Medien anschließend nicht.

Kaltenborn entschuldigte sich, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viele konkrete Informationen liefern kann. "Es ist ein sehr komplexer und umfangreicher Deal", erklärte die gebürtige Inderin. "Der Hauptbestandteil ist der Fokus auf der technischen Zusammenarbeit. Wir wissen von früheren Partnerschaften, zum Beispiel mit Petronas, dass viele Details geklärt werden müssen. Und da sind wir gerade dabei."

Russland-Deal schafft Stabilität

An eine mögliche Pleite habe man nie gedacht. Angeblich habe es bei der Rettung des Traditionsrennstalls mehrere Optionen gegeben. "Wir wussten, dass wir überleben können. Die Frage lautet: Will man nur überleben oder will man auf gleichem Niveau weitermachen und vielleicht irgendwann mal einen Schritt nach vorne kommen", so Kaltenborn. "Mit dem Deal schaffen wir Stabilität. Wir haben hier eine gute Basis, um irgendwann wieder nach oben zu kommen – Schritt für Schritt. Das könnte eine Weile dauern. Aber wir werden es schaffen."

Die Teamchefin bestätigte, dass sie auch weiter in ihrer Position bleiben will. Dass sich weder der Teamname noch die Besitzstruktur des Rennstalls ändern soll. Auch in Sachen Fahrerpersonal für diese Saison gibt es nichts Neues. Vor allem um Nico Hülkenberg hatte es zuletzt Spekulationen gegeben, er könnte das Team vorzeitig verlassen. "Er ist unser Fahrer und er wird das auch bleiben", betonte Kaltenborn.

Sirotkin soll Test-Kilometer sammeln

Im kommenden Jahr wird sich die Besetzung allerdings ändern. Teil des Deals mit den Russen ist der Einsatz des 17-jährigen Sergey Sirotkin. "Wir sind dabei, ein Aufbauprogramm für ihn zu erstellen, um ihn darauf vorzubereiten. Wir müssen sehen, was wir für Optionen haben. Weil er keine Superlizenz hat, können wir ihn nicht Freitags im Freien Training einsetzen. Jetzt müssen wir andere Wege finden, ihm Kilometer zu verschaffen, damit er nächstes Jahr für uns Rennen fahren kann", so Kaltenborn.

Bei Sauber ist man sich des Risikos bewusst, einen so jungen und unerfahrenen Piloten in die Formel 1 zu bringen. "Wir kennen unsere Verantwortung. Wir hatten ähnliche Fälle zuvor bei Sauber. Vielleicht waren die Fahrer nicht ganz so jung, aber sie kamen aus den gleichen Rennserien wie er. Er muss gewisse Kriterien erfüllen. Aber wir wollen ihm sicher nicht schaden. Wir kennen die Risiken aber auch die Möglichkeiten."

Zweifel an der Seriosität der neuen Partner habe man nicht. Es gebe keinen Grund, an dem Deal zu zweifeln, so Kaltenborn. Weitere Details sollen in naher Zukunft bekanntgegeben werden. Antworten soll es dann auch geben, welche Sponsoren auf dem Auto zu sehen sind. Eine direkte Auswirkung auf die aktuelle Partnerschaft mit den mexikanischen Sponsoren soll die langfristige Kooperation mit Russland nicht haben.

Beteiligung der russischen Regierung?

Welche Motive die neuen Partner aus dem Osten haben, konnte Kaltenborn auch nicht erklären. Klar ist, dass Sauber dabei helfen soll, die Formel 1 vor dem ersten GP Russland 2014 in Sotschi besser zu vermarkten und den Leuten näher zu bringen. Wie genau die russische Regierung um Präsident Wladimir Putin daran beteiligt ist, bleibt unklar. "Alle drei Partner, vor allem die zwei Fonds, stehen der russischen Regierung sehr nahe. Über die genaue Verbindung muss man sie aber selbst fragen", wich Kaltenborn aus.

Nachdem die finanzielle Seite erst einmal geklärt ist, will man sich bei Sauber nun wieder dem Renngeschäft widmen. Die Entwicklung ist zuletzt etwas ins Stocken gekommen. "Sicher müssen wir zugeben, dass die ganze Sache die Vorbereitung auf die nächste Saison beeinträchtigt hat. Aber wir haben immer noch Zeit und mit der neuen Kooperation können wir hoffentlich aufholen", so Kaltenborn.

"Russland hat in Sachen Technologie viel zu bieten, auch wenn das bis jetzt vielleicht noch nicht so gut vermarktet und kommerzialisiert wird. Es gibt viel Wissen, das auch wir einsetzen können." Erster Schritt, um dieses Wissen auch für Sauber nutzbar zu machen, ist der Aufbau eines gemeinsamen Entwicklungscenters. Vielleicht sollten die Ingenieure des Rennstalls schon mal anfangen russisch zu lernen.

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