Formel 1: Der Fluch von Sauber

Zu viele Bodenwellen für den C29

Sauber C29

Nach den Testfahrten galt Sauber als potenzieller Favoritenschreck. Doch die Schweizer Autos waren in Bahrain nicht schnell genug. Platz 14 und 16 sind eine Enttäuschung für ein Team, das in die Top Ten vordringen wollte. Schuld ist die neue Strecke von Bahrain.

Die Meldung kam aus heiterem Himmel im Januar. Die Strecke von Bahrain wird um 887 Meter erweitert. Mit dem Ausbau kamen nicht nur acht zumeist langsame Kurven dazu, sondern auch jede Menge Bodenwellen. Und die verdarben Sauber das Konzept.

Bodenwellen sind Gift für harten Sauber C29

Die Aerodynamik des Sauber C29 funktioniert nur in einem kleinem Fenster. Je mehr Bewegung im Auto ist, umso unberechenbarer der Abtrieb. Deshalb sind die Sauber auf hart getrimmt. Auf den Teststrecken von Valencia, Jerez und Barcelona kommt man mit einem hart gefederten Auto gut über die Runden. Vor allem wenn es soviel Abtrieb generiert wie der neue Sauber.

Kommen Bodenwellen ins Spiel, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man stimmt die Autos weicher ab und fällt aus dem aerodynamisch günstigen Fenster, oder man versucht die springenden Autos mit noch mehr Anpressdruck auf der Straße zu halten. Das kostet Top-Speed. Und in genau dem Teufelskreis bewegte sich Sauber.

Mehr Abtrieb - weniger Top-Speed

Pedro de la Rosa ahnte schon am Freitag, dass es ein hartes Wochenende wird: "Dieser Typ Rennstrecke ist nicht gut für uns. Er hat zu viele Geraden." Genau gesagt: Die neue Buckelpiste zwischen den Kurven 5 und 13 schmeckt den weißen Autos nicht. Auf der alten Strecke hätte das Trainingsergebnis vermutlich freundlicher ausgesehen.

De la Rosa gibt dennoch das erste GP-Wochenende des Jahres nicht verloren. "Wir haben ein Auto, das mit den Reifen pfleglich umgeht. Deshalb rechne ich mir für das Rennen noch einiges aus. Punkte sind möglich, auch wenn es schwer wird." Der Heimkehrer klagte wie Michael Schumacher darüber, dass in der Qualifikation seine Reflexe noch etwas eingerostet sind. Deshalb war es für den 39-jährigen Spanier auch eine Überraschung, in der Startaufstellung vor Teamkollege Kamui Kobayashi zu stehen.

De la Rosa sieht sich als Neuling

"Es war meine erste Qualifikation seit drei Jahren. Da fehlt die Aggressivität und auch das Gefühl dafür, den Grip vom Reifen zu spüren." Obwohl der frühere Testpilot von McLaren zu den erfahrenen Piloten im Feld zählt, sieht er sich im Moment eher als Neuling. "Als Testfahrer kenne ich Valencia, Jerez und Barcelona in- und auswendig. Darauf habe ich mich spezialisiert. Die anderen Strecken sind für mich praktisch neu. Ich weiß, dass ich in der Qualifikation nicht das Optimum aus dem Auto herausgeholt habe, und dass ich einige Fehler gemacht habe. Aber selbst bei einer fehlerfreien Runde hätte ich mich nicht verbessert."

Fazit des Spaniers: "Der Rückstand auf die Bestzeit war zu groß. Aber Bahrain war auch nicht die beste Strecke für uns. Melbourne in 14 Tagen sollte besser ausschauen."

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Michael Schmidt

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