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Der Sauber-Trick

Zwei Extra-Runden für Strafe

Felipe Nasr - GP Italien 2016 Foto: sutton-images.com 67 Bilder

Für Felipe Nasr war der GP Italien eigentlich nach 4 Runden wegen Unfallschäden an seinem Sauber beendet. Doch nach einer 15-minütigen Pause stieg der Brasilianer wieder ein. Um eine Strafe abzusitzen, die seiner Meinung nach ungerechtfertigt war.

06.09.2016 Michael Schmidt 1 Kommentar

Das Rennen begann gut für Felipe Nasr. Platz 16 für den Sauber-Piloten. Damit hatte er gegenüber dem Training schon 2 Positionen gewonnen. Dann traf er in der ersten Schikane Jolyon Palmer. Nasr lag innen, Palmer außen. Der Sauber hatte die Nase vorn. Am Ausgang der Schikane verhakten sich die Räder. Zurück blieben zwei schwer verwundete Autos, die an den Boxen repariert werden mussten.

Beide Fahrer gaben sich gegenseitig die Schuld. Palmer schimpfte: „Ich lag in der ersten Schikane neben Nasr, als er entschied, mich von der Strecke zu schieben. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat. Ich bin so weit wie möglich ausgewichen, ohne dass ich einen Dreher riskiere.“

Für Sauber-Teammanager Beat Zehnder stellte sich der Fall ganz dar: „Wenn es nach den FIA-Regeln geht, dann liegt die Verantwortung bei Palmer. Weil Felipe klar vorne lag. Klarer geht es gar nicht. Also darf er die Strecke voll nutzen.“

„Der Hintermann muss schauen, wo er bleibt. Palmer hätte auch vom Gas gehen können. Das Thema wurde mit Charlie Whiting beim Teammanager-Treffen nach den Vorfällen mit Verstappen und Kimi noch einmal angesprochen. Wer vorne liegt, hat das Recht auf die Straße.“

Nach 15 Minuten Pause: Wo ist Nasr?

Die Sportkommissare entschieden anders. Nasr bekam die Strafe. 10 Sekunden Absitzen beim nächsten Boxenstopp. „Ich konnte es nicht glauben“, ärgerte sich Teamchefin Monisha Kaltenborn. „Wir sind davon ausgegangen: Wenn einer bestraft wird, dann Palmer.“

Nasr stieg nach zwei Proberunden aus dem Auto aus. Sein Sauber war im Bereich des Unterbodens schwer beschädigt. Das kostete 40 Punkte Abtrieb. Oder 3 Sekunde pro Runde. Sinnlos weiterzufahren.

Sauber meldete das Auto als ausgefallen. Für Zehnder war klar, dass die Sache als „Rennunfall“ gewertet wird. Bis sich aus heiterem Himmel die Sportkommissare meldeten. „Da habe ich mir gedacht, dass es gut wäre, wenn wir die Strafe noch vor Ort absitzen.“

Doch wo war Nasr? Der Brasilianer hatte längt den Helm abgenommen und sich ins Motorhome verdrückt. „Zum Glück hatte er den Overall noch an.“

Sauber wollte Strafe für Singapur vermeiden

Nach 15 Minuten Pause setzte sich Nasr wieder ins Auto, fuhr eine Runde, kam an die Box um die Strafe abzusitzen, fuhr noch eine Runde und stieg wieder aus. Damit war sein Rennen endgültig vorbei. Und er muss keine Angst haben, in Singapur zu büßen für etwas, das er in Monza angeblich verbrochen hat.

Zehnder erklärt: „Es kann passieren, dass du sonst eine Strafe für das nächste Rennen bekommst. Bei 10 Sekunden wären das 3 Startplätze. Das liegt im Ermessen der Sportkommissare. Wir wollten es aber nicht darauf ankommen lassen.“

Sauber ist das mit Esteban Gutierrez schon einmal passiert. Damals blieben die Kommissare hart und verpassten dem Mexikaner eine Startplatzstrafe für das folgende Rennen.

Neuester Kommentar

Schuldig oder nicht schuldig, das Hauptproblem sind die dauernd ändernden Beurteilungen. Das Hauptproblem dürften die dauernd ändernden Kommisare sein. Aber die Rennleitung ist nicht besser. Raidillon in Spa in der Qualification werden alle Zeiten gestrichen kaun 1~2 cm hinter dem Strich, doppelter Nachteil auch wegen der Reifensituation. Ob das Team Magnussen schon gewarnt hat? Tatsache bei Rausflug von Magnussen war er mit dem halben Auto auf der Piste, resultat er setzt auf und wird ausgehebelt. Er hätte mindesten 30~40cm weiter auf der Piste oder mindestens dasselbe neben der Piste sein müssen und es wäre nichts passiert, im schlimmsten Fall eine Zeitstrafe.
In Monza riskiert in der Parabolica seit einem Jahr nicht mehr wen er neben der Piste fährt, wo er entweder in den Schranken oder im Kies endete. Nun ist es kein Problem mit dem Auto auch mehr als einen Meter neben der weissen Linie zu fahren. Resultat wer zu schnell ist lässt das Fahrzeug einfach hinaus driften er fährt einfach einen weiteren Radius. Es sage mir niemand er gewinne damit keine Zeit. Was passiert im Quali und Rennen, nichts alles erlaubt.
Wie oft hat ein Fahrer eine Startplatzstrafe erhalten für ein möglich behinderung. Nun am Samstagmorgen in der Auslaufrunde bummelt Verstappen durch die Roggia und der heranbrausende Rosberg muss in die Eisen. Hat irgendjemand von einer Untersuchung gehört oder einer möglichen bestrafung? Nichts.

Bei diesem Vorfall hatte ich das Gefühl das die Schuld wohl eher bei Palmer lag, aber wahrscheinlich es als Rennunfall abzutun die beste Entscheidung gewesen wäre.

Es braucht unbedingt eine klarere Linie, ein aktiver Fahrer oder einer seit kurzem Zurückgetretten der für ein Jahr zusammen mit zwei immer gleichen FIA Kommisare die Entscheidungen treffen. Es wird trotzdem Diskussionen geben, aber rein theoretisch solten die Entscheide gleichmässiger werden.

bschenker 6. September 2016, 13:33 Uhr
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