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Schmidts F1-Blog

Der Fluch der Strategiegruppe

Marcus Ericsson - Sauber - Formel 1-Test - Jerez - 4. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf

Die Formel 1 bastelt an einem neuen Reglement für 2017. Wetten, dass nichts Vernünftiges dabei rauskommt. Schon das erste Treffen hat gezeigt, dass jeder nur an sich denkt. Das ist der Fluch der Strategiegruppe, meint Michael Schmidt.

16.02.2015 Michael Schmidt

Die Formel 1 bastelt verzweifelt an einer besseren Zukunft. Ihr laufen die Fans davon. Deshalb sollen die Autos und Motoren ab 2017 lauter, stärker, schneller und spektakulärer werden. Das Vorhaben mag ehrenvoll sein, doch so wie es die Drahtzieher der Formel 1 angehen, ist es zum Scheitern verurteilt.

Es beginnt schon damit, dass Bernie Ecclestone, Jean Todt und die Teams noch nicht einmal wissen, warum die Zuschauer sauer sind. Und wenn sie die Gründe zu kennen glauben, dann verschließen sie die Augen davor. Weil es ihnen nicht in den Kram passt etwas zu ändern, mit dem sie bis jetzt gut gefahren sind. Technisch wie politisch. Mercedes würde am liebsten alles so lassen, wie es ist. Aus ihrer Sicht verständlich. Ferrari hätte am liebsten einen Neuanfang. Ohne zu wissen, ob der ihnen gut tut.

Standard-Teile und teure Motoren

Beim Motorenkonzept haben sich Mercedes und Honda durchgesetzt. Sie wollen an der Hybridformel festhalten und haben mit Ausstieg gedroht, sollte sich der Vorschlag der Konkurrenz durchsetzen. Der Plan von Ferrari besteht darin, so viel wie möglich zu standardisieren. Beim gewünschten V8-Turbo wie bei der Aerodynamik. Man kann nur beten, dass sich diese Linie nie durchsetzt. Das wäre die von Adrian Newey befürchtete GP1.

Das wichtigste Thema im Bereich Motoren fiel gleich mal unter den Tisch. FIA-Präsident Jean Todt hatte gefordert, dass ein Kundenteam nicht mehr als 5 Millionen Euro für den Motorendeal bezahlen. Durchaus vernünftig. Nur nicht im Sinne der Hersteller. Die schröpfen die Kunden lieber zu Tode, ohne sich zu überlegen, was passiert, wenn es keine Kunden mehr gibt. An der Finanzfront hat sich nichts geändert. Force India, Lotus und Sauber gehen immer noch am Stock.

Formel 1-Stars werden versteckt

Die schlechte Akzeptanz der Formel 1 liegt nicht nur an zu komplizierten Reglements, undurchschaubaren Rennen und optisch wenig ansprechenden Autos. Auch die PR-Maschinerie der Teams trägt einen großen Teil der Schuld. Man muss sich nur anschauen, was bei Testfahrten vor der Saison passiert.

Fahrer und Ingenieure werden regelrecht vor den Medien versteckt. Die Aussagen, die in Audio-Dateien und Pressemitteilungen an die Journalisten verschickt werden, taugen nicht für interessante Geschichten. Doch die braucht der Sport, wenn er seine Fans halten will. Wenn überhaupt, wird das Fernsehen bedient. Die meisten Teams haben dabei noch nicht einmal gemerkt, dass die Internet-Zugriffszahlen schon deutlich über denen der TV-Stationen liegen.

Solange Entscheidungen in der Formel 1 dezentral und demokratisch gefällt werden, wird der Weckruf nie ankommen. Die Strategiegruppe ist gar nicht in der Lage, auf irgendeinen vernünftigen Nenner zu kommen. Weil das Eigeninteresse jede Abstimmung steuert. Somit ist die Strategiegruppe überflüssig. Man kann nur hoffen, dass die EU-Kommission dieses unselige Kartell zerschlägt.

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