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Schmidts F1-Blog

Führt das Datenloch ein!

Daniil Kvyat - GP USA 2015 Foto: xpb 75 Bilder

Warum gibt es nicht immer so ein Rennen wie in Austin? Weil es nicht immer das Training durchregnet und die Fahrer und Teams so schlecht vorbereitet in das Rennen gehen. Doch das könnte man auch mit anderen Mitteln erzielen, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

28.10.2015 Michael Schmidt

Die Zutaten zu guten Autorennen sind eigentlich immer dieselben. So wenig Vorbereitung, so unsichere Prognosen, so wenig Daten und so viele Fragezeichen wie möglich. Verhältnisse wie in Austin eben. Doch muss es dafür überall gleich zweieinhalb Tage durchregnen? Können wir das nicht auch bei strahlend blauem Himmel, trockenen Schuhen und guter Laune haben?

Mangel an Trainingsdaten sorgt für Spannung

Wir können. Wir müssen nur Verhältnisse schaffen wie in Austin. Was war die Konsequenz aus nur 410 Runden in den freien Trainingssitzungen und 277 Runden in der Qualifikation? Allesamt auf Schlechtwettereifen. Ohne Rennsimulationen. Ohne Startübungen. Ohne das Strategieprogramm, das genaue Boxenstopp-Fenster für alle Eventualitäten vorgibt. Ohne eine Gummispur auf der Ideallinie. Ohne eine Andeutung, wie es bei trockenen Bedingungen, höheren oder tieferen Temperaturen aussehen könnte. Das Resultat war ein großes schwarzes Loch.

Ingenieure und Fahrer gingen unvorbelastet in diesen Grand Prix. Mercedes-Strategieexperte James Vowles gab zu, dass in Fällen wie diesen die Erfahrung und das Bauchgefühl entscheiden und nicht immer nur der Computer. Und dass es dabei zu unterschiedlicheren Strategien kommt, weil die einen mehr Risiko gehen und die anderen lieber auf der sicheren Seite bleiben.

Dadurch fahren die Fahrer individuelle Rennen und ihre Wege kreuzen sich von Zeit zu Zeit. Das resultiert dann in 78 Überholmanövern, 47 Boxenstopps, fünf Führungswechseln und Höhepunkten zuhauf.

Teams gegen Telemetrie-Verbot

Ich weiß, ich wiederhole mich. Wir können keine Regenrennen herbeibeten, aber wir können einen ähnlich dürftigen Informationsstand provozieren, als hätten wir eines. Indem wir die Datenerfassung limitieren und die Telemetrie abschaffen. Der Zuschauer hat sowieso nichts von der Zahlenflut. Alle wissen, dass es dann bessere Rennen gibt. Aber keiner stimmt dafür, weil der Status quo bequemer ist.

Den Strategen und Ingenieuren wird übrigens nichts weggenommen. Ganz im Gegenteil. Unter erschwerten Bedingungen können sie viel besser zeigen, was sie können. Von wegen Lotterie. Am Ende gewinnt auch im Datenloch immer der Beste. Mercedes feierte in Austin seinen neunten Doppelsieg. Es war nur viel spannender auf dem Weg dorthin.

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