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Sauber-Taktik beim GP Korea

Früher Reifenwechsel zahlt sich nicht aus

Kobayashi und Heidfeld beim GP Korea Foto: Sauber 29 Bilder

Sauber riskierte beim GP Korea als erstes Team den Wechsel auf Intermediates. Den Vorteil der frühen Entscheidung bezahlten Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld am Ende mit total abgefahrenen Reifen. Hätten sie vielleicht ein zweites Mal wechseln sollen?

26.10.2010 Michael Schmidt

In der 19. Runde des GP Korea schien es, als hätten Nick Heidfeld und Kamui Kobayashi den Joker gezogen. Die beiden Sauber-Piloten nutzten die erste echte Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Mark Webber dazu, die Regenreifen gegen Intermediates einzutauschen. Bei der immer weiter abtrocknenden Spur war es für alle nur eine Frage der Zeit, wann der Befehl zum Wechsel kommen würde. Normalerweise gilt: Je früher, desto besser.

Die Sauber-Strategen James Key und Beat Zehnder bewiesen Mut, schlugen während einer Neutralisation zu und setzten für andere ein Zeichen. Die Sache hatte nur zwei Haken. Erstens war die Strecke bis zur 25. Runde noch sehr feucht und die Intermediates waren zu Beginn noch sehr kalt. Die Trumpfkarte gegenüber jenen Fahrern mit Regenreifen zahlte sich dadurch erst später als erwartet aus. Zweitens waren es vom Boxenstopp der beiden Sauber bis ins Ziel noch 36 Runden. Ein Marathon für den Mischwetterreifen von Bridgestone. "Der Intermediate ist ein ganz heikler Reifen", erklärt Sebastian Vettel. "Wenn du nicht aufpasst, geht er schnell kaputt."

Sauber zu langsam für die Taktik

Die Sauber-Piloten fuhren am Ende der 55-Runden-Distanz wie auf rohen Eiern. Grip gleich null. Dazu die Dunkelheit, die es schwer machte, die nassen Flecken auf der Fahrbahn zu sehen. Für Kobayashi und Heidfeld kam noch hinzu, dass der Kurs von Korea mit seinen drei langen Geraden nicht die Idealstrecke für den Sauber C29 ist. "Da sind wir generell zu hart abgestimmt. Im Regen hilft das überhaupt nicht. Wir hatten nie den Speed und hingen in einer Gruppe langsamer Autos viel zu lange fest", erklärte Heidfeld.

Teammanager Beat Zehnder greift den Gedanken auf: "Wir waren zu langsam für unsere Taktik. Hätten wir den Speed gehabt, wären wir nach der Serie der Boxenstopps vor vielen anderen Autos geblieben und wie berechnet auf den Plätzen fünf und sechs gelegen. So haben wir auch den Platz an Petrov verloren."

Kein Vorteil durch weiteren Reifenwechsel

Ein Wechsel auf einen zweiten Satz Intermediates wurde kurz in Betracht gezogen, aber die Sauber-Strategen kamen wieder davon ab. "Es hat unheimlich lang gedauert bis der Intermediate auf Temperatur kam. Und danach war ein neuer Satz nicht so wahnsinnig viel schneller als ein alter, so dass sich das Experiment nicht gelohnt hätte", bedauerte James Key. Auch Mercedes hatte einen zusätzlichen Reifenwechsel kurz in Betracht gezogen, ließ es aber wie Sauber bleiben. Ross Brawn erklärt warum: "Wir wären in den Verkehr gefallen. Im Mittelfeld ging es ziemlich hoch her. In dieses Chaos wollten wir nicht reinfallen."

Nico Hülkenberg war am Ende der einzige, der einen frischen Satz Intermediates ausfasste. "Aber nicht freiwillig. Hätte ich nicht einen Plattfuß links hinten gehabt, wäre ich bis zum Ende durchgefahren. Dann hätte ich noch den Rubens gekriegt. Es hat zu lange gedauert, bis die Reifen im Arbeitsbereich waren. Und unser Auto zählt in Bezug auf Aufwärmen noch zu den besseren. Zum Schluss war nicht genug Zeit übrig, um die neuen Reifen noch voll zu nutzen."

Sauber: "Kampf um Platz sechs nicht in Korea verloren"

Peter Sauber nahm die sechs Punkte für das Team mit einem Schuss Kritik hin. "Heute wäre mehr drin gewesen." Um Williams und Force India einzuholen, müsste schon ein Erdbeben stattfinden. Da fehlen 25 respektive 22 Punkte. "Wir haben den Kampf um Platz sechs nicht heute verloren", bilanzierte Sauber. "Daran war der Saisonstart schuld. Wenn man erst im siebten Rennen Punkte macht, ist es schwer die beiden noch abzufangen."

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