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Formel 1: Sauber-Doppelausfall in Malaysia

Katzenjammer bei Sauber

GP Malaysia 2010 Foto: xpb 63 Bilder

Das Punktekonto steht immer noch bei Null. Sauber verlor in Malaysia beide Autos mit Motorschaden, und die direkte Konkurrenz macht Punkte. "Das ist extrem deprimierend", drückte Peter Sauber die Gefühlslage der Schweizer Truppe aus.

05.04.2010 Tobias Grüner

Als Kamui Kobayashi in der neunten Runde mit Motorschaden ausrollte, lag er auf Rang elf. Vor Jaime Alguersuari, der am Ende der 56 Runden-Distanz auf Rang neun landete und die ersten zwei Punkte für Toro Rosso einfuhr. "Da hätten wir auch sein können", trauerte Teammanager Beat Zehnder einer verpassten Chance nach.

Zweimal der gleiche Schaden bei Sauber

Die Realität sah anders aus. Beide Sauber standen am Streckenrand. Beide mit Motorschaden. In beiden Fällen ging offenbar ein Defekt in der Ventilpneumatik voraus. Wenn die ausfällt, schlagen die Ventile auf den Kolben auf und zurück bleibt ein Totalschaden. Pedro de la Rosa erwischte es schon auf der Fahrt in den Startplatz. In der dritten Kurve rollte der Sauber des Spaniers aus. Bei Kobayashi sahen die Ingenieure das Unheil kommen. "Die Telemetrie zeigte hin und wieder Druckschwankungen im Pneumatiksystem", erzählte Sauber.

Beide Motoren waren noch relativ neu. Sie waren am Samstagmorgen eingebaut worden. Damit hatte de la Rosas Ferrari-Achtzylinder exakt 178 Kilometer abgespult und der seines japanischen Kollegen 272 Kilometer. Da jeder Fahrer für die 19 Rennen nur acht Triebwerke zur Verfügung hat, werden jedem Motor im Schnitt rund 2.100 Kilometer abverlangt.

Punkte für Sauber möglich

Der Ausfall kommt für Sauber zur dümmsten Zeit. In Malaysia war im Vergleich zu den ersten beiden Rennen eine Leistungssteigerung erkennbar. Punkte lagen im Bereich des Möglichen, vor allem da mit Alonso, Massa, Hamilton und Button vier Favoriten von hinten starten mussten. Die Doppelnull tut doppelt weh. Die direkte Konkurrenz machte wieder dick WM-Zähler. Robert Kubica schraubte Renaults Konto auf 30 Punkte. Force India steht nach Adrian Sutils fünftem Rang auf 18. Toro Rosso holte mit Alguersuari seine ersten zwei WM-Punkte, und Williams hamsterte sich einen Zähler dank Hülkenbergs zehntem Platz dazu. "Das ist extrem deprimierend", gab Teamchef Peter Sauber zu.

Die genaue Ursache der Pneumatikseuche muss noch eruiert werden: "Es kann sein, dass sich irgendwo eine Leitung durchgescheuert hat", meinte Technikchef Willy Rampf. Auch das Werksteam von Ferrari beklagte im Auto von Alonso einen Motorplatzer. Es war ein so genannter "sudden death". Deshalb geht Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali davon aus, "dass die Sauber-Schäden mit unserem Problem nichts zu tun haben." Trotzdem gibt es nur eine Konsequenz: "Die Schäden müssen dringend behoben werden."

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