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Schmidts F1-Blog

Formel 1-PR auf Amateur-Niveau

GP Italien 2015 - Danis Bilderkiste Foto: Daniel Reinhard 37 Bilder

Die Formel 1 überlegt sich krampfhaft neue Regeln, um den Sport attraktiver zu machen. Doch zuerst müsste die Königsklasse mal lernen, wie man die Zuschauer besser unterhält. Die Wiederbelebung der Monza-Historie war auf Amateur-Niveau, kritisiert F1-Experte Michael Schmidt in seinem Blog.

10.09.2015 Michael Schmidt

Prinzipiell war die Idee nicht schlecht. Jackie Stewart fährt 50 Jahre nach seinem ersten Grand Prix-Sieg seinen B.R.M. P261 von 1965 um die Strecke von Monza. Und Shell feiert seine Vertragsverlängerung mit Ferrari in der Steilwand des Autodroms.

Jackie Stewart dreht Runde ohne Kameras

Doch so wie die beiden Events organisiert waren, muss man im Nachhinein sagen: Schlechter geht es nicht. Über Jackie Stewarts Fahrt in seinem Siegerauto von Monza gab es kaum Informationen. Wo fährt er los, wo hält er an? Die Runde eine Stunde vor der Qualifikation zum GP Italien geriet zur lästigen Pflichtübung. Nicht von Sir Jackie. Der gab sich wie immer alle Mühe. Doch man hatte fast den Eindruck, als wollten die Zeremonienmeister des Rennens den Auftritt verschweigen.

Viele TV-Teams und Fotografen suchten verzweifelt den Platz, an dem Stewart seine Ehrenrunde abschließen würde. So war am Ende nur ein Fernsehsender vor Ort. Und die Fotografen maulten zurecht, dass man kaum Bilder von Stewart mit Originalhelm und Originalbrille, seinem Auto und dem Siegerpokal schießen konnte. Weil die Aktion amateurhaft organisiert war. Die Zuschauer auf den Tribünen bekamen fast gar nichts mit. Und das soll Königsklasse sein?

Shell-Tankstelle in der Steilkurve

Noch schlimmer war die Aktion von Shell. Die Mineralöl-Fritzen stellten den aktuellen Ferrari SF15-T und den Ferrari 166 F2 von 1951 in die Steilwand und ließen kurz die Fahrer und Teamleitung für ein Foto antanzen. Im Hintergrund eine Tankstelle. Lieb- und stilloser geht es nicht.

Noch dazu ohne Bezug zur Historie. Keines der beiden Autos ist jemals in der Steilwand gefahren. Wieder war die Organisation vor Ort so schlecht, dass es kaum vernünftige Bilder von der Präsentation gab. Die Zuschauer hatten gar nichts davon. Sie passierte fernab der Öffentlichkeit.

Monza ideal für coole PR-Aktionen

Wenn Bernie Ecclestone seine Live-Zuschauer an der Strecke bei Laune halten will, dann muss er ihnen ein besseres Rahmenprogramm bieten. Monza bietet sich mit seiner Geschichte gerade dazu an. Warum zeigt man nicht am Sonntag vor vollem Haus einen Autokorso mit früheren Siegerautos und ihren Piloten?

Warum lässt man nicht alte Formel 1-Autos noch einmal durch die Steilwand fahren, die dort auch tatsächlich in den Jahren 1955, 1956, 1960 und 1961 angetreten sind? Das es möglich ist, zeigte die PR-Aktion von Mercedes mit Stirling Moss und Lewis Hamilton im April diesen Jahres.

Hier eine kleine Auswahl für mögliche Kandidaten: Mercedes W196, Maserati 250F, die Ferrari-Modelle 625, D50 und Dino 246, Lotus 21-Climax, Cooper T53-Climax oder B.R.M. P48. Ich wette, dass kein Zuschauer bei solch einer Show sein Eintrittsgeld bereut hätte. Sie wären alle im nächsten Jahr wiedergekommen.

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