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Schlechte Werbung für die GP2

Keine Hoffnung für Leimer und Bird

Sam Bird & Fabio Leimer - GP2 - 2013 Foto: GP2

Die GP2 war eigentlich als direkter Unterbau zur Formel 1 gedacht, um junge Talente in die Königsklasse zu bringen. Doch 2014 schafft wahrscheinlich keiner den Aufstieg. Dafür gibt es einen Klassenüberspringer aus der GP3 und mögliche Quereinsteiger aus der Renault World Series.

08.11.2013 Michael Schmidt

Das Formel 1-Fahrerfeld erlebte in den letzten drei Jahren einen großen Aderlass. Aus der Saison 2010 sind nur noch neun Fahrer dabei. Beim Saisonstart 2013 in Melbourne standen fünf Debütanten am Start. So viele wie schon lange nicht mehr. Keiner der Neulinge hatte je die Nachwuchsklasse GP2 gewonnen.

Vorjahresmeister Davide Valsecchi schaffte es nur zum Ersatzfahrer bei Lotus. Ihm fehlt die nötige Mitgift und auch der Respekt der Szene. Valsecchi brauchte vier Jahre, um die Meisterschaft zu gewinnen. Das ist kein Ruhmesblatt. Nico Rosberg, Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg holten sie im ersten Anlauf.

Mit Esteban Gutierrez, Max Chilton und Giedo van der Garde haben es der Dritte, Vierte und Sechste der GP2-Saison 2012 in die Königsklasse geschafft. Jules Bianchi war 2010 Vize-Meister der Serie. Hinter allen vier stand ein Sponsor oder eine Mitgift.

Valtteri Bottas ist nie in der höchsten Nachwuchsklasse gefahren. Nach 17 Rennen hat erst einer der Neulinge WM-Punkt auf dem Konto. Gutierrez wurde in Suzuka Siebter. Gute Werbung für die angeblich beste Nachwuchsserie sieht anders aus.

Kvyat bremst GP2-Meister aus

Am Wochenende des GP Abu Dhabi wurde der neue GP2-Meister gekürt. Der Schweizer Fabio Leimer schlug den Engländer Sam Bird. Beide fuhren bereits im vierten Jahr in der Nachwuchsklasse. Keiner von beiden hat eine realistische Chance, in der Formel 1 zu landen. Außer er hat zehn Millionen Euro im Gepäck.

Toro Rossos neuer Fahrer für 2014 steigt direkt aus der dritten Liga in die höchste Spielklasse auf. Der 19-jährige Russe Daniil Kvyat aus Ufa in der fernen Provinz Baschkortostan sicherte sich in Abu Dhabi den GP3-Titel. Sein Bonus: Er gehört zur Red Bull-Familie.

Das ist allerdings auch keine Garantie, in die Formel 1 aufzusteigen. Felix da Costa flog überraschend aus dem Rennen um Daniel Ricciardos Nachfolge bei Toro Rosso. Laut Red Bull-Berater Helmut Marko war der Formeinbruch des Portugiesen in der zweiten Saisonhälfte der Renault-Weltserie für die Entscheidung pro Kvyat ausschlaggebend.

Von der GP2 hält Marko nichts: "Sie ist viel zu teuer. Die kostet pro Fahrer 5 Millionen Euro. Die GP3 gibt es schon ab 600.000." Der Österreicher kritisiert auch die Qualität der Fahrer, die in der GP2 antritt: "Da gewinnen nur Leute, die schon ewig dabei sind. Wir haben dort lange keinen Fahrer mehr gesehen, der sich aufdrängt." Was Marko noch mehr beunruhigt. "Hinter Kvyat kommt aus den Nachwuchsserien gar nichts mehr." Red Bull sucht händeringend Talente.

Magnussen schon 2014 als Perez-Ersatz?

Das ist McLaren besser aufgestellt. Der Rennstall aus Woking hat mit Kevin Magnussen und Stoffel Vandoorne zwei viel versprechende Junioren in der Hinterhand. Magnussen könnte 2014 für ein Lehrjahr bei Marussia oder sogar bei Force India landen.

Force India schuldet McLaren angeblich noch sieben Millionen Pfund. Das Team kauft in Woking Getriebe und Hydraulik ein. McLaren würde sogar noch einmal die gleiche Summe drauflegen, um den Dänen beim WM-Sechsten unterzubringen.

Auch mit Marussia gibt es offene Rechnungen. Marussia benutzt den McLaren-Windkanal. Im Fahrerlager von Abu Dhabi kursieren zuletzt sogar Gerüchte, Magnussen könnte Sergio Perez bei McLaren direkt ablösen.

Vandoornes Management, zu dem auch Jenson Button gehört, will dagegen noch ein Jahr warten. Button meint: "Die Formel 1 käme für Stoffel ein Jahr zu früh." Der Belgier gilt als das größte Talent für die nächsten Jahre. Er soll 2014 bei Testfahrten erste Formel 1-Kilometer bei McLaren abspulen. Experten halten Vandoorne für noch besser als Magnussen.

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