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Schmidts F1 Blog

Eine halbe Stunde Zeitverschwendung

Pressekonferenz GP Japan 2012 Foto: xpb 76 Bilder

Formel 1-Experte Michael Schmidt ist verärgert, dass die Piloten in Suzuka Aussagen zu ihrer Zukunft verweigerten. In seinem Blog erklärt er, wie er bei der Pressekonferenz in Suzuka eine halbe Stunde Zeit verschwendete.

04.10.2012 Michael Schmidt

Wie kann man seine Zeit am besten verschwenden? Setzen Sie sich einfach mal in eine Formel 1-Pressekonferenz. Lewis Hamilton, Jenson Button, Sergio Perez, Kamui Kobayashi, Paul di Resta und Felipe Massa verbrachten am Donnerstag (4.10.) in Suzuka eine halbe Stunde mit Reden ohne etwas zu sagen. Es waren vielleicht zwei brauchbare Sätze dabei.

Wir erzählen Sie ihnen vorneweg, um sie nicht allzu lang auf die Folter zu spannen. Sergio Perez: "Ich war für Ferrari offenbar keine Option. Vielleicht bin ich zu jung für dieses Team." Und Kamui Kobayashi erklärte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Michael Schumacher für Sauber fahren will."

Hamilton: Habe zu Mercedes bereits alles gesagt

Ansonsten viel Gerede um nichts. Lewis Hamilton, Sergio Perez und Paul di Resta hatten von ihren Presseabteilungen eine Standardantwort eingebläut bekommen, die für alle kritischen Nachfragen zu 2013 taugte: "Wir sagen nichts mehr über das nächste Jahr, sondern konzentrieren uns auf die letzten sechs Rennen, die wir für ein großartiges Team bestreiten."

Perez wiederholte diesen Satz gleich zwei Mal bei Fragen zu seiner Zukunft bei McLaren. Lewis Hamilton hatte sogar die Unverfrorenheit zu sagen, er hätte zum Thema Mercedes bereits alles gesagt. Wann bitte und wo? Meint er damit die dürre Pressemitteilung von Mercedes, in der außer einer politisch korrekten Liebeserklärung an sein neues Team und einer Danksagung an seinen alten Rennstall nichts Handfestes stand? Glaubt Hamilton wirklich, er kommt damit davon? Dieser Teamwechsel kommt einem Erdrutsch gleich. Da kann sich ein Fahrer nicht einfach so hinstellen und Allgemeinplätze von sich geben.

Was waren das noch für Zeiten, als Fahrer wie Alain Prost, Nelson Piquet und Ayrton Senna Ross und Reiter genannt haben. Heute besteht die Formel 1 aus 24 entmündigten Piloten, die nicht einmal allein den Weg zur Pressekonferenz finden. Da stehen dann ihre Pressereferenten und passen genau auf, dass ihr Fahrer ja nichts Falsches von sich gibt.

McLaren und Sauber hatten sogar zwei Pressesprecher entsandt. Für jeden Fahrer einen. Das ganze ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, und keiner in den Teams merkt, wie man die Grube, in die man immer tiefer hineinfällt selber gräbt.

Der Sport verliert Fans. Auf den Tribünen und am TV-Schirm. Er verliert sie auch, weil die Stars keine Stars mehr sein dürfen und wie Marionetten daherkommen. Keiner darf seine eigene Meinung kundtun, keiner über kontroverse Themen reden, keiner zur Konkurrenz Stellung nehmen.

Die Formel 1 lebt von ihren Helden, weil ihre Anhänger sich nicht wie im Fußball mit den Teams solidarisieren. Autogrammstunden allein sind zu wenig. Die Fahrer brauchen ein Profil. Über das, was sie sagen, muss man am nächsten Tag in der Firma oder im Pub diskutieren können. Über das, was sie am Donnerstag in Suzuka gesagt haben, kan n man nur gähnen.

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