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Sauber feiert in Japan

"Yoku Yatta Kamui"

Kamui Kobayashi GP Japan 2012 Foto: xpb 42 Bilder

Lokalmatador Kamui Kobayashi war der gefeierte Mann in Japan. Sein umkämpfter dritter Platz sorgte bei den Fans und der Teamleitung für Schweißausbrüche und Freudentränen. An seiner ungewissen Zukunft bei Sauber ändert der Erfolg aber nichts.

07.10.2012 Tobias Grüner

Nach knapp anderthalb Stunden war die Leidenszeit am Sauber-Kommandostand vorbei. In einer packenden Verteidigungsschlacht rettete Kamui Kobayashi den dritten Platz vor Jenson Button ins Ziel, was die einheimischen Fans auf den Tribünen von den Sitzen riss. Mit lauten "Kamui, Kamui"-Rufen feierten die Schlachtenbummler den neuen Nationalhelden von der Haupttribüne aus, als der 26-Jährige das Podium betrat.

"Die Stimmung war wirklich unglaublich. Sie haben ihn gefeiert, als hätte er das Rennen gewonnen", freute sich auch Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn anschließend und gab zu, das ein oder andere Freudentränchen verdrückt zu haben. "Es gibt ja normalerweise nicht so viele Momente, in denen ich sprachlos war. Aber da war ich sprachlos."

Nach der Zieldurchfahrt gratulierte die Chefin ihrem Schützling in dessen Landessprache: "Endlich konnte ich einen von fünf japanischen Sätzen anbringen, die ich auswendig kann. 'Yoku Yatta', was so viel heißt wie 'gute Leistung'." Der erste Anruf danach ging in die Schweizer Heimat. Teamchef Peter Sauber hatte vor dem Fernseher mitgefiebert. "In Korea ist er dann wieder selbst dabei", so Kaltenborn.

Kobayashi wird dritter Podiums-Japaner

Kobayashi ist erst der dritte Japaner, der in der Formel 1 unter die Top 3 fahren konnte. Und dann ausgerechnet beim Heimrennen in Suzuka. Zuletzt gelang es Takuma Sato 2004 beim GP USA in Indianapolis. Der erste Podiumsmann aus Japan war Aguri Suzuki 1990, genau wie Kobayashi beim Heimrennen in Suzuka.

Wie Kaltenborn berichtete, herrschte das ganze Rennen Ausnahmezustand an der Boxenmauer. Vor allem im spannenden Finale, als Jenson Button immer näher kam und der dritte Platz in ernste Gefahr geriet "Es war eine sehr angespannte Situation. Pro Runde sind wir ein paar Jahre gealtert. Dann beginnt man irgendwann, jede Sektorenzeit zu kommentieren", gibt Kaltenborn gewohnt offen zu.

"Irgendwann haben wir uns gegenseitig angeschaut und haben nur noch geschmunzelt, weil wir gemerkt haben, wie emotional angespannt wir alle sind. Ich hatte schon die Sorge, wie das im Fernsehen aussieht, wenn wir da vorne alle lachen und sich alle fragen: 'Ja wissen die denn nicht, wie ernst die Situation ist."

Platz zwei für Kobayashi in Reichweite

Vielleicht hätte es sogar noch ein Stückchen besser laufen können. Um die Strategie von Jenson Button mit dem frühen Boxenstopp zu kontern, ging auch Kobayashi relativ früh an die Box. Rundenlang hing das Duo dadurch hinter Daniel Ricciardo fest und verlor viel Zeit. Felipe Massa nutzte die Chance und rutschte von Platz vier auf zwei vorbei.

"Die Zeiten waren ziemlich ähnlich. Da hätten wir mithalten können", analysierte Kaltenborn anschließend. "Aber das ist alles Spekulation. Man muss mit dem zufrieden sein, was man hat." Auf die Zukunft des Japaners hat der Erfolg allerdings keine direkten Auswirkungen. Noch immer ist sein Cockpit für 2013 in Gefahr. Einen Vertrag gibt es noch nicht.

Sauber will sich noch etwas Zeit lassen. "Die Situation ist unverändert. Wir werden die Fahrer zu gegebener Zeit bekanntgeben", blieb Kaltenborn gelassen. "Umgekehrt hätte es auch keine Rolle gespielt, wenn er kein gutes Rennen gefahren wäre. Wir kennen ihn gut und wissen wo seine Stärken liegen."

Perez-Dreher trübt die Punkte-Bilanz

Teamkollege Sergio Perez, der nach der Saison sicher zu McLaren wechseln wird, schied nach einem Dreher im Zweikampf mit Lewis Hamilton schon in der 18. Runde aus. Der Ausfall könnte laut Kaltenborn noch kostspielig werden. "Er hat seinen Fehler zugegeben. Das war aber natürlich ärgerlich. In der Konstrukteurs-WM geht es momentan so eng zu. Da ist es natürlich wünschenswert, wenn man mit beiden Autos in den Punkten ist."

Trotzdem gibt Sauber den Kampf nicht auf, Mercedes noch abzufangen. Mit den 15 Punkten von Kobayashi und der Nullnummer der Silberpfeile verkürzte Sauber den Rückstand auf nur noch 20 Zähler. "Die Chancen sind gut", bleibt Kaltenborn zuversichtlich. "In den letzten fünf Rennen ist keine Strecke dabei, die ein Desaster sein sollte."

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