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Sauber verliert vor Gericht

Van der Garde ein Sicherheitsrisiko?

Sauber - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 11. März 2015 Foto: ams 25 Bilder

Sauber hat die Anhörung vor einem Melbourner Gericht im Fall Giedo van der Garde in erster Instanz verloren. Der Holländer klagte erfolgreich sein Recht auf Arbeit bei dem Schweizer Rennstall ein. Sauber sieht ein Sicherheitsrisiko, sollte der Ex-Testfahrer beim GP Australien starten.

11.03.2015 Michael Schmidt

Es steht 2:0 im Fall Giedo van der Garde gegen Sauber. Nachdem der Holländer vor einem Schiedsgericht in Genf bereits erfolgreich sein Recht auf Arbeit bei Sauber erstritten hatte, gewann er nun auch in erster Anhörung vor einem Gericht in Melbourne. Sauber ging daraufhin sofort in Revision. Nach einer kurzen Anhörung am Mittwochnachmittag (11.3.2015) entschieden die Berufungsrichter, dass am Donnerstag eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Giedo van der Garde klagt auf ein Cockpit bei Sauber. Offenbar war mit seinem Testfahrer-Vertrag 2014 das Versprechen verbunden, in diesem Jahr zum Stammpiloten befördert zu werden. Sauber hatte jedoch stattdessen Marcus Ericsson und Felipe Nasr nominiert. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Beide bringen Sponsorgeld in einer Höhe mit, die dem Rennstall vorerst das Überleben sichert. Gerüchte sprechen von einer Einlage von insgesamt 40 Millionen Euro. Van der Gardes Sponsor McGregor kann oder will mit diesen Summen offenbar nicht mithalten.

Van der Garde akzeptiert keine finanzielle Entschädigung von Sauber

Doch van der Garde hat nach eigener Einlassung einen Vertrag. Er will keine finanzielle Entschädigung, sondern fahren. Damit müsste entweder Nasr oder Ericsson zurücktreten, was für Sauber unabsehbare finanzielle Folgen hätte. Das Urteil des Gerichts in Melbourne kann deshalb weitreichende Konsequenzen haben, sollte auch die Berufung verloren gehen.

Teamchefin Monisha Kaltenborn reagierte ernüchtert auf die Entscheidung der Richter: "Wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung und müssen uns nun die Zeit nehmen, die Konsequenzen dieser Entscheidung zu verstehen sowie die Auswirkungen auf unseren Saisonstart zu evaluieren."

"Allerdings können wir nicht die Sicherheit unseres Teams, oder anderer Fahrer auf der Strecke gefährden, nur um dem Wunsch eines unvorbereiteten Fahrers nachzukommen, Rennen für uns zu bestreiten. Und dies in einem Fahrzeug, das auf zwei andere Fahrer zugeschnitten wurde."

Welche Agenda steckt hinter der Klage?

Das Argument des Sicherheitsrisikos wirkt etwas vorgeschoben, weil van der Garde genügend Erfahrung hat, um ein Formel 1-Auto auch ohne Testfahrten zu steuern. Doch der Holländer ist nie im neuen Sauber C34 gesessen. Es gibt keinen Sitz, und man weiß nicht, wie gut er in das neue Cockpit passt. Außerdem ist er bei der FIA nicht als offizieller Sauber-Fahrer gemeldet. Neben Ericsson und Nasr wurde Ferrari-Zögling Raffaele Marciello als Testfahrer nominiert.

Das Team hat noch bis Donnerstag um 16 Uhr Ortszeit Luft, seine beiden Piloten für den GP Australien einzuschreiben. Um 9.30 Uhr in der Früh beginnt die Berufungsverhandlung. Pessimisten glauben, dass im schlechtesten Fall keiner fährt. Da müsste man sich dann fragen, was van der Gardes Schwiegervater und Gönner mit seiner Gewalt-Aktion vor Gericht bezweckt.

Nicht wenige im Fahrerlager glauben, dass die Holländer vielleicht auf einen Kollaps des Rennstalls spekulieren, um sich dann günstig Sauber einzuverleiben. Angeblich hatte man bereits einmal avisiert, Aktien des Teams kaufen zu wollen. Doch selbst in diesem Fall wäre van der Garde nicht zwangsläufig geholfen. Die Übernahme eines Teams ist ein Prozess, der sich ein halbes Jahr und länger hinziehen kann. Und dann ist immer noch nicht garantiert, wer den Rennstall übernimmt.

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