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Formel 1: Sauber präsentiert C29 für die Saison 2010

Sauber startet mit dem C29 in eine neue Ära

Sauber C29 2010 Foto: XPB 34 Bilder

Einen Tag vor Testbeginn hat das Sauber Formel 1-Team in Valencia sein neues Auto für die Saison 2010 vorgestellt. Nach dem Rückzug von BMW müssen die  Schweizer nun kleinere Brötchen backen. Mit dem C29 will man die großen Teams trotzdem ein wenig ärgern.

31.01.2010 Michael Schmidt

Sauber ist dort angelangt, wo man 2005 aufgehört hat, als der Schweizer Rennstall an BMW verkauft wurde. Der Teamchef heißt wieder Peter Sauber, die Belegschaft schrumpfte von 390 auf 260 Mitarbeiter, Motor und Getriebe kommen von Ferrari. Das Budget in Hinwil wurde im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gekürzt. Die gute Nachricht: Die Saison 2010 ist gesichert. Die schlechte: Für 2011 muss Sauber bei der Sponsorsuche von vorne beginnen.

Sauber C29 noch ohne Sponsoren

Bis jetzt dominiert die Farbe weiß auf den Autos aus Hinwil. "Wir konnten erst nach der Startplatzgarantie Anfang Dezember mit der Sponsorsuche beginnen", erklärt Peter Sauber. "Und dann war erst einmal Weihnachten." Inzwischen läuft die Suche auf vollen Touren. "Gehen Sie davon aus, dass im Verlauf der Saison das Weiß noch aufgefüllt wird." Der neue alte Chef bleibt trotzdem auf dem Teppich: "Für den ganz großen Sponsor ist es jetzt schon zu spät. Den peilen wir für die Saison 2011 an."
 
Der 66-jährige Heimkehrer hat nach langem Hickhack mit BMW sein Team mit eigenen Mitteln gekauft, "und es gibt kein Netz, das mich auffängt." Sauber wagte den Wiedereinstieg, weil sonst in Hinwil die Lichter ausgegangen wären, 260 Leute ihren Job verloren hätten und auch einige Zulieferer in Schwierigkeiten gekommen wären. Mit augenblicklich 260 Angestellten muss Sauber zwar kürzer treten, doch die Basis ist weiterhin auf dem Stand eines Top-Teams: "Unsere Infrastruktur ist nicht schlechter als die von Ferrari. Wer hat schon einen Top-Windkanal im eigenen Haus?"

Sauber muss sparen

Bei den Ausbaustufen des Jahres wird man dagegen merken, dass Sauber jetzt wieder ein Privatteam ist: "Wenn wir früher vier neue Unterböden gebracht haben, sind es jetzt eben nur noch zwei." Seufzend fügt er an: "Mit Geld kann man sich schon Rundenzeit kaufen." Das Saisonziel ist dennoch klar umrissen: "Das Team war letztes Jahr Sechster in der Konstrukteurswertung. Das wollen wir halten."

Für Peter Sauber ist das Comeback an die vorderste Front ein zweischneidiges Schwert. "Geplant war das nie", gibt er zu, "ich hatte mich mit meinem Teilruhestand schon sehr gut arrangiert." Ganz so wie früher ist es dann doch nicht mehr. An der Rennstrecke ist der Firmengründer weiter der Chef im Ring. In der Fabrik übernimmt die Hausjustitiarin Monicha Kaltenborn das Zepter. Ansonsten lauter alte Gesichter: Technikdirektor Willy Rampf, Teammanager Beat Zehnder, Chefmechaniker Urs Kuratle. Es ist, als hätte einer die Zeit um fünf Jahre zurückgedreht, als hätte es die BMW-Episode nie gegeben.

BMW bleibt offiziell im Teamnamen

Dass der Rennstall weiterhin BMW-Sauber heißt, obwohl ein Ferrari-Achtzylinder das Auto antreibt, ist ein Kuriosum, das erklärt werden muss. Die Weiterverwendung des alten Namens garantiert Sauber die Auszahlung der TV- und Startgelder, und die belaufen sich für den Sechsten des Konstrukteurspokals 2009 auf rund 30 Millionen Dollar. Weil das Team das Concorde Abkommen erst mit Verspätung unterschreiben konnte, musste der Teamname beibehalten werden, "obwohl es seit 17 Jahren der gleiche Rennstall ist, mit wechselnden Besitzverhältnissen zwar, aber das war ja bei anderen auch der Fall."

Ein neuer Name würde den Statuten gemäß ein neues Team bedeuten, und damit würde man riskieren, die Zuwendungen aus Eclestones Kasse zu verlieren. Nur im Fall Mercedes hatte man vor dieser Saison eine Ausnahme gemacht, wobei auch die innerhalb der Formel 1-Gemeinde umstritten war. Red Bull stimmte gegen den Namenswechsel von Brawn GP zu Mecedes GP. Warum Bernie Eclestone im Fall Sauber eine Namensänderung vorerst nicht akzeptiert, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht will er BMW dafür bestrafen, dass man sich über Nacht aus der Formel 1 verabschiedet hat.

Sauber wird nicht ewig als BMW-Sauber antreten. "Wir werden irgendwann einen Antrag auf Änderung des Chassisnamens einreichen, aber wir stehen nicht unter Zeitdruck." Da müssen sich erst die Wogen etwas glätten. BMW würde sich auch freuen, denn eigentlich haben die Bayern mit dem Kapitel Formel 1 abgeschlossen und deshalb kein Interesse daran, dass der Name weiter auf den Autos spazieren fährt.

Mischung aus Erfahrung und Talent im Cockpit

Die Fahrerwahl hat in der Szene für Verwunderung gesorgt. Obwohl mit Nick Heidfeld, Jarno Trulli, Heikki Kovalainen und Giancarlo Fisichella große Namen auf dem Markt waren und auch in Hinwil vorgesprochen haben, setzt Sauber auf die unbekannte Größe Kobayashi und Heimkehrer Pedro de la Rosa. Kamui Kobayashi debütierte zwar am Ende der Saison mit einem Knalleffekt, doch reichen zwei Grand Prix und drei WM-Punkte aus, um sich für die Ersatzrolle von Nick Heidfeld zu qualifizieren?
 
"Ich habe ein gutes Gefühl", widerspricht Sauber. Heidfeld war sieben Jahre lang im Team. Zu lange, wenn man wie Sauber einen Neuanfang wagen will. "Die Mannschaft brauchte frische Motivation." Auch Pedro de la Rosa fügt sich in dieses Bild. Der Spanier wird zwar im Februar schon 39 Jahre alt, doch das ist spätestens seit dem Comeback von Michael Schumacher kein Thema mehr. De la Rosa fuhr wie der Deutsche seinen letzten Grand Prix 2006 in Brasilien.
 
Im Gegensatz zu Schumacher hielt er sich als Testpilot von McLaren auch fahrerisch in Schuss. Im letzten Jahr saß er immerhin 922 Kilometer im Auto und unzählige Stunden im Simulator. Auf dieses Wissen und seine Erfahrung baut sein neuer Arbeitgeber. Rennen ohne Tankstopps verlangen vom Mann im Cockpit eine gewisse Reife. "Da haben wir mit dem jungen Kobayashi und de la Rosa eine gute Mischung", glaubt Sauber.

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