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Sauber holt erste Punkte

Hülkenberg mahnt Schwachpunkte an

Nico Hülkenberg Sauber GP Malaysia 2013 Foto: Pirelli 21 Bilder

Nico Hülkenberg erlöste Sauber mit vier WM-Punkten. Die Fahrt auf Platz acht darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sauber C32 nur das siebtschnellste Auto im Feld ist. Es fehlt Speed in den langsamen Kurven. Und das Auto ist im Moment auch kein Reifenflüsterer mehr.

25.03.2013 Michael Schmidt

Für Sauber war es eine Erlösung nach der Nullrunde zum Saisonauftakt. Die vier Punkte von Nico Hülkenberg richten ein Team auf, das dringend Ergebnisse braucht. Vor allem nachdem Force India eine so starke Vorstellung abgibt. Auch Esteban Gutierrez fuhr auf der Schwelle zu WM-Punkten. Das ist die positive Nachricht.

Die Wahrheit aber sieht so aus: Im Augenblick ist der Sauber nur die Nummer sieben im Feld. Es fehlt schlicht und ergreifend Rundenzeit. Der Joker des geringen Reifenverschleißes ist verschwunden. Nach der Zieldurchfahrt funkte Hülkenberg an seine Ingenieure eine Warnung: "Leute, wir müssen uns in vielen Bereichen verbessern. So ist das nicht akzeptabel."

Sauber disponierte von drei auf vier Stopps um

Der achte Platz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sauber von Fernando Alonsos Ausfall, dem Radmutterdrama bei Force India und der Boxenstopp-Panne bei McLaren profitierte. Die Sauber-Piloten wurden mit einer Dreistopp-Strategie ins Rennen geschickt, doch sie mussten umdisponieren.

Als sich Hülkenberg in der 44. Runde am Funk meldete, dass er das Rennen mit einem halbwegs vernünftigen Speed nicht zu Ende fahren könne, machten die Sauber-Strategen das einzig Richtige: Sie gaben dem Deutschen einen fünften Reifensatz mit auf die Reise. Einen neuen der Sorte hart. "Bis auf Kimi hat Nico alle wieder eingeholt", freute sich Teammanager Beat Zehnder. Auf den Finnen fehlten im Ziel 4,5 Sekunden.

Auto passt noch nicht wie ein Schuh

Trotzdem hat Sauber noch viel Arbeit vor sich. "Es gibt schon noch einige Bereiche, in denen wir Defizite haben", mahnt Hülkenberg an. "Das Auto passt mir noch nicht wie ein Schuh. Wir haben jetzt viele Daten und Eindrücke. Hoffentlich ziehen wir die richtigen Schlüsse daraus."

Der C32 ist nicht schnell genug. Das mutige Konzept der schlanken Seitenkästen geht nur in schnellen Kurven auf. Da sind die Sauber voll bei der Musik. Dafür geht zu viel Zeit in den langsamen Kurven verloren. Beim Einlenken ist das grau-weiße Auto zu unruhig. Die Fahrer können den Speed nicht mit in die Kurve nehmen. An der Traktion hat man erfolgreich gearbeitet. Die Messstelle ausgangs Kurve 9 zeigte es. Da lagen Gutierrez und Hülkenberg mit 148,8 km/h auf den Plätzen 6 und 7. Nur 3,3 km/h hinter Red Bull-Pilot Mark Webber.

Auch beim Verständnis der Reifen gibt es noch Nachholbedarf. Auf Intermediates ist der Sauber um eine Klasse besser. Auf nasser Piste zu Rennbeginn konnte Hülkenberg mit Felipe Massa und Jenson Button mithalten. Als es abtrocknete, meldete sich der Deutsche bei seinem Renningenieur: "Wenn ich den Speed der Ferrari, Lotus und McLaren halten will, ruiniere ich mir die Reifen. Ich kriege sofort Untersteuern in schnellen Kurven." Hülkenbergs Fazit: "Im Nassen konnte ich voll mithalten. Sobald es abgetrockent ist, sind mir die anderen davongeflogen. Dabei war ich Unterkante Oberlippe unterwegs."

Neue Slicks stören Aerodynamik

Wo liegt der Unterschied? Pirellis Mischreifen haben eine völlig andere Form als die Slicks. Möglicherweise leidet der Sauber unter dem gleichen Problem wie der McLaren. Das Konzept ist so radikal, dass es nicht mit den neuen Pirelli-Reifen harmoniert. McLaren hat herausgefunden, dass die neuen Konturen der Pirelli-Sohlen und die stärkere Verformung die Aerodynamik stören. Erste Umbauarbeiten im Bereich des Unterbodens rund um die Hinterräder zeigten Erfolg.

Das könnte auch für die Sauber-Ingenieure ein Ansatz sein. Möglicherweise war die Vorstellung des Sauber mit der Startnummer 11 auch durch eine Beschädigung der linken hinteren Endplatte getrübt. "Das hat schon einige Punkte Abtrieb gekostet", gab Hülkenberg zu. Der Schaden war ein Andenken einer Begegnung mit Kimi Räikkönen in der Startrunde. "Kimi ist mir hinten ins Auto gefahren. Deshalb darf er sich auch nicht beschweren, dass wir uns später im Rennen noch einmal berührt haben. Das war ein ganz normaler Zweikampf."

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