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Sauber-Pleite in Spielberg

Peinlicher Fehler wirft Sutil zurück

Esteban Gutierrez - GP Österreich 2014 Foto: xpb 66 Bilder

Sauber muss weiter auf die ersten WM-Punkte des Jahres warten. Zum schlechten Speed des Autos gesellten sich in Spielberg auch noch krasse Pannen des Teams. Beide Fahrer wurden unverschuldet eingebremst. Teamchefin Monisha Kaltenborn fand für die Fehler deutliche Worte.

22.06.2014 Tobias Grüner

Bei Sauber ist Feuer unterm Dach. Auch im achten Rennen des Jahres blieben Esteban Gutierrez und Adrian Sutil ohne Punkte. Schon vor dem Start waren die Hoffnungen gering. Doch mit eigenen Fehlern verbaute sich das Schweizer Team selbst alle Chancen.

Gutierrez für Boxenfehler doppelt bestraft

Der erste Boxenstopp von Esteban Gutierrez in Runde 12 löste eine ganze Fehlerkette aus. Die Mechaniker hatten das rechte Hinterrad am Auto mit der Nummer 21 nicht richtig festgezogen und den Piloten dennoch losgeschickt. Zu spät wurde der Fehler bemerkt. Gutierrez konnte zwar noch in der Boxengasse anhalten, aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen.
 
Den FIA-Kommissaren blieb keine andere Wahl, als eine 10-Sekunden-Stop & Go-Strafe auszusprechen. Das Rennen des Mexikaners war damit endgültig zerstört. Und auch für das nächste Rennen in Silverstone machte die Boxencrew ihrem Fahrer das Leben schwer. Für solche Fälle sieht das Reglement automatisch noch eine Rückversetzung von 10 Startplätzen beim kommenden Grand Prix vor.

Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo war in Malaysia und Bahrain bereits das gleiche Schicksal widerfahren. Nach dem Rennen wollte Gutierrez zunächst gar nicht glauben, dass er für den Fehler seines Teams doppelt bestraft wird. Diese neue Regel, die schon beim Fall Ricciardo in die Kritik geriet, wurde übrigens auf Wunsch der Teams vor der Saison eingeführt.

Fehlerhafter Funkspruch an Sutil

Der Boxenfehler hatte aber nicht nur Auswirkungen auf Guttierez. Auch das zweite Auto war kurioserweise betroffen: "Während dem Zwischenfall gab es fälschlicherweise einen Funkspruch an Adrian Sutil, der auf der Stecke war und ebenfalls aufgefordert wurde, sofort anzuhalten. Sutil verlor dadurch viel Zeit", musste das Team zugeben. Bis die Sache aufgeklärt war, hatte der Deutsche fast 10 Sekunden auf der Strecke liegengelassen.

"Bis nach meinem ersten Boxenstopp verlief alles nach Plan. Dann habe ich plötzlich einen Funkspruch bekommen das Auto sofort anzuhalten. Der Funkspruch galt jedoch nicht mir, sondern Esteban", so Sutil anschließend. "Als man mir das mitteilte, bin ich natürlich sofort weitergefahren. Dennoch hatte ich durch den Zwischenfall bereits viel Zeit verloren, wodurch ich im Laufe des Rennens früher überrundet wurde, was mich zusätzlich Zeit gekostet hat."

Deutliche Worte der Sauber-Teamführung

Der leitende Ingenieur von Sauber, Giampaolo Dall'Ara, konnte und wollte die Situation danach nicht beschönigen. "Was wir heute abgeliefert haben, ist nicht zu entschuldigen. Es wurden klar definierte Abläufe nicht eingehalten. Als Folge davon stoppten wir das falsche Auto auf der Strecke", gab der Italiener zerknirscht zu.
 
"Ebenfalls nicht akzeptabel waren Fehler bei Estebans erstem Boxenstopp, bei dem er den Befehl erhielt loszufahren, obwohl die Radmutter hinten rechts nicht montiert war. Gleichzeitig erhielt Adrian, der draußen auf der Strecke war, die Aufforderung sofort anzuhalten, was ein grober Fehler war. Was heute passiert ist, darf ganz einfach nicht geschehen", so Dall'Ara.
 
Normalerweise ist Sauber nicht für solch laute Töne bekannt. Doch auch Chefin Monisha Kaltenborn ging mit ihrem Team hart ins Gericht: "Unsere Leistung heute war nicht akzeptabel. Ein solcher Fehler bei einem Boxenstopp darf schlichtweg nicht passieren. Wir werden den genauen Hergang und die Konsequenzen prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Beide Piloten haben heute einwandfreie Leistungen gezeigt. Aber das nützt nichts, wenn wir Fehler machen. Das können wir uns nicht leisten."

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