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Sauber-Fehler in Spielberg

Chefmechaniker schickt falschen Funkspruch

Adrian Sutil - GP Österreich 2014 Foto: Sauber 149 Bilder

Bei Sauber geht aktuell nicht viel nach vorne. Zum mangelnden Speed auf der Strecke kamen in Spielberg auch noch ungewöhnliche Fehler des Teams. Adrian Sutil erklärt, wie es dazu kam.

03.07.2014 Tobias Grüner

Bei Sauber ist momentan der Wurm drin. Tiefpunkt einer schlechten Saison war das Rennen in Spielberg. Auslöser für eine Reihe von Pannen war der erste Boxenstopp von Esteban Gutierrez, bei dem die Mechaniker den Reifen nicht richtig festgezurrt haben. Für den Mexikaner war das Rennen gelaufen. Bis der Fehler korrigiert war, hatte er schon viel Zeit verloren. Dann kam auch noch eine Durchfahrtsstrafe obendrauf. Und für Silverstone gibt es den Regeln entsprechend noch einmal 10 Startplätze hinterher.

"Die Strafe ist meiner Meinung nach zu hart", klagte Gutierrez in England. "Das Rad ist ja gar nicht abgeflogen. Ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt und habe angehalten. Die Situation war nicht gefährlich. Die 10 Startplätze für das nächste Rennen sind echt eine harte Strafe. Das muss sich ändern. Die 5-Sekunden-Stop&Go-Strafe im Rennen hätten gereicht. Vielleicht noch ein Bußgeld für das Team. Aber man kann ja nicht den Fahrer bestrafen, wenn es nicht sein Fehler war."

Sutil verliert 8 Sekunden durch fehlgeleiteten Funkspruch

Nicht nur Gutierrez war von der Aktion betroffen. Versehentlich wurde Teamkollege Adrian Sutil der Befehl zum Stopp geschickt. "Es war der Chefmechaniker, von dem der Funkspruch kam. Eigentlich sollte nur mein Renningenieur mit mir sprechen", erklärte Sutil knapp zwei Wochen später. "Da wurde in einer Stresssituation der falsche Knopf gedrückt. Das kann passieren. Das ist menschlich. Aber natürlich darf es eigentlich nicht passieren. Wir haben nach dem Rennen noch ein Meeting gehabt, um in der Zukunft noch sicherer zu verhindern, dass so etwas passiert. Wichtig ist, dass man daraus lernt."

Dabei sah das Rennen für Sutil zunächst einigermaßen vielversprechend aus. "Für mich hat eigentlich alles ganz gut funktioniert. Es war das beste Rennen des Jahres. Nur der Funkspruch war leider nicht für mich, sondern für den anderen Fahrer. Ich habe so reagiert, wie man das als Rennfahrer machen muss und das Auto fast abgestellt. Ich war noch auf der Strecke, aber ich habe 8 Sekunden verloren. Zum Glück habe ich noch einmal nachgefragt, weil mir schon klar war, dass da etwas schief läuft."

Reichen Setup-Experimente zum Umschwung?

Für Silverstone erwartet Sutil keine großen Sprünge. Die Schwächen im Auto sind noch immer nicht behoben. "Wir haben keine großen Updates dabei, deshalb ist auch nicht so viel zu erwarten. Regen würde uns helfen. Da sehe ich uns etwas stärker", so die Hoffnung des Deutschen.

Im Training will man bei Sauber noch ein paar neue Einstellungen ausprobieren. Damit soll dem C33 die Zickigkeit beim Einlenken in die Kurven ausgetrieben werden. "Es ist die Frage, ob man es mit dem Setup hinbekommt oder ob das Auto grundlegende Schwächen hat", so Sutil. "Wir haben ein paar Bereiche, in denen das Auto einfach nicht so gut liegt. Wenn wir das in den Griff bekommen würden, geht es auf einen Schlag eine halbe bis dreiviertel Sekunde nach vorne. Aber wenn wir an einer Stelle etwas verbessern, hat das negative Auswirkungen woanders. Deshalb sind die Rundenzeiten aktuell ziemlich stabil."

Sutil bleibt aber nach wie vor optimistisch: "Ich bin mir sicher, dass wir die Kurve kriegen. Die Frage ist nur wann. Ich hoffe, dass es schnell weiter nach vorne geht. Die größte Chance, etwas zu ändern besteht natürlich immer im Winter. Während der Saison ist es vor allem für kleine Teams schwer. Wenn das Boot schon keinen Kiel hat, dann kentert es recht schnell."

Sauber mit vielen Baustellen

An der finanziellen Situation von Sauber liege die aktuelle Misere allerdings nicht, betont der Pilot. "Es liegt nicht nur am Geld. Es ist offensichtlich, was uns fehlt. Das sage ich schon seit Anfang des Jahres, daran hat sich nicht groß etwas geändert. Wir haben immer noch ein bisschen Übergewicht. Wir müssen an der Fahrbahrkeit mehr arbeiten. Wir kämpfen viel mit durchdrehenden Rädern. Das bedeutet einen erhöhten Reifenverschleiß. Auch in Sachen Aerodynamik müssen wir zulegen. Im Top-Speed sind wir auch nicht so gut. Es ist überall. Es ist nicht nur ein Problem."

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