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Sauber und Williams in Monaco

Rennen der verpassten Chancen

Pastor Maldonado - Williams - Formel 1 - GP Monaco - 26. Mai 2012 Foto: xpb 57 Bilder

Für Sauber und Williams war der GP Monaco ein Rennen der verpassten Chancen. Beide Autos hatten den Speed für Podiumsplatzierung. In beiden Fällen saß das Problem im Cockpit. Peter Sauber forderte nach der Nullrunde: "Wir müssen unsere Chancen besser nutzen."


31.05.2012 Michael Schmidt

Bei Force India wurde gejubelt. Paul di Resta und Nico Hülkenberg brachten zehn WM-Punkte auf das Konto. Das ist viel Holz mit einem Auto, das nach Einschätzung von Sportdirektor Otmar Szafnauer derzeit drei bis fünf Zehntel hinter den potenziellen Siegern fährt. Und dazu zählen neben den üblichen Verdächtigen Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und Lotus in fiesem Jahr auch Sauber und Williams.

Sauber war siegfähig

Aerodynamikmessungen in Barcelona haben sogar ergeben, dass der Sauber C31 und der Williams FW34 in Bezug auf die aerodynamische Effizienz die besten Autos im Feld sind. Besser als Red Bull, McLaren oder Ferrari? Red Bull-Berater Helmut Marko wundern diese Zahlen nicht. "Die haben gute Autos, aber keiner weiß warum. Sie sind nicht so hochgezüchtet wie ein Red Bull oder McLaren, aber offenbar einfach zu fahren und zu verstehen. Bei der augenblicklichen Lage ist alles möglich. Wenn man bei Williams in Barcelona von einem Glückstreffer spricht, dann muss man das folgerichtig auch bei unseren Erfolgen tun. Es gibt eine Reihe guter Autos, und die Bedingungen entscheiden über Sieg oder Niederlage."

Sauber und Williams wären auch in Monte Carlo gut gewesen. Peter Sauber traute sich zu sagen: "Unser Auto hatte die Qualität zu gewinnen." Die Rundenzeiten in den freien Trainingssitzungen bestätigten das. Der Sauber C31 war wie üblich in den schnellen Passagen gut unterwegs. "Wir waren aber auch stark im Sektor drei, und da kommt es voll auf Traktion an", freute sich Sauber.


Dumme Fehler von Maldonado

Gleiches gilt für Williams. Chefdesigner Ed Wood meinte am Samstagabend verbittert: "Der Maldonado hatte den Speed für einen Platz in den ersten beiden Startreihen. Jetzt stehen wir ganz hinten." Der Barcelona-Sieger traf in der letzten Startreihe Sergio Perez, den Mann, dem er am Samstagvormittag unmotiviert ins Auto gefahren war. Selbst bei Williams wunderte man sich über die Aktion. Maldonados Ausrede, er hätte sich nach dem Ablassen von 100 Kilogramm Sprit an das Einlenkverhalten des nun viel leichteren Autos erst gewöhnen müssen, wurde ihm von den Sportkommissaren widerlegt. Eine Luftaufnahme zeigte ganz deutlich, dass der Venezolaner abrupt von der Rennlinie abweicht und in den Sauber steuert. Die unorthodoxe Linie wurde erst recht deutlich, als man sie über jene von Lewis Hamilton legte, der den Streithähnen folgte. Natürlich auf der Rennlinie. Maldonado fand für diese Abweichung keine plausible Erklärung und wurde bestraft.

Zu den zehn Startplätzen kamen später weitere fünf hinzu, weil bei dem darauffolgenden Unfall am Casino einige Innereien des Getriebes Schaden genommen hatten. Die Williams-Ingenieure fischten Metallspäne aus dem Getriebeöl. Maldonados Rennen dauerte nur 500 Meter. Dann krachte er dem HRT von Pedro de la Rosa ins Heck. Dümmer kann man ein Monaco-Rennen nicht wegwerfen. "Eigentlich schade", sagte einer vom Team. "In Monaco ist Pastor immer besonders stark und Senna hat im Rennen demonstriert, was für ihn dringelegen hätte."

Immerhin rettete Bruno Senna seinem Arbeitgeber noch einen WM-Punkt. Sauber ging völlig leer aus. Der Unfall von Sergio Perez im ersten Abschnitt der Qualifikation wird wahrscheinlich nie geklärt werden. Die Daten zeigen bis kurz vor dem Einschlag keine Unregelmäßigkeit. Wäre wie von Perez vermutet die Spurstange vorher gebrochen, hätte man das am Lenkwinkel und den Lenkkräften sehen müssen. Bei einer Inspektion der Aufhängungsteile in der Fabrik in Hinwil kam nur heraus, dass diese so zerstört sind, dass einer genauer Ablauf nicht mehr zu rekonstruieren ist. Hier gilt: Im Zweifel gegen den Angeklagten. Perez war vermutlich zu schnell. Zu einem Zeitpunkt, an dem es nur ums Weiterkommen ging.

Auch im Rennen machte der Mexikaner keine glückliche Figur. Zwar verbesserte er sich von Platz 23 auf 11 und fuhr auch die schnellste Rennrunde, doch dann kassierte er eine Durchfahrtstrafe für die Behinderung eines Konkurrenten. Bei der Fahrt an die Boxen schnitt er Kimi Räikkönen einfach den Weg ab. Der Finne musste bremsen und verlor einen Platz an Hülkenberg. "Die Linie in die Box war schon okay", erklärte Teammanager Beat Zehnder, "leider hat Checo vergessen, dass der Kimi hinter ihm war." Ob die Strafe Punkte gekostet hat, ist schwer zu beurteilen. Zehnder: "Wir wären vielleicht immer noch Elfter geworden, aber nicht mit einer Runde Rückstand."

Die schnellste Rennrunde, die 1,509 Sekunden unter Mark Webbers Bestzeit lag, war für Peter Sauber nur ein schwacher Trost: "Sie zeigt uns, was möglich gewesen wäre." Kamui Kobayashi konnte es nicht zeigen. Der Japaner leistete sich im Training zwar einen ähnlichen Blackout wie Perez, zum Glück ohne Folgen, doch für den Ausfall im Rennen konnte er nichts. "Der Grosjean hat uns schon zum zweiten Mal ein Rennen zerstört", zürnte Sauber. "In Barcelona schlitzt er Perez den Reifen auf, und hier rutscht er in Kamuis Auto." Das nahm die Spurstange vorne rechts übel. 

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