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Sauber wirft Punkte weg

Der verfluchte zweite Boxenstopp

Felipe Nasr - GP Bahrain 2015 Foto: Sauber 59 Bilder

Die Sauber-Piloten waren auf dem Weg in die Punkteränge. Doch dann brachten zwei missglückte Boxenstopps Felipe Nasr und Marcus Ericsson um alle Chancen. Ärgerlich, denn für Sauber wäre die Dreistopp-Strategie aufgegangen.

21.04.2015 Michael Schmidt

Nach fünf Runden sah die Sauber-Welt noch in Ordnung aus. Marcus Ericsson lag auf Platz 9, Felipe Nasr auf Rang 12. Alle in einer riesigen Gruppe, die sich hinter Daniel Ricciardo staute. Nach 18 Runden konnte man sich am Kommandostand berechtigte Hoffnungen auf Punkte machen. Ericsson hatte sich auf Platz 8 vorgearbeitet und konnte dem Lotus von Romain Grosjean folgen. Nasr kämpfte mit Nico Hülkenberg und Felipe Massa um Platz 9. Fünf Sekunden hinter Teamkollege Ericsson.

Der Brasilianer hatte trotz Platzverlust in der Startrunde und trotz eines Motorproblems noch Kontakt zu den Punkterängen. "Es gab einen kurzfristigen Leistungsverlust, den wir aber beheben konnten. Trotzdem hat das Felipe 12 Sekunden Zeit gekostet", verriet Chefingenieur Giampaolo Dall'Ara.

Für Nasr drehte sich die Reihenfolge um

Dann stand die Serie der zweiten Boxenstopps an, und das Unheil braute sich über Sauber zusammen. In der 24. Runde kam das Trio Nasr, Massa und Maldonado an die Box. An der Boxenausfahrt hieß die Reihenfolge Maldonado, Massa und Nasr. Der Reifenwechsel hatte eine Sekunde zu lange gedauert. Weil ein Problem auftrat, das Sauber schon einmal beschäftigt hat.

Es kann passieren, dass es mit dem Rad Schwierigkeiten gibt, das je nach Streckenlayout am meisten belastet ist. In Bahrain war das links hinten. Dann lässt sich die Radmutter in manchen Fällen nur schwer lösen. Möglicherweise ist die unterschiedliche Temperaturausdehnung von Radmutter, Nabe und Felge daran schuld. Nasr steckte nach dem Boxenstopp im Verkehr fest und verlor so viel Zeit, dass die Dreistopp-Taktik für ihn nicht mehr aufging.

Ericsson verliert 24 Sekunden in der Box

Marcus Ericsson traf es noch schlimmer. Sein zweiter Reifenwechsel kostete ihn 24 Sekunden. Vorne links ließ sich das Rad nicht draufstecken. Die Sicherheitsmanschette auf der Radnabe hatte sich verklemmt. Sie blockierte die Montage des Rades.

Der Mechaniker dachte zuerst, dass die Führungsstifte im Radträger nicht eingerastet waren. Als er die Manschette entdeckte, musste zuerst das halb aufgesteckte Rad wieder weg, um das klemmende Teil zu entfernen. Ericsson fiel von Platz 8 auf Rang 17. Aus der Traum von WM-Punkten.

Die Dreistopp-Strategie wäre für beide Sauber-Piloten aufgegangen. "Wir hatten uns für drei Stopps entschieden, damit unsere Jungs jede Runde attackieren konnten. Und beide lagen exakt im Marschplan", ärgerte sich Teammanager Beat Zehnder hinterher.

Der langjährige Chef an der Boxenmauer stellte die oft kritisierte Fahrerwahl bei Sauber ins rechte Licht: "Beide sind für ihr Alter unheimlich reif. Ericsson wird total unterschätzt. Ich habe selten bei Zweikämpfen unserer Fahrer so viel Disziplin gesehen. Nach vier Rennen musste ich noch kein einziges Mal bei den Sportkommissaren vorsprechen."

Wäre der GP Bahrain aus Sicht von Sauber normal weitergelaufen, dann hätten weitere sechs Punkte auf das Konto kommen können. So ist diese Saison eine Achterbahnfahrt: 14 Zähler in Melbourne, null in Sepang, 5 in Shanghai und wieder null in Sakhir.

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