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Schmidts F1-Blog

Eine unnötige Entscheidung

GP Bahrain - Impressionen Foto: Grüner 62 Bilder

Die FIA und Bernie Ecclestone haben den GP Bahrain zurück in den Kalender gebracht. Wetten, dass sie diese Entscheidung noch einmal bereuen werden? Sie war unnötig und kurzsichtig.

06.06.2011 Michael Schmidt

Man hätte locker ein Jahr warten können, um dann mit dem GP Bahrain in die Saison 2012 zu starten. War es das Antrittsgeld, was den Entscheidungsträgern den Blick aufs Wesentliche verstellte? Oder Stimmen aus Bahrain und Saudi-Arabien für die nächsten FIA-Präsidentenwahl? Oder die Bedeutung der Region für den GP-Sport? Die Königsfamilie von Bahrain ist Teilhaber bei McLaren, der in Abu Dhabi ansässigen Investmentfirmen Aabar und Mubadala gehören Anteile an Mercedes und Ferrari. Aabar ist zugleich größter Anteilseigner von CVC, den Rechteinhabern der Formel 1.

FIA mischt sich in Politik ein

Die Formel 1 macht sich ohne Not angreifbar. Kein Mensch versteht, dass der GP-Zirkus in einem Land seine Zelte aufschlägt, in dem vor kurzen noch so etwas wie Bürgerkrieg herrschte. In dem Protestanten auf offener Straße erschossen wurden und in dem eine fremde Armee (Saudi-Arabien) die Protestbewegung niederknüppelte. Gut, unter den Maßstäben dürfte man auch in China und einigen anderen Ländern nicht fahren, werden einige sagen. Das Problem bei Bahrain ist nur: Die Bilder sind noch frisch im Kopf.

Die FIA behauptet, sie mische sich nicht in die Politik ein. Genau das aber tut sie, indem sie das Rennen neu ansetzt. Sie gibt der Regierung von Bahrain die Gelegenheit sich zu resozialisieren. Warum wohl ist es den Machthabern in dem Königreich so wichtig, dass der Grand Prix noch in diesem Jahr nachgeholt wird. Sie müssten eigentlich um jeden Tag froh sein, an dem sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können. Nämlich zu einer Einigung mit dem Demonstranten zu kommen.

Kaum Stimmen von Kritikern

Das Comeback des Rennens schafft jenen eine zweite Chance, die die internationale Bühne eines Grand Prix nutzen wollen, den Konflikt noch einmal aufleben zu lassen. Lokale Berichterstatter erzählen, dass die Lage zwar gewaltsam unter Kontrolle gebracht wurde, dass es im Volk aber immer noch brodelt. Es könnte teure Schadensersatzforderungen für die Regierung von Bahrain oder die FIA nach sich ziehen, sollte es doch wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Verletzten kommen. Beide Parteien behaupten, die Lage sei sicher. Das könnte ihnen im Ernstfall auf den Kopf fallen.

Bis jetzt haben nur zwei Personen aus dem Motorsportzirkus den Mut aufgebracht, öffentlich ihre Meinung zu sagen. Ex-FIA-Präsident Max Mosley und Red Bull-Pilot Mark Webber. Ich bin mal gespannt, wie liberal sich Webbers Arbeitgeber Red Bull und die FIA verhalten. Freie Meinungsäußerung ist in dieser Welt nicht mehr erwünscht. Ich kenne einige Teams, die würden ihre Fahrer zu einem Widerruf nötigen. Dabei wäre es in ihrem Interesse, wenn die Saison als Folge der Neuansetzung von Bahrain nicht bis in den Dezember getragen wird. Jetzt könnte die FOTA zum ersten Mal zeigen, dass sie kein Papiertiger ist. Und öffentlich gegen die Austragung des Rennens am Arabischen Golf in diesem Jahr Stellung bezieht.

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