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Schmidts F1 Blog

Benzinfluss-Limit abschaffen

Felipe Nasr - Sauber - GP Spanien - Barcelona - Freitag - 8.5.2015 Foto: xpb 19 Bilder

Wieder gerät die Benzindurchflussmenge in ein unverdientes Rampenlicht. Die FIA hat neue Bestimmungen erlassen, um zu verhindern, dass hinter der Mess-Sensor geschummelt wird. Hätte sie diese Regel erst gar nicht geschrieben, wäre vieles einfacher, meint Michael Schmidt.

13.05.2015 Michael Schmidt

Es war das motorsportliche Unwort des letzten Jahres. Benzindurchflussmengenbegrenzung. Auf Englisch hört es sich etwas kompakter an. Fuel flow limit. Macht aber die Sache nicht besser. Es ist die überflüssigste Regel seit langer Zeit.

Pro Stunde dürfen nur 100 Kilogramm Benzin den Durchflussmengensensor passieren. Das erste Problem mit dieser Vorschrift ist, dass sie keiner kapiert und deshalb lang und breit erklärt werden muss. Damit hat man schon einmal verloren, wenn sich Leute für eine Sache interessieren sollen.

Zusätzliche Action dank 1.500 PS

Gleichzeitig ist die Spritmenge im Rennen auf 100 Kilogramm begrenzt. Wozu dann noch ein Limit für die Durchflussmenge? Die FIA sagt, weil sonst die Antriebseinheiten für eine Runde 1.500 PS mobilisieren würden. Na und? Wie geil wäre das denn?

Die Motorenhersteller würden den Super-Power-Modus den Fahrern aus Gründen der Haltbarkeit sowieso nur ganz selten erlauben. Wahrscheinlich höchstens für ein oder zwei Qualifikationsrunden. Oder ein Überholmanöver.

Dann bräuchte die Formel 1 das unselige DRS nicht. Und der Angriff käme überraschend, weil er nicht auf vorher definierte Stellen auf der Strecke begrenzt wäre. Das Verbrauchslimit im Rennen sorgt schon dafür, dass es die Fahrer mit dem Abruf der Maximalleistung nicht übertreiben.

Die Piloten müssten sich dann wie in den alten Turbo-Tagen ohne große Vorbereitung mental auf richtig Qualm an der Kette einstellen. Für die Fans wäre es spektakulär, für das Trainingsergebnis ein Segen. Weil es die ein oder andere Überraschung gäbe.

Motoren müssen robuster ausgelegt werden

Die Regelhüter behaupten weiter, dass es zu viele Motorschäden gäbe, wenn man die PS-Zahlen nicht über die Durchflussmenge kontrollieren würde. Auch das stimmt nicht. Weil es ja bei 4 Triebwerken pro Fahrer und Saison bleibt. Kein Motorenhersteller lässt seine Motoren freiwillig platzen. Er wird die Triebwerke robuster auslegen und den Einsatz der aggressiven Motoreinstellungen begrenzen.

Je mehr Regeln, umso mehr Schlupflöcher. Und diese Regel lädt förmlich dazu ein, zu tricksen. Wobei es eine Ansichtssache ist, ob einer gegen den Geist des Reglements verstößt, wenn er hinter dem Sensor Benzin speichert, um beim Beschleunigen die Einspritzmenge zu erhöhen.

Die Durchflussmenge am Messpunkt bleibt auch bei diesem Kunstgriff immer unter 100 kg/h. Was danach passiert, kann den technischen Kommissaren eigentlich egal sein. Dann müsste man auch verbieten, dass einer zwischen Sensor und Einspritzdüsen Benzin in die Atmosphäre abbläst.

Jetzt muss die FIA nachbessern. Und die Zuschauer kennen sich nicht mehr aus. Das hätte man sich alles ersparen können, wenn die Regel nie geschrieben worden wäre.

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