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Sauber diskutiert Last-Minute-Stopp

Boxenstopp-Trick ohne Vorteil

Kamui Kobayashi Foto: Sauber F1 33 Bilder

Kamui Kobayashi startete in Valencia auf harten Reifen und stoppte nur ein Mal - vier Runden vor Schluss. Ein auto motor und sport.de-Leser stellt die clevere Frage, ob er nicht besser in der allerletzten Runde Reifen gewechselt hätte. Wir geben die Antwort.

29.06.2010 Michael Schmidt

Leser Uli P. hat sehr gut aufgepasst: Als Kommentar auf die auto motor und sport-Fahrernoten weist er darauf hin, dass Kamui Kobayashi seinen Wechsel auf die weichen Reifen in der letzten Runde hätte vollziehen können, ist ein gerechtfertigter Einwand. Dann hätte er mit den weichen Sohlen in der Boxengasse nur noch 50 Meter bis zum Zielstrich zurücklegen müssen, was ihn vielleicht noch ein paar Plätze weiter nach vorne gespült hätte.

Sauber: Trick ohne Vorteil

Wir haben Sauber-Teammanager Beat Zehnder damit konfrontiert und gefragt, ob das überhaupt erlaubt sei. "Es ist zumindest nicht verboten", antwortete Zehnder, auch wenn ein solches Manöver natürlich gegen des Geist des Reglements verstoßen würde. Das will ja bei ungleich guten Reifen sicherstellen, dass jeder Fahrer wenigstens einmal den Nachteil durchleiden muss, und sei es nur für eine Runde.

Laut Zehnder haben die Strategen von Sauber aber tatsächlich diesen Kunstgriff diskutiert, sind aber aus zwei Gründen davon abgekommen. "Unser Referenzpunkt für den Boxenstopp war der Abstand zwischen Kobayashi und der Gruppe Buemi/Alonso. Kamuis Vorsprung ist eine Zeitlang stetig leicht angewachsen. Ein paar Runden vor unserem Boxenstopp begann sie zu stagnieren. Deshalb haben wir Kamui hereingebracht."

Zehnder ist sich sicher: "Er wäre auch mit dem Trick des Reifenwechsels in der letzten Runde hinter Buemi und Alonso über den Zielstrich gefahren. Wir wollten, dass er den Vorteil der weichen Reifen noch vier Runden nutzen kann, in der Hoffnung, dass es vielleicht zu einem oder zwei Überholmanövern noch reicht."

Frischer Reifen für die Auslaufrunde

Die Kalkulation von Leser Uli P., wonach Kobayashi beim Losfahren aus der Box bis zum Zielstrich nur noch 50 Meter mit Tempo 60 fahren hätte müssen, und dadurch gegenüber einem normalen Boxenstopp Zeit eingespart hätte, wäre laut Zehnder nicht ganz aufgegangen. "Es ist richtig, dass es von unserer Box zum Zielstrich nur etwa 50 Meter waren. Aber vom Zielstrich bis zur Boxenausfahrt, ab der man wieder Vollgas geben darf, sind es auch höchstens noch 50 Meter. Gegenüber einem regulären Stopp hätten wir uns also nur diese 50 Meter Langsamfahren gespart."

Übrigens: Für Michael Schumacher hätte diese Möglichkeit nicht bestanden, wäre er bis zum Schluss auf der Kobayashi-Taktik geblieben. Die Mercedes-Box liegt exakt drei Meter hinter der Ziellinie. Schumacher hätte damit den weichen Reifensatz (für den Fall er hätte nur einmal gestoppt) nie gefahren. Das bedeutet automatisch Disqualifikation.

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