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Schmidts F1-Blog

Falsche Prioritäten bei den neuen Regeln

Bernie Ecclestone Jean Todt GP England 2011 Rennen Foto: xpb 22 Bilder

Die Formel 1-Kommission hat am Montag (9.12.2013) fünf neue Regeln verkündet. Zu begrüßen ist der Wille, eine Kostenbremse einzuziehen. Drei der Vorschläge zielen völlig am Thema vorbei. Die Formel 1 hat andere Sorgen als doppelte Punkte zum Saisonende oder noch mehr Strafen. Zu viel Klamauk, zu wenig nachhaltige Lösungen, findet Michael Schmidt.

10.12.2013 Michael Schmidt

Die Formel 1 steckt in der Krise. Und zwar so tief, dass selbst Red Bull und Ferrari endlich die Notwendigkeit einer Kostendeckelung einsehen. Das ist lobenswert, auch wenn es viel zu lange gedauert hat. Erst 2015 soll sie kommen. Möglicherweise zu dem Preis, dass wir 2014 zwei Teams nicht mehr sehen.

Budgetobergrenze auch für Motorenabteilung

Die Frage ist jetzt, was die Teams unter der Kostenbremse verstehen. Wo fängt sie an, wo hört sie auf und was ist drin? Die Rede ist von einem Startwert von 200 Millionen Euro. Da müssten sich nur Red Bull und Ferrari einschränken.
Bei dem Thema zieht schon wieder Nebel auf. Red Bull bringt sein Lieblingsthema auf den Tisch. Was passiert mit Ferrari und Mercedes, die ihre Motorkosten im Budget verstecken könnten? Doch wo ist das Problem?

Auch die Motorabteilung müssen eine Budgetobergrenze bekommen. Und zwar eine separate. Dann kann man sich den Unsinn mit der komplizierten Änderungsliste sparen. Die Motorenhersteller dürfen ihre Triebwerke so lange modifizieren, bis das Budget aufgebraucht ist. Es fände, wenn auch in beschränktem Rahmen, wieder Motorentwicklung statt. In der Bilanz der Werksteams von Mercedes und Ferrari taucht der Motorposten zum gleichen Preis auf wie bei den Kundenteams. Egal, ob sie etwas dafür bezahlen oder nicht.
Auch beim Reifentest siegte die Vernunft. Pirelli darf mit 2013er Autos vom 17. bis zum 19.Dezember in Bahrain testen. Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren, Force India und ToroRosso kommen.

Drei Regeländerungen zum Haare raufen

Dann aber stehen noch drei Regeländerungen auf der Liste, da muss man sich an den Kopf greifen. Doppelte Punkte zum Saisonfinale. Feststehende Nummern für die Piloten. Fünfsekunden-Strafen für kleinere Vergehen. Hat die Formel 1 keine anderen Sorgen? Sind das Vorboten eines totalen Kollaps? Wenn man keine vernünftigen Lösungen hat, eine Krise zu managen, dann lenkt man mit unvernünftigen Lösung ab. Aber jetzt ins Detail.

Doppelte Punkte beim letzten Rennen. Was soll das bringen? Das entwertet die 19 vorangegangenen Grand Prix, es hebt den letzten auf eine Stufe, die ihm nicht zusteht, weil er nicht einfacher oder schwieriger ist als die anderen. Das verzerrt höchstens das Bild. Es vermittelt den Eindruck, als wolle man den Sport künstlich spannend machen, weil er unter normalen Umständen nicht mehr in der Lage ist, spannend zu sein. Für Meisterschaften, bei denen ein Fahrer im Stile von Sebastian Vettel 2013 dominiert, helfen auch doppelte Punkte zum Ende nicht. 

Zufallstreffer für unverdienten Champion

Vettel wäre auch dann in Indien Weltmeister geworden, wenn es in Brasilien 50 Punkte für den Sieg gegeben hätte. Sein Vorsprung drei Rennen vor Schluss auf Alonso betrug 115 Zähler. In spannenden Jahren könnte ein Zufallstreffer beim Finale einen unverdienten Champion küren.

Zusätzlich zu all den Strafen, die es schon gibt, will die Formel 1 neue Fünfsekunden-Bußen für kleinere Vergehen einführen. Kann das wahr sein? Es wird doch schon genug gestraft. Im letzten Jahr waren es 117 Einzelbußen. Die Erfahrung zeigt, dass der Sport leidet, wenn die Sportkommissare den Fahrern zu sehr auf die Finger schauen.

Feste Startnummer bringen keine neuen Zuschauer

Dann noch der letzte Punkt. Gleichbleibende Startnummern. Löst das die Probleme der Formel 1? Die Startnummern sind auf den Autos sowieso nicht identifizierbar. Also ist es auch egal, wer welche Nummer hat. Es wird keine neuen Zuschauer an die Strecke bringen und auch keinen vergraulen. Das aktuelle System, dass die Nummern nach dem WM-Stand vergeben werden, hat sich bewährt. Es zu ändern ist genauso unnötig, wie die Ausweitung der WM-Punkte im Jahr 2010.

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