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Schmidts F1-Blog

Kein autonomes Fahren bitte

Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 19. September 2014 Foto: ams 20 Bilder

Das Funkverbot hat größere Wellen geschlagen, als es sich die FIA ausgemalt hat. Nach dem teilweisen Rückzieher noch mehr. Positive Stimmen verwandeln sich in Kritik. Dabei ist der Weg richtig. Weil es der Formel 1 den Spiegel vorhält, dass sie viel zu abgehoben ist, meint Michael Schmidt in seinem aktuellen Blog.

20.09.2014 Michael Schmidt

Die Fans hatten den Daumen nach unten gesenkt. Funksprüche wie "Du darfst jetzt überholen" oder "Fahre in Kurve 10 einen größeren Radius, damit die Hinterreifen nicht überhitzen", nagten am Image der Königsklasse. Als Sergio Perez in Monza seinen Renningenieur fragte, ob er auf der Geraden den achten Gang einlegen soll und Nico Rosberg um "Fahrinstruktionen" bettelte, war das Maß voll. Man fragte sich, wer das Auto eigentlich fährt: Der Ingenieur oder der Mann im Cockpit?

Funkverbot ist richtig

Das Funkverbot war deshalb prinzipiell richtig. Es ist besser auf die Fans zu hören als auf die Teams. Nur die Ausführung war schlecht. Bei derart großen Einschnitten, muss man den Teams mehr Vorlaufzeit geben. Moderne Rennautos sind, wie sie sind. Es sind Raumschiffe auf Rädern, die von außen mitgelenkt werden müssen. Die verändert man nicht über Nacht. Und genau darin liegt das Problem. Die Formel 1 hat sich zu weit von einem Rennauto entfernt.

Nichts gegen moderne Technik. Auch nichts gegen Computer im Auto. Doch die Umsetzung muss so erfolgen, dass am Ende der Mensch das Auto ohne Hilfe von außen steuern kann. In einer Mercedes S-Klasse oder einem 7er BMW steckt wahrscheinlich mehr hochgestochene Technik als in einem Formel 1-Auto. Doch muss der Fahrer deshalb ständig in Funkverbindung mit seiner Werkstatt sein, um sein Schiff steuern zu können? Und muss man ihn von außen daran erinnern, dass irgendein Parameter aus dem Ruder läuft?

Wenn wir ganz normalen Autofahrer den Spritverbrauch ablesen und auf Warnsignale vom Display eigenständig reagieren können, sollten dazu auch die besten Rennfahrer in der Lage sein.

Formel 1-Autos für Nordschleife ungeeignet

Bernie Ecclestone hat mit einem Telemetrie-Verbot gedroht. Der Aufschrei in der Szene war groß. Dabei sollte man von einem Rennauto erwarten können, dass es auch dann fährt, wenn man es nicht wie einen Patienten auf der Intensivstation dauernd überwacht?

Autonomes Fahren hat auf der Rennstrecke nichts verloren. Leider haben wir uns schon zu sehr an die Absurditäten in diesem Geschäft gewöhnt. Deshalb fallen sie uns gar nicht mehr auf. Keines der aktuellen Autos würde eine Runde am Limit auf der Nordschleife des Nürburgrings überleben, auch dann nicht, wenn es links und rechts 100 Meter Auslauf gäbe. Weil es auf den Kuppen abheben, in den Senken aufsetzen und auf den Bodenwellen und Randsteinen den Abtrieb verlieren würde. Ist das noch ein Rennauto? Für mich nicht.

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