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Sauber-Technikchef James Key exklusiv

"Ich plane langfristig mit Sauber"

James Key Foto: Sauber F1 32 Bilder

Nach dem Wechsel von Force India zu Sauber hat James Key mittlerweile zehn Grands Prix mit dem Schweizer Rennstall absolviert. Der neue Technikchef zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung. Für die kommende Saison erwartet Key einen weiteren Schritt nach vorne.

31.08.2010 Tobias Grüner

Belgien war der zehnte Grand Prix mit Sauber. Haben Sie sich schon eingelebt?
Key: Ja, alles läuft gut. Es gibt natürlich einen Unterschied in der Kultur eines neuen Teams und dann noch in einem anderen Land. Da muss man sich erst dran gewöhnen. Bei den Prozessabläufen kommen einem manche Sachen bekannt vor, anderes ist komplett neu. Es ist immer sehr verlockend und sehr einfach hier anzukommen und alles so zu verändern, wie man das vorher gewohnt war. Das habe ich aber versucht zu vermeiden. Ich wollte erst verstehen, wie das Team arbeitet. Die Geschichte des Rennstalls ist lang und erfolgreich. Ich habe nur die Dinge geändert, von denen ich denke, dass sie dem Team nützen und nicht gleich alles, nur damit es für mich leichter wird.

Was haben Sie denn bei der Entwicklung des Autos konkret geändert?
Key: Wir haben jetzt eine neue Arbeitsweise, um die Schwächen des Autos zu beheben und wir setzen andere Prioritäten bei der Entwicklung. Ich wollte von Anfang an dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter immer das geringere Budget im Hinterkopf behalten. Das Team war früher ja deutlich größer. Ich habe deshalb immer wieder betont, dass wir nicht mehr alles machen können. Wir müssen uns clever anstellen und die richtigen Schwerpunkte bei der Entwicklung des Autos setzen. Das ist mein Teil, bei dem ich mich ins Team einbringen will, ohne dabei aber gleich die ganze Teamkultur zu ändern. Es gibt viele Bereiche rund um das Auto, bei denen ich einfach versuche sicherzustellen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.

Leben Sie in der Schweiz und lernen Sie auch die Sprache?
Key: Ja, ich wohne dort. Bis jetzt bin ich aber noch nicht so erfolgreich in puncto Sprachkenntnisse. Das liegt vor allem daran, dass der Tag nur 24 Stunden hat. Wenn man vor Ort lebt, gewöhnt man sich ziemlich schnell an die neue Umgebung und die Leute und bekommt schnell mit, wie die Dinge laufen.

Was können wir in dieser Saison noch von Sauber erwarten? Welche Upgrades sind noch in Planung?
Key: Wir haben noch ein paar kleinere Upgrades, die wir bis zum Saisonende einführen werden. Hauptsächlich im Bereich Aerodynamik. Es laufen aber auch auf ein paar Projekte auf der mechanischen Seite.

Was wird genau am Auto gemacht?
Key: Es wird ein generelles Update sein. Überall am Auto sind neue Teile geplant, z.B. am Diffusor und am Frontflügel. Einfach ein normaler Entwicklungsschritt.

Wann soll dieser Schritt kommen?
Key: Er ist für die letzten fünf Rennen des Jahres eingeplant, also zum Grand Prix von Singapur.

Was erwarten Sie vom Paket für den kommenden Grand Prix in Monza?
Key: Das ist für uns sehr schwer vorherzusagen, um ehrlich zu sein. Eine unserer Schwächen liegt in der aerodynamischen Effizienz des Autos. Mit viel Abtrieb läuft es ganz gut. Bei weniger Abtrieb ist aber noch nicht so klar, wo wir stehen. Bis auf das Qualifying-Problem sah das Spa-Wochenende ganz vernünftig für uns aus. Da die Strecke ja auch weniger Abtrieb verlangt, könnte Monza ganz okay für uns werden. Wir werden es aber erst sehen, wenn wir dort sind. Die letzten fünf Rennen sollten uns aber besser liegen.

Ist die Entscheidung schon gefallen, ob Sauber in Monza mit oder ohne F-Schacht fährt?
Key: Wir haben die Option, den F-Schacht wegzulassen und ziehen das auch in Betracht. Wir werden die endgültige Entscheidung aber erst vor Ort an der Strecke treffen.

Wie sieht es für nächste Saison aus? Läuft die Entwicklung nach Plan?
Key: Wie bei allen Teams gibt es noch Unsicherheit in puncto Reifen. Keiner weiß genau, wie sich die Pirelli-Reifen im kommenden Jahr verhalten. Der Designprozess läuft derzeit parallel zur Weiterentwicklung des diesjährigen Autos.

Wie viele Kapazitäten werden schon in das neue Auto gesteckt?
Key: Auf der Design-Ebene arbeitet ein Großteil des Teams schon am kommenden Auto. Es werden vor allem Ideen gesammelt und neue Konzepte gesucht. In puncto Aerodynamik verläuft die Entwicklung parallel. Wir haben in diesem Bereich noch etwas Arbeit vor uns bis Saisonende. Momentan ist es ungefähr 50 zu 50 aufgeteilt. Aber es verschiebt sich natürlich immer mehr in Richtung des nächstjährigen Autos.

Gehen Sie bei der Entwicklung des neuen Autos andere Wege?
Key: Ja, wir haben unsere Arbeitsweise im Windkanal etwas geändert. Der Prozess war bereits sehr effizient, aber wir mussten noch etwas geradliniger arbeiten. Unsere Aerodynamikabteilung ist nun etwas anders organisiert. Wir haben die Arbeitsgruppen für die verschiedenen Bereiche des Autos neu eingeteilt.

Haben Sie schon Sicherheit über das Reglement für kommende Saison?
Key: Es gibt noch ein paar Bereiche, die noch nicht zu 100 Prozent geklärt sind, wie z.B. die Funktionsweise des neuen Heckflügels. Es reicht für die Teams aber aus, um mit der Entwicklung des Autos voranschreiten zu können.

Sind Sie etwas besorgt wegen der angespannten Sponsorsituation bei Sauber?
Key: Das ist zwar nicht mein Bereich, aber ich habe da auch keine großen Bedenken. Ich weiß, dass aktiv daran gearbeitet wird und wir haben ja schon am Wochenende in Spa ein sehr auffälliges neues Logo am Flügel präsentieren können. Es läuft also in eine positive Richtung. Mit den Verbesserung des Autos haben wir gezeigt, zu was das Team im Stande ist. Wenn wir das beibehalten können, erwarte ich im kommenden Jahr einen weiteren Schritt nach vorne. Ich plane langfristig mit Sauber.

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