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Schlacht im Verfolgerfeld

HaasF1 schockt Establishment

Romain Grosjean - GP Bahrain 2016 Foto: sutton-images.com 63 Bilder

Die Podiumsplätze sind gesetzt. Sie gehen an Mercedes und Ferrari. Doch was passiert dahinter? Red Bull führt eine Gruppe von Verfolgern an, die je nach Rennstrecke die Reihenfolge ändern. Die größte Enttäuschung ist Williams. Und die größte Überraschung HaasF1.

05.04.2016 Michael Schmidt

An Mercedes und Ferrari führt kein Weg vorbei. Wenn alle 4 Autos ins Ziel kommen, belegen Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen die ersten 4 Plätze. Dahinter ist das Bild nicht so klar.

Im Moment führt Red Bull die Gruppe der Verfolger an. Was Daniel Ricciardo mit einem zweiten vierten Platz in Folge unterstrich. Er war sogar noch wertvoller als der erste. Weil er mit einem ramponierten RB12 erzielt wurde. Der Schaden am Frontflügel kostete Ricciardo eine halbe Sekunde pro Runde.

Williams hing 2014 und 2015 im Sandwich zwischen Ferrari und Red Bull. "Mal waren die einen vor uns, mal die anderen. Im Moment beide. Es ist unheimlich schwierig mit unserem Budget mit Teams mitzuhalten, die doppelt so viel haben. Da müssen dir schon viele schlaue Sachen einfallen“, analysiert Technikchef Pat Symonds grimmig.

Williams zog unter Druck Kurznase vor

Deshalb wurde die neue Kurznase auch am Freitag von London aus auf die Reise nach Bahrain geschickt. Es gab nur ein Exemplar, das Felipe Massa bekam. "Ein erster Einsatz erst am Samstag ist nicht ideal. Aber wir wollten unbedingt Daten sammeln, damit wir beim nächsten Rennen in China gerüstet sind", erklärt Symonds. Die Konkurrenz zwingt Williams zu solchen Klimmzügen.

Toro Rosso, Force India und HaasF1 stehen schon vor der Tür. Und bald auch McLaren, wenn Honda endlich Leistung findet. HaasF1 bestätigte im zweiten Anlauf mit dem fünften Platz von Romain Grosjean sein gutes Debüt. Die Truppe wird der Konkurrenz langsam unheimlich. "Ein gutes Team, gut finanziert, professionell geführt, aber eben ein Kundenteam. Ich bin kein Fan von diesem Modell", gibt Force Indias Teamchef Bob Fernley zu.

HaasF1 hat in Bahrain gezeigt, dass man auch den Speed hat, im Mittelfeld zu bestehen. Die Startplätze 9 und 13 sind repräsentativ. "Wir träumen jetzt nicht davon, dass es in dem Stil weitergeht. Die 18 Punkte nach zwei Rennen lassen uns vielleicht etwas zu gut aussehen", resümiert Teamchef Guenther Steiner.

HaasF1 arbeitet an den Abläufen

Das Auto hat eine gute Basis. Es ist ein verkappter Ferrari, sagen die Kritiker. Doch jetzt beginnt für HaasF1 der zweite Schritt. Das Team muss sein Auto selbst weiterentwickeln. In China wird ein neuer Frontflügel erwartet. So langsam stimmen auch die Abläufe. Zwei der drei Boxenstopps lagen mit 3,0 Sekunden im guten Durchschnitt.

Beim dritten setzte der Mechaniker zwei Mal an. "Es wird ein dreiviertel Jahr dauern, bis bei uns alles Routine ist", glaubt Teammanager Dave O‘Neill. "Bei den Boxenstopps sind wir mit unserer zusammengewürfelten Mannschaft gerade dabei, die Geschwindigkeiten der einzelnen Leute anzupassen."

Auch die Auswahl der Reifen passte genau. HaasF1 konzentrierte sich auf die weicheren Gummimischungen, weil das Auto nett mit seinen Reifen umgeht. Steiner: "In Melbourne haben unsere Reifen sogar besser gehalten als die von Mercedes." Williams machte das Gegenteil und zog mit den Medium-Gummis die Niete. Felipe Massa und Valtteri Bottas waren auf den harten Reifen Freiwild für die Konkurrenz.

Force India wartet auf Spanien-Upgrade

Force India wird sich schwer tun, den fünften Platz vom Vorjahr zu verteidigen. Die Luftdurchleitung durch die Achse brachte einen kleinen Fortschritt, aber nicht genug, um die direkten Gegner abzuschütteln.

Nach der ersten Runde standen beide Autos mit Frontflügelschäden an der Box. Nico Hülkenberg war Grosjean ins Heck gefahren, Sergio Perez hatte sich mit Carlos Sainz angelegt. Nach den frühen Boxenstopps war nichts mehr zu gewinnen.

Das Team hofft jetzt auf die große Aerodynamik-Ausbaustufe zum GP Spanien. Bis dahin schwärmt Nico Hülkenberg vom Toro Rosso: "Das Ding klebt auf der Straße. Im Verkehr, bei Wind, über Bodenwellen. Wenn er mal rutscht, bleiben die Reifen stabil. Bei mir geht da gleich die Temperatur durch die Decke." Max Verstappen hat das Punktekonto von Red Bulls Juniorteam um 8 Punkte aufgestockt. Toro Rosso liegt in der Gesamtwertung nur 5 Punkte vor Force India.

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