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Wie groß sind die Sauber-Probleme?

Punkte am Anfang sind Pflicht

Marcus Ericsson - Sauber - Formel 1 - Test - Barcelona - 7. März 2017 Foto: Stefan Baldauf 28 Bilder

Sauber drehte in Barcelona die drittmeisten Runden. Die Zuverlässigkeit stimmt, die Rundenzeiten noch nicht. Doch die Schweizer Autos sind besser als es die Rundenzeiten vermuten lassen.

14.03.2017 Michael Schmidt 3 Kommentare

In der Bilanz der Rundenzeiten der 8 Testtage von Barcelona steht Sauber mit seinen 3 Fahrern Marcus Ericsson, Pascal Wehrlein und Antonio Giovinazzi auf den Plätzen 19, 20 und 21. In der Tabelle der gefahrenen Runden rangiert der Schweizer Rennstall mit 788 Runden auf Rang 4. Hinter Mercedes, Ferrari und Williams. Mit Ausnahme eines Turboschadens blieb Sauber von größeren Katastrophen verschont.

Von der Zuverlässigkeit her könnte Sauber beruhigt in die Saison gehen. Wäre da nicht der Speed, der noch fehlt. Nach eigener Einschätzung liegt Sauber am Ende des großen Mittelfeldes, aber nicht so weit weg, wie es die Bestzeiten vermuten lassen. Da fehlten auf McLaren 3 Zehntel, auf HaasF1 1,1 Sekunden, auf Toro Rosso, Force India und Renault 1,8 Sekunden.

Aero-Upgrade gibt Rätsel auf

Trotzdem herrscht keine Alarmstimmung in Hinwil. Die Sauber-Piloten waren immer mit viel Benzin unterwegs. Der fairste Vergleich ist deshalb wahrscheinlich der mit HaasF1, die ebenfalls nie vollständig abgetankt hatten. Man hört von Sauber, dass unter besten Bedingungen noch 1,5 Sekunden abzuziehen sind. Die Preisfrage ist: Wie viel können die anderen noch zulegen?

Tatsache ist, dass bei Sauber das erste Aero-Upgrade nicht das gehalten hat, was der Windkanal versprach. Die neuen Leitbleche und der modifizierte Unterboden haben das Auto zur Wundertüte gemacht. Es gab Probleme mit der Balance. Sauber baute am letzten Testtag wieder auf den alten Stand zurück. Der neue Technikchef Jörg Zander muss sich in den Sauber C36 erst einmal hineindenken. Als er kam, war das Auto praktisch schon fertig.

Marcus Ericsson - Sauber - Formel 1 - Test - Barcelona - 10. März 2017Foto: Stefan Baldauf
Das Aero-Paket für Barcelona arbeitete nicht wie vom Windkanal versprochen.

Die Ingenieure müssen jetzt in Klausur gehen. Für Melbourne war eine weitere Aerodynamik-Evolution geplant. Die bringt aber nicht viel, wenn schon die erste nicht funktioniert. Da sich nicht der gewünschte Abtrieb eingestellt hatte, kam Sauber auch mit den härteren Reifenmischungen nicht klar. „Der Medium-Reifen war für uns praktisch unbrauchbar. Wir haben ihn kaum auf Temperatur gebracht“, erzählt Teammanager Beat Zehnder. Da kommt Melbourne wie gerufen. Zum Saisonstart bringt Pirelli die Reifensorten soft, supersoft und ultrasoft mit.

Noch keine Infrastruktur für Kopfstände

Bis das Aerodynamik-Rätsel gelöst ist, muss Sauber auf die Zuverlässigkeit setzen. „Wir müssen bei den ersten Rennen zuschlagen, wenn die anderen noch Probleme mit der Zuverlässigkeit haben“, fordert Zehnder. Die anderen, das sind McLaren-Honda und die drei Renault-Teams. Dazu kommt, dass Mercedes, Ferrari, Renault und Honda mit Beginn der Europa-Saison ihre ersten Motor-Upgrades bringen werden. Saubers alter Ferrari-Sechszylinder bleibt die ganze Saison lang auf dem Stand von heute.

Beim Speed des Autos bezahlt Sauber für den späten Entwicklungsbeginn. Der war der finanziellen Schieflage geschuldet, die erst im Juli 2016 durch die Übernahme des Teams durch einen Investor wieder gerade gerückt wurde. „Die anderen haben schon 2015 über Konzepte nachgedacht. Bei uns ging es so richtig erst im August 2016 los“, sagt Zehnder. Die Erfahrung lehrt, dass 2017 unter diesen Umständen nur ein Übergangsjahr werden kann. Auch in Bezug auf die Technik-Mannschaft, die weiter aufgestockt wird.

Wegen der Zeitnot mussten sich die Sauber-Ingenieure früh für den 2016er Ferrari-Motor entscheiden. Es gab beim aktuellen Ferrari V6-Turbo keine Versicherung, dass es nicht noch zu späten Änderungen gekommen wäre. Hätte Ferrari im Dezember den Kühlbedarf korrigiert, wäre die Schweizer Truppe ohne Hosen, sprich entsprechende Kühler dagestanden. Nach dem Schmalspur-Programm der letzten drei Jahre muss in Hinwil erst wieder eine Infrastruktur für solche Kopfstände aufgebaut werden.

Neuester Kommentar

Das Jahr kann Sauber jetzt schon abschreiben. Der alte Motor, der verspätete Beginn mit der Entwicklung und der personelle Aderlass in der letzten Saison sind einfach nicht zu kompensieren. Ich befürchte, dass es noch deprimierender wird als 2016. Letztes Jahr konnte man ja wenigstens noch Manor regelmäßig schlagen. Die sind aber leider nicht mehr dabei. Und einer muss ja letzer werden. Die Verantwortlichen sollten es so machen wie Renault letztes Jahr. Einfach früh aufgeben und alle Kräfte auf 2018 bündeln. Damit es dann nächstes Jahr endlich ins Mittelfeld geht. Ich hoffe nur, dass sie dann einen konkurrenzfähigen Motor haben. Man sollte mal bei Mercedes nachfragen. Einen Mercedes-Fahrer haben sie ja jetzt schon. Und nach der Pleite von Manor sollte ja Mercedes noch Kapazitäten für ein Kundenteam haben.

Konrad Leibst 16. März 2017, 22:43 Uhr
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