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Schmidts F1-Blog

F1-Sparprogramm gegen die Fans

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 6. Juni 2014 Foto: xpb 23 Bilder

Einer der vielen Sparvorschläge für die Zukunft ist es, das GP Wochenende von vier auf drei Tage zu verkürzen. Das ist ein Anschlag auf die Fans, der nicht wirklich Geld spart, meint Michael Schmidt in seinem aktuellen Blog.

06.06.2014 Michael Schmidt

Diese Strategie-Gruppe gehört in die Tonne geklopft. Bis jetzt kam noch kein vernünftiger Vorschlag aus dem Gremium, das seit diesem Jahr über die künftigen Regeln des Sports diskutiert. Das Resultat dieses Debattierclubs, der aus Vertretern von Red Bull, Mercedes, Ferrari, McLaren, Lotus und Williams sowie der FIA und den Rechteinhabern besteht, wird dann zur Abstimmung an die Formel 1-Kommission und den FIA-Weltrat weitergereicht.

Im Augenblick reden sich die Mitglieder der Strategiegruppe die Köpfe heiß über künftige Sparmaßnahmen. Was schon allein deshalb ein Witz ist, weil die meisten der dort repräsentierten Teams gar nicht sparen wollen. Das zeigt sich an einem Vorschlag, den die Strategiegruppe als das Ei des Kolumbus preist. Demnach wird das GP-Programm künftig um einen Tag verkürzt. Der Donnerstag entfällt. Freitagmorgen ist für die technische Abnahme und für die Medien bestimmt. Am Nachmittag finden dann eineinhalb Stunden Training statt. Eine Sitzung statt zwei. Das war's.

Kundenteams müssen Fixpreis zahlen

Die Strategiegruppe beteuert, dass dies Geld spart. Weniger Kilometer, weniger Kosten. Wie bitte? Die Kundenteams müssen für die maximal erlaubten zehn Motoren für zwei Fahrer einen Fixpreis bezahlen. Egal wie viele Kilometer sie auf diese Motoren fahren. Das einzige, was sinkt, ist das Risiko, einen sechsten oder siebten Motor einsetzen zu müssen. Aber das wird mit mehr Erfahrung mit diesen Antriebseinheiten sowieso passieren.

In einem freien Training legen die Fahrer im Schnitt 140 Kilometer zurück. Macht 2660 Kilometer weniger für alle anderen Komponenten am Auto. Der Einspareffekt ist relativ gering im Vergleich zu dem, was man damit anrichtet.

Weniger Action für gleiche Eintrittspreise

Die Verkürzung des Programms ist ein Anschlag auf die Fans. Sie bekommen für das gleiche Geld 90 Minuten weniger Action geboten. Oder glaubt einer ernsthaft, dass die Veranstalter deshalb die Preise senken? Sie müssen bei Bernie Ecclestone trotzdem das gleiche Antrittsgeld bezahlen und dieses refinanzieren.
 
Die Hotels werden auch nicht billiger, auch wenn die Teams eine Nacht weniger buchen. Alle Hotels an GP-Orten haben inzwischen mindestens Viertages-Pakete. Egal ob das Zimmer belegt ist oder nicht. Die Hotelbesitzer werden daran nichts ändern. Mit dem Ergebnis, dass die Zimmer für den gleichen Preis eine Nacht länger leer stehen.

Flugreisen für die Crews werden nicht billiger, nur weil man einen Tag weniger unterwegs ist. Die kleinen Teams können das Auto nicht mehr an einen dritten Fahrer vermieten, weil bei nur 90 Minuten freiem Training logischerweise der Stammfahrer im Auto sitzen will. Also eine Einnahmequelle weniger.

Presse-Tag gut für Sponsoren

Die Mechaniker dürfen das Auto zum ersten Mal am Donnerstag anfassen. Und was passiert, wenn zwei Grand Prix innerhalb einer Woche stattfinden? Da reicht der Donnerstag nicht. Die großen Teams werden am Sonntagabend 20 Leute extra einfliegen, um einen Teil der Arbeit gleich nach dem Rennen zu erledigen.
 
Ohne den Donnerstag als Presse-Tag geht ein Tag Publicity verloren. Geht ein Zirkus, der händeringend neue Geldquellen sucht, so mit seinen Sponsoren um? Wenn man schon am GP-Wochenende sparen will, gäbe es eine ganz einfache Lösung. Lasst einfach nur 50 statt 60 Leute pro Team an der Strecke zu. Der Einspar-Effekt wäre größer.

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