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Loch im Sauber-Tank

Hülkenberg mit neuem Chassis in Malaysia

Nico Hülkenberg Sauber GP Australien 2013 Foto: Wilhelm 59 Bilder

Beim Rennstart zuschauen zu müssen ist das schlimmste, was ein Rennfahrer erleben kann. Nico Hülkenberg ist das beim Saisonauftakt in Melbourne passiert. Schuld war nach ersten Untersuchungen ein Leck im Tank. In Malaysia bekommt der Rheinländer ein neues Chassis.

19.03.2013 Michael Schmidt

Nico Hülkenbergs Melbourne-Bilanz liest sich bitter: 3 Starts, null Runden. 2010 und 2012 wurde er ohne seine Schuld jeweils schon in der ersten Runde abgeräumt. Diesmal schaffte er es gar nicht bis zum Startplatz. Als die Kollegen in die Einführungsrunde gingen, hatte Hülkenberg bereits Zivilklamotten an. Kurz nach dem Start verzog er sich ins Hotel. Sein Ärger war verständlich. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Rennfahrer, als wenn der Grand Prix schon vor dem Start zu Ende ist.

Sauber-Drama begann zwei Stunden vor dem Start

Das Drama bahnte sich 2 Stunden vor dem Start an. Da begannen die Mechaniker Sprit in den Tank zu pumpen. Melbourne zählt zu den Strecken mit dem höchsten Spritverbrauch. Da werden die 190-Liter-Tanks bis zum Stehkragen gefüllt. Ab der 100 Liter-Marke rieselte beim Sauber mit der Startnummer 11 Benzin aus dem Sauber.
 
Es war sofort klar, dass hier ein größeres Problem vorlag. Sauber-Chefdesigner Matt Morris: "Wir haben Motor und Getriebe ausgebaut, konnten aber die undichte Stelle nicht finden." Damit lag der Verdacht nahe, dass die Kunststoffblase, die hinter dem Cockpit in die Überlebenszelle eingeklebt wird, ein Leck hat.

Hülkenbergs Sauber wird in Hinwiluntersucht

Ein Tankwechsel kommt 2 Stunden vor dem Start nicht mehr in Frage. Das wäre selbst vor 40 Jahren eine fast unlösbare Aufgabe gewesen. Morris: "Um einen neuen Tank einzubauen, müssen wir das halbe Auto zerlegen. Das geht nicht in 2 Stunden." Nico Hülkenberg haderte nicht lange mit seinem Schicksal.
 
"Natürlich bin ich extrem darüber enttäuscht, was heute passiert ist. Gleichzeitig gebe ich da niemandem die Schuld, solche Dinge geschehen im Rennsport. Was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass mir jetzt diese Kilometer einer Renndistanz fehlen. Die hätten mir eine Menge Daten und Informationen im Hinblick auf die nächsten Rennen gegeben. Das ist insbesondere zu Beginn der Saison sehr wichtig."
 
Um dem Problem von Nico Hülkenberg genau auf den Grund zu gehen, wird sein Auto von Australien nicht wie geplant nach Malaysia, sondern zur Untersuchung in die Fabrik nach Hinwil transportiert. In Sepang ist der Rheinländer mit einem komplett neu aufgebauten Chassis unterwegs.

Solider Einstand für Gutierrez

Durch den Ausfall des Nummer Eins-Piloten musste sich Sauber in Melbourne notgedrungen auf Esteban Gutierrez konzentrieren. Der Mexikaner feierte einen ordentlichen Einstand. Von Platz 18 gestartet, auf Rang 13 ins Ziel gekommen. "Mein Ziel war es, das Rennen zu Ende zu fahren, und das zu erreichen ist ein fantastisches Gefühl. Heute konnten wir einen Teil dessen, was wir gestern in der Qualifikation verloren hatten, aufholen."

Teamchefin Monisha Kaltenborn lobte: "Esteban ist ein solides Rennen gefahren. Von Platz 18 zu starten war allerdings ein Handikap." Gutierrez zählte neben Sieger Kimi Räikkönen, den beiden Force India und Charles Pic zu den Fahrern, die mit zwei Stopps über die Distanz gekommen sind. Mit 30 Runden am Stück legte der Debütant den längsten Stint auf die Bahn. Das lässt hoffen. Der Sauber C32 ist offenbar wieder ein Reifenflüsterer.

Doch Matt Morris warnt: "Das Reifenmanagement ist in diesem Jahr noch schwieriger als 2012. Ganz entscheidend sind die ersten Runden. Diese Reifen verzeihen dir gar nichts." Für Nico Hülkenberg wäre von Startplatz 11 aus ein Resultat im Bereich der Force India drin gelegen. Ohne die Tankmisere wäre er einen Platz vor Sutil losgefahren. Allerdings mit den Supersoft-Reifen. Morris war mit dem ersten Rennwochenende nicht ganz zufrieden: "Wir müssen mehr Speed finden."

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