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Schlag für Heidfeld

Renault bestätigt Petrov

Vitaly Petrov Foto: xpb

Die Chancen von Nick Heidfeld auf ein Formel 1-Cockpit im nächsten Jahr werden immer kleiner. Wie erwartet bestätigte Renault jetzt Vitaly Petrov als alte und neue Nummer zwei neben Robert Kubica für die nächsten zwei Jahre.

22.12.2010 Michael Schmidt

Eigentlich ist es keine Überraschung. Schon beim Saisonfinale in Abu Dhabi hieß es aus Renault-Kreisen: Zu 99 Prozent ist Vitaly Petrov fix. Sein Superrennen im Finale, als er 34 Runden lang Fernando Alonso standhielt, schien die Position des 26-jährigen Russen noch zu festigen. Nick Heidfeld hatte bereits in Abu Dhabi die böse Vorahnung: "Die nehmen den Petrov. Jetzt, wo es in Sotschi einen russischen Grand Prix geben wird und Regierungschef Putin auch noch hinter der Formel 1 steht, werden meine Chancen immer kleiner."

Petrov muss an sich arbeiten

Dass es trotzdem noch fünf Wochen gedauert hat, bis Renault die Vertragsverlängerung mit Petrov bestätigte, liegt am 13. der WM-Gesamtwertung selbst. Petrov sorgte im Team für Unmut, weil er nur geringen Arbeitseifer an den Tag legt und weil sein Englisch immer noch lückenhaft ist. Man hätte gerne, dass der Russe nach England zieht. Deshalb ließ man ihn mit dem Vertrag zappeln. Besitzer Gerard Lopez glaubt, dass sein Fahrer Potenzial hat, fordert aber: "In der abgelaufenen Saison ließ er phasenweise seine Qualitäten durchblitzen. Vitaly muss 2011 konstanter werden."

Lopez deutet auch an, warum Petrov 2011 und 2012 für seinen Rennstall an den Start gehen wird. "Er hat uns die Tür zum russischen Markt geöffnet. In den letzten Monaten ist es uns gelungen, Kontakte und Partnerschaften mit dem Land und einigen der größten russischen Firmen zu knüpfen." Russische Sponsoren haben 2010 rund zehn Millionen Euro in das Budget von Renault beigesteuert. Diese Summe soll sich in den nächsten zwei Jahren verdoppeln. Teamchef Eric Boullier glaubt ebenfalls, dass Petrov die Lücke zu Kubica schließen kann, die in diesem Jahr zweitweise bei einer Sekunde pro Runde lag. "Robert ist eine echte Messlatte in Bezug auf Speed und Beständigkeit. Mit einem Jahr Erfahrung im Rücken wird es Vitaly gelingen, näher an Robert heranzurücken."

2010 war ein Lehrjahr für Petrov

In seiner ersten Saison fiel Petrov hauptsächlich durch Unfälle auf. Highlights waren seine Regenfahrt in Shanghai zu seinen ersten WM-Punkten, der fünfte Platz von Budapest und das Duell mit Alonso in Abu Dhabi. Petrov glaubt, dass er eine zweite Chance verdient hat: "2010 war ein Lehrjahr. 2011 ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Leistung abliefern will. Ich muss das in mich gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Jeden Tag, wenn ich in dieses Auto starte, fühlt es sich für mich an wie Weihnachten."

Petrovs Verbleib bei Renault reduziert Nick Heidfelds Chancen auf einen Stammplatz auf ein Team. Offen ist nur noch der zweite Sitz neben Heikki Kovalainen bei Lotus. Force India will seine beiden Fahrer vor Weihnachten bestätigen. Zur Wahl stehen Adrian Sutil, Nico Hülkenberg, Vitantonio Liuzzi und Paul di Resta. Hülkenberg-Manager Willi Weber dementierte Meldungen, wonach sein Schützling keine Chancen mehr hätte: "Nico ist immer noch im Rennen. Es wird eine enge Entscheidung."
 

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