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Schmidts F1 Blog

Teilnehmer sollen teilnehmen - mehr nicht

Ferrari Finali Mondiali - Mugello - 2015 Foto: Ferrari 31 Bilder

Die Formel 1 steckt im Reformstau. Heute mehr denn je. Weil die Teams ein zu großes Mitsprache-Recht haben. Die Weihnachtsansprache von Ferrari-Chef Sergio Marchionne hat gezeigt, dass es so nicht funktionieren kann. Teilnehmer sollen aufs Teilnehmen beschränkt werden, meint Michael Schmidt.

16.12.2015 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist auf der Suche nach sich selbst. Aber sie findet sich nicht. Weil zu viele mitreden. Vor allem solche, die eigene Interessen haben. Die Formel 1 steckt in einer gefährlichen Situation. Sie hat noch einen Schuss in der Pistole. Und wenn der nicht trifft, dann werden sich die Fans scharenweise abwenden. Es sind jedoch alle Anzeichen vorhanden, dass man wieder mit Schrot auf Spatzen schießt. Ein neues Auto für 2017, ein neuer Motor für 2018. Tausend Meinungen, kein Konzept. Und der fehlende Wille, sich von lieb gewordenen Gewohnheiten zu verabschieden.

Marchionne verstrickt sich in Widersprüchen

Ferrari-Chef Sergio Marchionne will das Mitsprache-Recht der Teams nicht aufgeben. Bei seiner Weihnachtsansprache in Maranello zeichnete der Automanager seinen Weg in die Zukunft auf. Wer genau zugehört hat, fand viele Widersprüche. Und Lösungen, die vor allem Ferrari gut tun. Ferrari will mitreden, fordert aber andere dazu auf die Show zu verbessern. Ferrari will so wenig wie möglich an den aktuellen Motoren verändern, will aber simplere Reglements. Ferrari verlangt mehr Unberechenbarkeit, schlägt aber vor, einen Teil der Teams mit zweitklassigen Motoren zu versorgen. Ferrari will Kosten sparen, lehnt jedoch eine Kostenbremse ab. So geht das nicht, meine Herren.

Teilnehmer sind die schlechtesten Ratgeber, wenn es darum geht, einen Sport zu reformieren. Und Marchionne wäre ein schlechter Ferrari-Chef, wenn er Vorschläge nicht durch die Ferrari-Brille sieht. Es ist sein Job, das Beste für seine Firma herauszuschlagen. Es kann aber nie das Beste für den Sport sein. Teilnehmer sollen, wie das Wort schon sagt, teilnehmen. Mehr nicht. Marchionnes Argument, dass die Teams Hunderte von Millionen Dollar investieren und allein deshalb ein Mitspracherecht verdient hätten, zieht nicht. Real Madrid, der FC Chelsea und Bayern München geben auch viel Geld aus und werden trotzdem nicht gefragt, wie breit das Tor sein soll oder ob nun der Video-Beweis kommt oder nicht.

Es gibt eigentlich nur einen Sport, bei dem die Sportler die Regeln bestimmen. Beim America‘s Cup legt der Herausforderer den Yachttyp und der Cupverteidiger das Segelrevier fest. So stand es aber schon in der Stiftungsurkunde. Die Formel 1 funktionierte bis zum ersten Concorde Abkommen als Autokratie. Die Teams mussten akzeptieren, was ihnen der Verband vorsetzte.

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