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Sauber im Freudentaumel

Hülkenbergs Monza-Geheimnis

Nico Hülkenberg -  GP Italien 2013 Foto: Sauber 72 Bilder

Das von Finanzsorgen geplagte Sauber-Team sieht einen Silberstreif am Horizont. Nicht nur, weil von den russischen Partnern langsam das dringend benötigte Geld eintrifft. Auch, weil es auch sportlich ein erstes Highlight gibt. Nico Hülkenberg überraschte alle und sich selbst mit dem dritten Startplatz.

07.09.2013 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Bei Sauber kam bereits am Samstag Champagner aus dem Eisfach. Im Motorhome der Eidgenossen wurde gefeiert, als wäre Nico Hülkenberg auf das Podium gefahren. Dabei war es erst der dritte Startplatz. "Man muss die Erfolge feiern wie sie kommen", sagte Teamchefin Monisha Kaltenborn. Nachsatz: "Wer weiß, wie es morgen aussieht."

Auch Nico Hülkenberg strahlte über das ganze Gesicht. Der dritte Startplatz kam zur richtigen Zeit. Für ihn, weil er mitten in die heiße Phase der Transfergespräche fällt. Und für das Team, weil das gute Ergebnis die Moral stärkt. "Man sieht, wie hier jeder über beide Ohren grinst. Es tut gut, das zu beobachten", meinte Hülkenberg genüsslich.

Zurück zu den alten Bremsbelüftungen

Monisha Kaltenborn und Teammanager Beat Zehnder waren bereits optimistisch in das Abschlusstraining gegangen. Man rechnete mit Platz 6 bis 7. "Dass es der dritte Rang wurde, haben wir dem Fahrer zu verdanken."

Der Sauber C32 war ein anderes Rennauto als am Freitag. Da fehlten Hülkenberg noch 1,9 Sekunden auf die Spitze und eine halbe Sekunde auf Teamkollege Esteban Gutierrez. "Ich habe in den beiden Lesmo-Kurven zwei bis drei Zehntel auf Esteban verloren und mich schon gefragt: Hast du das Autofahren verlernt?"

Der Grund für das schwache Abschneiden am Freitag lag in der Aerodynamik und dem Setup. Als Problemzone wurden die neuen hinteren Bremsbelüftungen enttarnt. "Ich hatte im Heck zu wenig Abtrieb. Unglaublich, was so ein kleines Detail ausmachen kann", wunderte sich Hülkenberg, nachdem sein Auto am Samstag wieder auf die alten Bremshutzen zurückgerüstet wurde.

Weniger Bodenfreiheit brachte mehr Abtrieb

Auch die Fahrzeugabstimmung wurde über Nacht verbessert. Das Auto wurde tiefer gesetzt, die Fahrwerksabstimmung etwas weicher gewählt. Das brachte mehr Abtrieb vom Chassis. Dafür konnten die Flügel flacher gestellt werden. Bei Gutierrez noch mehr als bei Hülkenberg. Das Auto des Deutschen ist auf 337 km/h übersetzt, das des Mexikaners auf 342 km/h.
 
Hülkenberg spürte schon im Cockpit: "Da geht ja die Post ab. Wir wurden mit jeder Runde schneller. Und die letzte war einfach perfekt." Zum Schluss setzte sich der Fahrer gegen den Plan der Ingenieure durch. Die wollten Hülkenberg für drei Runden am Stück auf die Strecke schicken.

Hülkenberg widerspricht Ingenieuren

Der lange Kerl aus dem Rheinland widersprach und zog es vor, nur für eine schnelle Runde auf Zeitenjagd zu gehen. "Ich wollte so wenig Sprit wie möglich in der Runde haben, in der die Reifen den besten Grip bieten." Zehnder fügt an: "Wenn er die eine Runde nicht hinbekommen hätte, wäre er an die Box gekommen und wir wären mit freier Reifenwahl von Rang 10 gestartet."
 
Und was ist im Rennen möglich? "Die Red Bull werden wir nicht halten können. Aber eine gute Anzahl Punkte sollte möglich sein", relativierte Hülkenberg. "Bei den Longruns lagen wir mittendrin. So schlecht sieht das nicht aus", fügte Kaltenborn an. Und Regen ist für Sauber auch keine Bedrohung. "Bei warmen Intermediate-Bedingungen funktioniert unser Auto sehr gut", analysiert Zehnder.

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