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Schmidts F1-Blog

Kimi bricht mit Prinzipien

Kimi Räikkönen Ferrari 2009 Foto: xpb 93 Bilder

Kimi Räikkönen zu Ferrari. Das Duell mit Fernando Alonso wird ein Knaller und für die Fans ein Leckerbissen. Für Ferrari vielleicht ein Alptraum. Ich bin trotzdem enttäuscht, dass Kimi zu Ferrari zurückgegangen ist. Weil ich dachte, er sei ein Mann mit Prinzipien.

13.09.2013 Michael Schmidt

Es ist der Transfer des Jahres. Kimi Räikkönen zurück zu Ferrari. Ungefähr so spektakulär wie vor einem Jahr Lewis Hamilton zu Mercedes. Die Story damals: Das McLaren-Ziehkind verlässt sein Heim. Bei Kimi könnte man sagen: Der verlorene Sohn kehrt zurück.

Für den Sport ist das gut. Kimi Räikkönen gegen Fernando Alonso. Ein Traum- oder Alptraum-Team? Auf jeden Fall eine brisante Paarung, auf die sich alle Fans freuen. Zwei Weltmeister in einem Team, das gab es nicht oft in der Formel 1. Bei Ferrari zuletzt 1953 mit Alberto Ascari und Nino Farina.

Räikkönen von Ferrari weggejagt

Doch da war doch noch etwas. Wurde dieser Räikkönen von Ferrari nicht 2009 mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt? Nur um Platz zu schaffen für Alonso. Räikkönen war damals getroffen, auch wenn er seinen Ärger runtergeschluckt hat. Ich kann mich noch an eine Szene in Abu Dhabi 2009 erinnern, als ihm Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo die Hand ausstreckte und Kimi wortlos daran vorbeigegangen ist. Das hatte Stil. Kimi hatte einen gültigen Vertrag.

Egal welches Team: Man kann einen Fahrer nicht einfach so auf die Straße setzen, nur weil man plötzlich andere Pläne hat. Räikkönen ließ sich in der Saison 2009 nichts zuschulden kommen. Immerhin hat er Ferrari einen Sieg geschenkt mit einem Auto, das ein Flop war.

Manche werden sagen: Kimi ist damals fürstlich entschädigt worden. Angeblich mit 17 Millionen Dollar. Und er durfte 2010 dazu noch Rallyefahren. Wie bitte? Das war kein Geschenk von Ferrari, sondern ihre juristische Pflicht. Sie hätten so oder so eine Abfindung zahlen müssen, so wie das in jeder Firma der Fall ist, wenn einem grundlos gekündigt wird.

Kimi vergisst Vergangenheit

Ehrlich gesagt: Ich bin von Kimi enttäuscht. Für mich war er immer ein Mann mit Prinzipien. Einer, der sich von niemandem etwas vorschreiben ließ und immer gemacht hat, was er wollte. Einer, der gegen alle Normen der Marketing-Fritzen verstoßen hat und trotzdem der beliebteste Fahrer der Formel 1 ist.

Ich hätte mir von Kimi in diesem Fall etwas mehr Stolz gewünscht. An seiner Stelle wäre ich nicht zu Ferrari zurückgegangen. Deshalb habe ich mich zuletzt gegen den Gedanken gesträubt, dass er diesen Schritt auch durchzieht. Weil es zu ihm gepasst hätte, Ferrari einen Korb zu geben.

Es geht nicht immer gut, wenn man seine Prinzipien über Bord wirft. 1995 verpflichtete McLaren Nigel Mansell. Ausgerechnet den Fahrer, den man jahrelang verspottet hat. Mansell wusste, dass bei einer McLaren-Weihnachtsfeier ein Film mit seinen Unfällen vorgeführt wurde. Trotzdem ließ er sich von Teamchef Ron Dennis zu dem unseligen Deal überreden. Der brauchte dringend einen Star-Piloten, aber es war keiner mehr frei. Mansell fuhr genau zwei Rennen für McLaren. Dann ging die Ehe im Unfrieden auseinander.

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