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Schmidts F1-Blog: Knick in der Formel 1-Optik

Ferrari F2012 Präsentation 2012

Die krummen Nasen der neuen Formel 1-Autos sind Experte Michael Schmidt ein Dorn im Auge. Der Knick in der Optik ist seiner Meinung nach das Resultat der Mitsprache der Teams. In seinem Blog fordert Schmidt die FIA zum Handeln auf.

Es ist passiert, was wir befürchtet haben. Der neue Formel 1-Jahrgang gewinnt keinen Schönheitspreis. Und das ist noch höflich ausgedrückt. Die neuen Autos von Caterham, Ferrari, Force India und Lotus sehen mit ihrer Delle auf der Nase aus, als kämen sie aus dem Lego-Bausatz.

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Wären sie nur hässlich könnte man noch darüber hinwegsehen. Daran gewöhnt man sich vielleicht mit der Zeit. Erinnern Sie sich noch an die ersten Autos nach der großen Regelreform 2009? Mit den überbreiten Frontflügeln und umso schmaleren Flügeln hinten. Heute fällt einem dieses Missverhältnis erst beim zweiten Hinschauen auf.

Neue Formel 1-Autos wirken lächerlich

Nein, die neuen Formel 1-Autos sind nicht nur hässlich. Schlimmer noch, sie wirken lächerlich. Wie ein amateurhafter Versuch, ein Rennauto zu zeichnen. Da fehlt jegliche Eleganz. Der Red Bull RB5 von 2009 hatte auch einen Höcker auf der Nase, doch der stand dem Auto gut. Das Auto sah von vorne aus wie die gute alte Concorde im Landeanflug.

Beim dem neuen Schnabeltieren verliert die Nase abrupt an Höhe. Sie fällt von jetzt auf hier um 7,5 Zentimeter nach unten. Bislang einzig löbliche Ausnahme ist der neue McLaren MP4-27. Man kann nur hoffen, dass dieses Auto auch schnell ist.

Man könnte jetzt auf die FIA schimpfen, die uns diese Horrorshow mit ihrer Reglementsänderung eingebrockt hat. Doch diesmal ist der Weltverband ausnahmsweise nicht schuld. Die FIA wollte das ganze Chassis, vom Cockpit bis zur Nasenspitze tieferlegen. Von 625 auf 550 Millimeter.

Neues Reglement für mehr Sicherheit

Der Grund dafür ist die Angst vor einem Seitencrash, wenn das eine Auto in die Flanke des anderen fährt. Der Zylon-Reißschutz an den Cockpitflanken reicht nur bis auf eine Höhe von 550 Millimeter. Also sollten auch die Nasen nicht höher sein.

Die Teams protestierten. Sie sträubten sich mit zwei untauglichen Argumenten gegen diese Sicherheitsmaßnahme. Ausrede Nummer eins: Die neue Regel würde sie zwingen neue Chassis zu bauen. Blödsinn: Das tun sie doch sowieso jedes Jahr, mit Ausnahme von Hispania vielleicht.

Ausrede Nummer zwei. Wenn das Chassis abgesenkt wird, wäre es schwierig die Aufhängungselemente der Vorderachse im Rumpf unterzubringen, weil der ja auf der Oberseite in seiner Höhe um 75 Millimeter schrumpft und demnach weniger Platz da wäre, wenn man unten die alte Höhe beibehält. Auch ein billiges Ablenkungsmanöver. Die Dicke des Chassis schrumpft nur dann, wenn man auf der Unterseite der Nase genauso hoch baut wie bisher.

Und genau darum geht es den Ingenieuren. Sie wollen weiter eine möglichst große Höhe unterhalb des Chassisrumpfes, um maximalen Luftdurchsatz zum Unterboden zu ermöglichen. Was sie dabei vergessen ist, dass es alle gleich schlimm trifft, wenn sie unten ein bisschen Höhe herschenken.

FIA lässt sich von Teams reinreden

Das Beispiel zeigt, dass es zu nichts führt, wenn man die Teams bei der Regelfindung mitreden lässt. Sie interessiert nur die Rundenzeit. Und ihre eigenen Interessen. Notfalls um den Preis, dass die Autos im Profil aussehen wie eine Ente oder ein Krokodil.

Die FIA hat den Fehler gemacht, dass sie den Teams klein beigegeben hat. Ihr Ziel, die Autos sicherer bei einem Seitenaufprall zu machen sei auch dann erfüllt, wenn nur die Nase in der Höhe beschränkt wird, nicht aber das Chassis, heißt es aus Paris.

Der Aufschrei in der Fangemeinde zeigt, wie wichtig es ist, dass die Autos optisch ansprechend sind. Ein Formel 1-Auto muss spektakulär, aggressiv und wie aus einem Guss aussehen, Mit Proportionen, die passen.

FIA sollte Punkte korrigieren

Mal abgesehen von dem schrecklichen Knick in der Nase gibt es auch sonst noch ein paar Punkte, die korrigiert werden müssten. Die modernen Autos sind für ihre 1,80 Meter Breite viel zu lang. Front- und Heckflügel passen nicht zusammen. Und es gibt viel zu viele Bereiche, die reglementiert sind. Die Autos sehen sich immer ähnlicher.

Man kann die FIA nur bitten, das abzustellen. Sie hat auch eine Verantwortung dafür, dass die Show stimmt. Und die hängt auch vom Aussehen der Autos ab. Wir erwarten, dass 2013 auch die Chassishöhe sinkt. Egal, welche Einwände die Teams haben. Dass die FIA etwas für die Optik tun kann, hat sie mit dem Verbot der Kombi-ähnlichen Airboxen bewiesen, die vor zwei Jahren in Mode gekommen waren, 2011 aber abgeschafft wurden.

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Michael Schmidt

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